Glasbranchen durch Coronakrise unterschiedlich stark betroffen

462
Glasflaschen-Produktion (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Die Glasindustrie schließt das Jahr 2020 laut Daten des Statistischen Bundesamtes mit einem Umsatzrückgang von 4,6 Prozent ab. Trotz der negativen Bilanz sind die Unternehmen der verschiedenen Glasbranchen in ihren Geschäftserwartungen vorsichtig optimistisch.

Der Gesamtumsatz der Glasindustrie in Deutschland sank im Jahr 2020 um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 9,35 Milliarden Euro (2019: 9,81 Mrd. EUR). Inlands- und Auslandsumsatz zeigten sich dabei gleichermaßen rückläufig mit einem Minus von 4,0 beziehungsweise 5,5 Prozent.

Die Glasbranchen im Überblick

Die Coronakrise hat in nahezu allen Glasbranchen im Jahr 2020 zu einem negativen Abschluss geführt: Die höchsten Verluste verzeichneten die Hersteller von Wirtschaftsglas mit einem Umsatzrückgang von 37,8 Prozent auf 381 Millionen Euro (2019: 612 Mio. EUR). Die Branche war besonders von den coronabedingten Schließungen im Hotel- und Gastronomiebereich betroffen, da dadurch auch weniger Tischwaren, wie Trinkgläser, verkauft wurden.

Die Flachglashersteller schlossen das Jahr 2020 mit einem Rückgang beim Umsatz von 9,6 Prozent auf 935 Millionen Euro ab (2019: 1,03 Mrd. EUR). Die Branche wurde besonders stark von dem Stillstand in der Automobilindustrie getroffen, für die sie ein wichtiger Zulieferer ist. Auch die Flachglasveredeler schlossen das Jahr mit einem Umsatzrückgang in Höhe von 3,1 Prozent auf 3,66 Milliarden Euro ab (2019: 3,78 Mrd. EUR).

Die Hersteller von Glasfasern und Spezialglas verzeichneten moderatere Verluste: Im Segment Glasfasern sank der Umsatz um 0,9 Prozent auf 983 Millionen Euro (2019: 991 Mio. EUR). Die Spezialglasindustrie verzeichnete einen Umsatzrückgang von 0,4 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro (2019: 1,36 Mrd. EUR).

Konstant zeigte sich dagegen das Ergebnis der Behälterglasindustrie im Vergleich zum Vorjahr: Der Umsatz stieg um 0,4 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro (2019: 2,04 Mrd. EUR). Die Branche profitierte dabei leicht von der Verschiebung des Konsums von Lebensmitteln und Getränken in den häuslichen Bereich und konnte dadurch Einbußen durch die Schließung gastronomischer Betriebe kompensieren. Auf Hochdruck lief die Produktion bei den Herstellern für Pharmaglas, die mit Millionen von Glasbehältern für die Abfüllung der Impfstoffe gegen das Coronavirus einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

BV-Glas-Präsident Dr. Frank Heinricht zu dem Ergebnis: „Die Glasindustrie hat das Jahr 2020 leider mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Das Ergebnis muss aber im Kontext zweier Lockdowns betrachtet werden, die einige wichtige Absatzmärkte für Glas hart getroffen haben. Eine Ausnahme ist der Verpackungsbereich, in dem sich Glas noch einmal positiv positionieren konnte. Mit Blick auf die voranschreitenden Impfungen und die zu erwartende Entspannung der pandemischen Lage im Sommer, ist die Glasindustrie bezüglich der Geschäftserwartungen für das Jahr 2021 vorsichtig optimistisch.“

Quelle: Bundesverband Glasindustrie e.V.

Anzeige