Deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf – ifo Geschäftsklimaindex deutlich gestiegen

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Containerschiff im Hamburger Hafen (Foto: Pixabay)

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich merklich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Mai auf 99,2 Punkte gestiegen, nach 96,6 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im April.

Dies ist der höchste Wert seit Mai 2019. Die Unternehmen waren zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem blicken sie deutlich optimistischer auf die kommenden Monate. Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf.

Im Verarbeitenden Gewerbe konnte der Index leicht zulegen. Die Unternehmen waren erneut merklich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Die Erwartungen bekamen einen erheblichen Dämpfer, blieben jedoch positiv. Der Auftragsbestand konnte zulegen, und die Unternehmen erwarten Preissteigerungen.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindex auf den höchsten Wert seit Februar 2020 geklettert. Dies war auf deutlich optimistischere Erwartungen zurückzuführen. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich. Vor allem in Gastgewerbe und Tourismus kehrte Optimismus zurück.

Auch im Handel konnte der Index deutlich zulegen. Die Händler waren zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem kehrte ein vorsichtiger Optimismus bei den Erwartungen zurück. Während der Großhandel weiter von der guten Industriekonjunktur profitiert, hoffen die Einzelhändler auf weitere Lockerungen.

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Urteile zur aktuellen Lage konnten leicht zulegen. Auch die Erwartungen fielen weniger pessimistisch aus. Das Problem der Materialknappheit hat sich jedoch nochmals verschärft.

Exporterwartungen leicht gesunken

Die sehr gute Stimmung bei den deutschen Exporteuren hat einen kleinen Dämpfer erhalten. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Mai auf 23,0 Punkte gesunken, von 23,9 Punkten im April. Die Exportwirtschaft in Deutschland bleibt aber ein wichtiger Pfeiler für die gut laufende Industriekonjunktur.

Einen deutlichen Dämpfer bei den Exporterwartungen musste die Automobilindustrie verkraften. Im Moment werden kaum neue Aufträge aus dem Ausland erwartet. Gleiches gilt für die Nahrungsmittelindustrie. Auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie bleibt der Auslandsmarkt schwierig. Weiterhin sehr gut laufen die Exporte hingegen in der Elektroindustrie und im Maschinenbau. Auch die chemische Industrie blickt zuversichtlich auf die kommenden Monate. Nach zuletzt schwierigen Monaten rechnet die Möbelindustrie mit einem deutlichen Anstieg der Exporte.

Quelle: ifo Institut

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