Europäischer Baustoff-Recycling-Award 2020 – Preisverleihung

591
Baustoffrecycling (Foto: IFAT/Messe München GmbH)

Die European Quality Association for Recycling e.V. (EQAR) lobt zum vierten Mal den europäischen Innovationspreis für das Baustoff-Recycling in Europa aus.

Gemessen an ihrem Volumen bilden die Bau-und Abbruchabfälle den größten Abfallstrom in der EU. Sie stellen etwa ein Drittel des gesamten Abfallaufkommens dar und sind gleichzeitig eine wertvolle Ressource, aus der hochwertige Baustoffe gewonnen werden können – so Miroslav Škopán, Präsident der EQAR. Die Europäische Kommission hat mit dem Green Deal und dem Aktionsplan Kreislaufwirtschaft das Potenzial des Recyclings erkannt und sorgt für eine neue Wertschätzung des Einsatzes von Recyclingbaustoffen.

Dazu muss das Baustoffrecycling in Europa jedoch noch wesentlich stärker ausgebaut und gefördert werden. Die EQAR zeichnet daher seit Jahren mit dem EQAR-Award Persönlichkeiten, Unternehmen, Verbände und Hochschulen für ihr Engagement, Innovationen oder herausragende Recycling-Projekte aus. In diesem Jahr wird der Preis zum vierten Mal vergeben. Die schon Ende 2020 eingereichten Projekte reichten von Hochschulseminarprojekten zum sortenreinen Rückbau bis zu neuen Aufbereitungstechnologien für Bodenaushub und Abbruchmaterial.

Für den ersten Platz des Europäischen Baustoff-Recycling-Award 2020 wurde der Verband arv Baustoffrecycling Schweiz mit seinem Projekt „Arvis 4.0“ nominiert. Dem arv gelang die Konzeption und Einführung eines einheitlichen und integrierten Systems zur Harmonisierung der Kontrollkriterien für die Inspektion von Sortier- und Aufbereitungsanlagen von zum Beispiel Bauschutt und Altholz in der Schweiz, verbunden mit einer Harmonisierung des Schweizer Standards für die Erfassung von Abfallströmen. Dazu erklärte der Projektleiter Laurent Audergon, dass das IT-System „Arvis 4.0“ einerseits dem arv-Inspektorat und den kantonalen Behörden dient, um die enormen Ströme von Bau-, Rückbau- und Aushubabfällen zu interpretieren, sowie die daraus entstandenen Produkte der stationären Sortier- und Aufbereitungsanlagen zu erfassen.

Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung von Akzeptanz, Qualität und Wirtschaftlichkeit der Recyclingbaustoffe geleistet, der für Europa Vorbild sein kann.

Der mit 1.000 Euro dotierte Preis sollte ursprünglich auf dem EQAR-Kongress im Herbst 2020 in einem Festakt verliehen werden. Pandemie-bedingt musste diese Veranstaltung jedoch verschoben werden, sodass die Übergabe der Urkunde im Rahmen einer EQAR-Videokonferenz am 26. Mai 2021 stattfand.

Quelle: EQAR

Anzeige