Klimaschutz: Jetzt muss die Politik ihre Hausaufgaben machen

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Bild: Pixabay

Bundestagswahl 2021: Zukunftsorientierte Wirtschaftsverbände stellen gemeinsamen Forderungskatalog vor. Von der kommenden Bundesregierung wird eine deutlich ambitioniertere Klimaschutzpolitik erwartet.

„Klimaschutz ist Langfrist-Ökonomie“, schreiben die 24 unterzeichnenden Organisationen in ihrem Forderungspapier, adressiert an die kommende Bundesregierung. „Die Welt brennt und schmilzt. Die Wirtschaft braucht stabile Rahmenbedingungen – auch beim Klima. Denn die Klimakrise gefährdet unseren Wirtschaftsstandort – die Böden, Wälder und Gewässer sowie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden. Um das Klima zu schützen, braucht es eine Wirtschaft, die Klimaschutztechnologien bereitstellt und alle anderen Produkte und Dienstleistungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg klimaneutral produziert“, erklärt David Wortmann, Mit-Initiator von Entrepreneurs For Future und Vorstandsmitglied der Leaders for Climate Action.

Die unterzeichnenden Organisationen stehen für ein vielfältiges Bündnis von Branchen: Von der Ernährungs- und Landwirtschaft über die Fahrradwirtschaft und E-Mobilitätsbranche bis hin zu Unternehmen der Digitalwirtschaft und klassischen Sektoren wie Maschinenbau oder Textilproduktion. Allein die Entrepreneurs For Future und Leaders for Climate Action stehen für über 6.000 Unternehmen, mit mehr als 500.000 Arbeitsplätzen und 50 Milliarden Euro Umsatz. Die 24 Verbände bekennen sich in dem Papier zum Pariser Klimaabkommen und machen sich für die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad stark.

Wirtschaft und Klimaschutz sind kein Widerspruch

Die Forderung nach einer ambitionierteren Klimapolitik wird in dem Papier von zehn Punkten flankiert, aus denen konkrete Handlungsempfehlungen hervorgehen. Einige ausgewählte Punkte sind:

  • lenkungswirksame CO2-Bepreisung
  • Klima-Check für alle Gesetzes- und Investitionsvorhaben
  • Abschaffung klimaschädlicher Subventionen
  • schnellerer Kohleausstieg bis 2030
  • Energiewende-Booster

Dr. Katharina Reuter, Mit-Initiatorin von Entrepreneurs For Future und Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft e.V.: „Wir zeigen mit den zehn Punkten ganz konkret auf, welche Klimapolitik die zukunftsorientierte Wirtschaft von der kommenden Bundesregierung erwartet. Jetzt muss die Politik ihre Hausaufgaben machen.“

Den unterzeichnenden Organisationen ist es wichtig zu betonen, dass Wirtschaft und Klimaschutz kein Widerspruch sind. Vielmehr muss Klimaschutz als Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland begriffen werden. Doch dazu braucht es die entsprechenden Rahmenbedingungen von der Politik.

Markus Sauerhammer, Mit-Initiator von Entrepreneurs For Future und 1. Vorstand beim Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V.: „Die Wirtschaft hat sich schon auf den Weg gemacht. Die Politik muss nachziehen. Wir müssen in Deutschland endlich Klimaschutz als wirtschaftliche Chance begreifen, so wie es zum Beispiel in China und den USA schon längst der Fall ist.“

Das komplette Forderungspapier und alle Unterzeichner zum Download.

Quelle: Entrepreneurs For Future

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