Kraftwerksrückbau in Spanien – der größte Abbruchbagger im Einsatz

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Foto: Kiesel Gruppe

In Zeiten der Energiewende werden in ganz Europa Kohlekraftwerke stillgelegt und die zugehörigen Flächen revitalisiert. So auch das Wärmekraftwerk in Anllares im Nordwesten der Provinz León, das im Dezember 2018 vom Netz ging. Seit dem 11. Juni 2021 ist dort der KMC1200S – der „größte Abbruchbagger Spaniens“, wie es heißt – im Einsatz.

Gebaut wurde die Maschine vom deutschen Unternehmen KTEG und über den spanischen Hitachi Händler Hispano Japonesa de Maquinaria (HJM) verkauft. Mit dem Abbruch des Kohlekraftwerks Anllares ist das baskische Unternehmen Lezama Demoliciones beauftragt worden. Nach vorherigen Sprengungen bewegen sich nun die Arbeiten für den Rückbau in 35 Metern und darüber. Für diese Einsätze erweist sich der Abbruchbagger KMC1200S von KTEG als ideal.

Standsicher und ein durchdachtes Transportkonzept

Erster Einsatz: Der KMC1200S zerlegt das Betontragwerk im ehemaligen Kraftwerk (Foto: Kiesel Gruppe)

Das Wechselsystem am Ausleger ermöglicht eine Variation der Reichweite von 27 auf bis zu 51 Meter. Dabei ist die gesamte Hydraulik des KMC so ausgelegt, dass er in 51 Metern Höhe immer noch stolze drei Tonnen an Anbaugeräten betreiben kann. Dank des 30-Tonnen-Kontergewichts und der nahezu quadratischen Standfläche des speziell entwickelten Unterwagens kommt er auch bei solchen Manövern nicht ins Wanken. So wie der Unterwagen, wurde die gesamte Maschine für härteste Bedingungen ausgelegt.

Besonders ist hierbei die Rahmenkonstruktion, auf der der Oberwagen ruht. Der Drehkranz und die hier eingesetzten Bauteile finden normalerweise in 250-Tonnen-Kränen Einsatz. Die eingesetzten Hydraulikzylinder stammen aus dem Hause Hitachi und haben sich den Angaben nach schon „tausendfach“ weltweit bewährt: „Die Kombination aus bewährter Hitachi-Qualität und der Auslegung für härteste Einsätze machen den KMC1200S zu einem echten Abbruch-Monster.“

Doch nicht nur im Einsatz, sondern bereits auf dem Weg dorthin zeigt der KMC1200S seine durchdachte Konstruktion. „Vor nur einer Woche traf er an seinem ersten Einsatzort ein. Nach wenigen Tagen war er bereits einsatzbereit. Das verdankt er dem durchdachten Transportkonzept. Die Laufwerksschiffe werden vor dem Verladen abgenommen. Das vermindert die Transportbreite auf ein verträgliches Maß“, erklärt Timo Vestweber, verantwortlicher Projektkoordinator bei KTEG, das Prinzip.

Das neue Flaggschiff

Zur feierlichen Übergabe des KMC1200S an Lezama reiste Vestweber in Begleitung von Geschäftsführer Harald Thum eigens aus Deutschland an. Mit im Gepäck die Ausstattung für eine festliche „Baggertaufe“. „Zusammen mit einem zufriedenen Kunden für uns der krönende Abschluss eines Projektes“, schmunzelt Vestweber.

Die Begrüßung der Projektbeteiligten fiel herzlich aus. Schließlich kennt man sich schon aus der intensiven Planungsphase in den letzten sechs Monaten. „Wir arbeiten bei solchen Projekten sehr eng mit unserem Händlernetzwerk zusammen. In diesem Fall ist das die Firma Hispano Japonesa de Maquinaria (HJM), die vom nordspanischen León aus ganz Spanien beliefert“, erklärt Harald Thum. „Das ist nicht nur in der Angebotsphase, sondern auch im After-Sales unerlässlich. Wie alle Maschinen, die sich in härtesten Einsätzen bewähren sollen, muss auch unser KMC1200S professionell gewartet werden. Wir sind sehr froh, dass wir hier mit HJM einen so kompetenten Partner an unserer Seite wissen.“

Dies weiß auch die Firma Lezama Demoliciones zu schätzen. Schließlich ist man schon seit vielen Jahren Kunde bei HJM und betreibt eine große Flotte von Hitachi-Maschinen, die von HJM geliefert und gewartet wird. „Die langjährige Partnerschaft und das Vertrauen zwischen Lezama und HJM war die Basis für die Investition in unser neues Flaggschiff“, bestätigt José Fernández, Inhaber von Lezama Demoliciones: „Der erste Eindruck hat uns bereits überzeugt und die ersten Tage der Maschine hier im Einsatz haben das noch untermauert.“ Dabei zeigt er stolz auf den KMC1200S hinter sich, der unmittelbar nach der feierlichen Übergabe ans Werk ging.

Quelle: Kiesel Gruppe

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