Hagedorn baut Wertstoffzentrum mit einem trimodalen Logistikanschluss

1458
Visualisierung des neuen Standorts (Bild: Hagedorn Unternehmensgruppe)

In Hannover-Misburg fand der offizielle Spatenstich statt.

Die Rußraffinerie der Columbian Carbon Deutschland GmbH am Misburger Hafen gehörte in Europa zu den letzten dieser Art. Mehr als 20 Jahre lang wurden dort jährlich etwa 55.000 Tonnen Hochleistungsruß produziert. Anschließend stand das Gebäude an der Kreisstraße eineinhalb Jahre leer – bis die Hagedorn Unternehmensgruppe das Grundstück im Herbst 2017 als neuer Pächter übernahm und zunächst alle bestehenden Gebäude rückbaute. Entstehen sollen auf der Fläche künftig das Hannoveraner Wertstoffzentrum GmbH (HWG) sowie die Hagedorn Hannover GmbH.

Mit der Genehmigung für das Hannoveraner Wertstoffzentrum im Oktober 2020 wird die Hagedorn Unternehmensgruppe zukünftig auch im Norden von Deutschland im Entsorgungsbereich seine Kapazitäten für eine fachgerechte Entsorgung erhöhen können. Mit dem Standort Hannover dient das HWG als operative Unterstützung der Hagedorn Zentrale Hannover. „Der Misburger Hafen bietet als trimodaler Standort die Möglichkeit des Umschlags zwischen Binnenschiff, Bahn und LKW, was Transportkosten senkt und damit zu einer transportbedingten CO2-Minimierung beiträgt“, sagt Alfred Winkelmann, Geschäftsführer des Hannoveraner sowie des Gütersloher Wertstoffzentrums (GWG). Das ebne den Weg zu einer noch nachhaltigeren Entsorgung. Beim offiziellen Spatenstich wurde der Start der Bauphase nun symbolisch eingeleitet.

Drei Wertstoffhallen und Büro- und Sozialräume

Auf dem Grundstück entstehen drei Wertstoffhallen mit einer Gesamtfläche von circa 13.000 Quadratmetern zur Behandlung von mineralischen Abfällen aus Landschafts- und Erdbau sowie Abbrucharbeiten. Geplant ist außerdem ein Waagenterminal mit Büro- und Sozialräumen. Im kommenden Herbst soll der Betrieb losgehen. Am Wertstoffzentrum werden 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. 20 weitere Stellen entstehen bei der Hagedorn Hannover GmbH, die ebenfalls auf dem Gelände ein neues Gebäude bezieht. Die komplette Investitionssumme des Projektes beläuft sich auf rund 18 Millionen Euro.

Das HWG dient künftig als Recyclingzentrum für mineralische Massen und Abfälle aus Rückbau-, Abbruch-, Tiefbau- und sonstigen Baumaßnahmen. Durch die Zugehörigkeit zur Hagedorn Unternehmensgruppe als Rundum-Dienstleister übernimmt das HWG die Logistik, Entsorgung und das Recycling aus einer Hand. Mit dem neuen Wertstoffzentrum bietet das HWG die nötigen Kapazitäten, um allen Marktanfragen zum Thema Entsorgung gerecht zu werden.

Recycelbare Stoffe müssen zurück in den Kreislauf

Vor dem offiziellen Baustart gab es für die Abbruch-Spezialisten von Hagedorn viel zu tun. Zwei Schweröltanks, fünf Stahlsilos, unzählige Rohre, Kabel, Öfen sowie Hallen und bestehende Gebäude der Raffinerie mussten rückgebaut werden. Insgesamt kamen dabei 3.000 Tonnen Stahl und 20.000 Tonnen Beton zusammen. Ein Maximum des Abfalls führten die Mitarbeiter der Wiederverwertung zu. Die großen Mengen Bauschutt zum Beispiel ließen sich zu hochwertigen Straßenbaustoffen aufbereiten. Denn die Unternehmensgruppe mit Sitz in Gütersloh fungiert nicht nur als Entsorger, sondern auch als Verwerter mit ausgefeiltem Stoffstrommanagement.

Von links: Barbara Hagedorn, Geschäftsführerin der Hagedorn Unternehmensgruppe, Thomas Hagedorn, Geschäftsführender Gesellschafter der Hagedorn Unternehmensgruppe, und Alfred Winkelmann, Geschäftsführer des Gütersloher und Hannoveraner Wertstoffzentrums GmbH (Foto: Hagedorn)

Weil die Anforderungen an die Abfallentsorgung immer komplexer werden, ist die Errichtung eines weiteren Wertstoffzentrums notwendig. „Denn je mehr recycelbare Stoffe in den Kreislauf zurückkehren, desto geringer sind Entsorgungskosten und Umweltbelastungen“, sagt Alfred Winkelmann. Der Geschäftsführer ist überzeugt: „Die Kreislaufwirtschaft ist längst im Bauwesen angekommen“. Um die gesellschaftlich gesetzten Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen zu können, müsste in allen Bereichen des Bauens umgedacht werden. Das betreffe sowohl den Rückbau als auch das Bauen im Bestand oder den Neubau. „Wir müssen weg von der Einwegmentalität, hin zur Wiederverwertbarkeit“, betont der Experte. Mit der Entwicklung des HWG kommt die Hagedorn Unternehmensgruppe diesem Ziel noch ein Stück näher.

Quelle: Hagedorn Unternehmensgruppe

Anzeige