Bioökonomie im Ostseeraum – Chancen für Innovation und Wachstum

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Reet (Foto: Pixabay)

Über vier Jahre wurden im Interreg-Vorhaben BioBIGG die Chancen für biobasierte Innovation und grünes Wachstum im südlichen Ostseeraum untersucht. Fallstudien aus Dänemark, Deutschland, Polen und Schweden zeigen interessante Lösungsansätze und Anwendungsbeispiele auf.

Die Rahmenbedingungen für biobasierte Innovation sind zu verbessern und zu harmonisieren. Auch die transnationale Zusammenarbeit ist zu stärken. Die Gründung der ScanBalt Arbeitsgruppe Bioökonomie ist ein wichtiger Schritt, die Projektergebnisse und -empfehlungen zu verstetigen.

Im Juni 2021 endete das Interreg Projekt „Bioökonomie im südlichem Ostseeraum: Bio-basierte Innovation und Grünes Wachstum“ (BioBIGG), das eine interdisziplinäre Netzwerkbildung und die Mobilisierung des Innovationspotentials der stofflichen und energetischen Nutzung zum Ziel hatte. Dabei spielte die grenzüberschreitende Interaktion mit Stakeholdern, vorwiegend KMUs, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Lösungsansätzen für neue Produkte und Prozesse.

Insbesondere wurden biogene Reststoffe und Koppelprodukte untersucht, die im südlichen Ostseeraum großes Potenzial besitzen und in Energie oder Non-Food-Produkte umgewandelt werden können. Beispielsweise besitzen Karottentrester Inhaltsstoffe, welche in der Naturkosmetik zum Einsatz kommen können und die Pyrolyse von altem Reet ist eine Möglichkeit der Kaskadennutzung in Gebieten, in denen noch viele Dächer mit Stroh gedeckt werden. Blattproteinkonzentrate, gewonnen aus Brokkoli und Blattkohl, können als Lebensmittelzusatzstoff die Lebensmittelqualität verbessern und die Nachfrage nach lokal produzierten proteinreichen Futtermitteln decken.

Das Konzept höher auf die Agenda rücken

Die Projektpartner aus Polen, Dänemark, Schweden und Deutschland haben in ihren Ländern die Rahmenbedingungen und Förderstruktur, Instrumente und Maßnahmen untersucht, um festzustellen, ob diese die Entwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie, den Wissenstransfer und die Innovationsfähigkeit von KMUs positiv oder negativ beeinflussen. Einige Gesetze und Verordnungen benötigen eine Anpassung beziehungsweise bessere Abstimmung, da sie negative Auswirkungen aufeinander haben und neue Technologien nicht berücksichtigen. Folglich behindern sie das Wachstum einer nachhaltigen Bioökonomie. Auch besteht die Notwendigkeit, die Kommunikation zwischen den Ländern zu verbessern. Die Aufklärung über Bioökonomie und die auf dem Markt verfügbaren biobasierten Produkte sollte ebenfalls intensiviert werden. Der detaillierte Bericht dazu und alle weiteren Projektergebnisse sind unter https://biobigg.ruc.dk zu finden.

Im Rahmen des Projekts wurde die Gründung einer Bioökonomiegruppe in dem schon bestehenden ScanBalt Netzwerk realisiert. Das Netzwerk ist in Nordeuropa führend im Bereich Gesundheit und Biowissenschaften. Die Bioökonomiegruppe ergänzt das bestehende Netzwerk um einen wichtigen Themenkomplex. Sie ist wesentlich, um das Konzept der Bioökonomie im südlichen Ostseeraum insgesamt höher auf die Agenda zu rücken, in der Praxis umzusetzen und einen Mehrwert für alle Partner bei transnationalen Projekten zu schaffen. Auch wird an einer verbesserten Abstimmung von Forschung und Unternehmen gearbeitet, um die Entwicklung neuer ökologischer Produkte zu stärken. Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen werden verschiedene Projektideen vorgestellt sowie Methoden und Vorgehensweisen erklärt, um eine erfolgreiche Umsetzung zu garantieren. Die Projektergebnisse sind auch in der Bioökonomiegruppe des ScanBalt Netzwerks zu finden: https://scanbalt.org/bioeconomy/

Projektpartner: Roskilde University, FNR, Gdańsk University of Technology, Swedish University of Agricultural Sciences, Research Institutes of Sweden AB (RISE), University of Greifswald. Projektwebseite: https://biobigg.ruc.dk

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

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