IAA 2021: Fraunhofer WKI präsentiert „Bioconcept-Car“

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Foto: © Fraunhofer WKI/Federico Böhm

Zusammen mit Hobum Oleochemicals, Porsche Motorsport und dem Rennteam Four Motors entwickeln Forschende des Fraunhofer WKI Leichtbauteile für Fahrzeugkarosserien. Die dort eingesetzten naturfaserverstärkten Bio-Kunststoffe dienen als Ersatz für herkömmliche Verbundwerkstoffe.

Besucher der IAA 2021 können den mit Bio-Karosserieteilen ausgestatteten Rennwagen „Bioconcept-Car“ und eine Fahrzeugtür mit naturfaserverstärktem Kunststoff (NFK) in Augenschein nehmen, die vom Fraunhofer WKI auf dem Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft ausgestellt werden. Das „Bioconcept-Car“ des Rennteams Four Motors ist ein rollendes Testlabor für umweltfreundliche Fahrzeugtechnologien in den Bereichen Biokraftstoffe, Bio-Leichtbauteile und re-raffiniertes Öl. Im Renneinsatz wird ihre Serientauglichkeit unter Extrembedingungen geprüft. Die Entwicklung der Bio-Leichtbauteile wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert.

Schwingungs-dämpfende und akustische Eigenschaften, geringere Splitterneigung, gute Recyclingfähigkeit

Derzeit entwickeln die Forschenden die Fahrzeugtür weiter, sodass sie einen biogenen Anteil von 85 Prozent erreichen wird. Hierfür werden Naturfasern, biobasierte Harz-Härter-Mischungen sowie biobasierte Lacksysteme eingesetzt. Für das Pilotfahrzeug „Bioconcept-Car“ haben die Forschenden des Fraunhofer WKI bereits Karosserieteile aus 100 Prozent Naturfasern als Verstärkungskomponente entwickelt. In der Entwicklungsphase wurden verschiedene Naturfasern wie Hanf, Jute und Flachs eingesetzt.

Am Fraunhofer WKI wird eine Fahrzeugtür mit einem biogenen Anteil von 85 Prozent entwickelt. Zum Einsatz hierfür kommen Naturfasern, biobasierte Harz-Härter-Mischungen sowie biobasierte Lacksysteme (Foto: © Fraunhofer WKI/Federico Böhm)

Naturfasern weisen im Vergleich zu Carbonfasern zwar geringere Steifigkeiten und Festigkeiten auf, die erreichten Werte erfüllen jedoch die anwendungsspezifischen Anforderungen vollständig. Naturfasern bieten zusätzlich zu den mechanischen Eigenschaften diverse weitere Vorteile gegenüber Carbon. Dazu zählen (schwingungs-)dämpfende und akustische Eigenschaften sowie eine deutlich geringere Splitterneigung. Diese hilft, die Verletzungsgefahr bei Unfällen zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil der neuartigen Naturfaserbauteile ist ihre gute Recyclingfähigkeit. Mit diesem Projekt unterstützt das Fraunhofer WKI den Aufbau einer biobasierten Wirtschaft (Bioökonomie).

Aufgrund der Corona-Pandemie findet die IAA 2021 als physische Präsenzveranstaltung mit digitaler Verlängerung (hybrides Format) und unter Einbindung eines Hygienekonzeptes statt. Vom 7. bis 12. September 2021 zeigt das Fraunhofer WKI seine Forschung auf dem Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft im Open Space am Königsplatz in München, Stand: KP185.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

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