Die Ursachen des Müllproblems nicht länger ignorieren

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Anlässlich der weltweiten Müllsammelaktionen World Cleanup Day und International Coastal Cleanup Day am 19. September warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass nur veränderte Produktions- und Konsumweisen das weltweite Müllproblem an Küsten und Stränden lösen wird. Die BUND-Landesverbände an Nord- und Ostsee beteiligen sich am Aktionstag durch Müllsammel- und Strandsäuberungen sowie Aktionen vor Ort.

„Es landet zu viel Müll in der Natur. Wir riskieren, den einzigartigen Lebensraum Meer in eine große Müllhalde zu verwandeln“, warnt BUND-Meeresmüllexpertin Dorothea Seeger. „Unsere Art zu leben und zu konsumieren, produziert zu viel Müll. Doch nicht allein wir Verbraucherinnen und Verbraucher sind in der Pflicht, sondern vor allem Industrie und Handel: Sie haben Wegwerfprodukte über Jahrzehnte zur Normalität gemacht. Müllsammelaktionen sind wichtig und sinnvoll, um auf den Schaden aufmerksam zu machen und möglichst einzudämmen. Sie behandeln letztendlich jedoch nur die sichtbaren Symptome. Was wir brauchen, ist ein Umdenken zurück dazu, dass Produkte möglichst lange genutzt werden können und Müll gar nicht erst entsteht.“

„Mehrwegprodukte haben keine hygienischen Nachteile, aber große Vorteile für die Umwelt“

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie erleben Plastik- und Einwegprodukte eine besorgniserregende „Renaissance“. Neuerdings landen vermehrt Einweg-Masken und -Handschuhe in der Natur. Aus einem gesteigerten Hygienebedürfnis heraus werden wieder vermehrt Einwegverpackungen akzeptiert. Der BUND fordert die staatliche Stärkung von Mehrwegsystemen und ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, auch weiterhin auf Mehrwegprodukte zu setzen. „Ein Beispiel sind wiederverwendbare Gefäße für den Coffee-to-go oder das Take-away-Essen. Mehrwegprodukte haben keine hygienischen Nachteile, aber große Vorteile für die Umwelt“, sagt Seeger.

An einigen Orten werden an diesem Wochenende auch achtlos entsorgte Zigarettenkippen separat gesammelt. „Eine einzige Zigarettenkippe kann 1000 Liter Wasser für kleine Wassertiere vergiften und unbewohnbar machen. Darüber hinaus zerfallen die Zigarettenfilter aus Kunststoff zu Mikroplastik und schaden unseren Meeren auch so massiv“, gibt Seeger zu bedenken. Bereits am vergangenen Samstag sammelten in Kiel rund 40 Freiwillige gemeinsam mit dem BUND über 160 Kilogramm Müll, darunter viel Plastikmüll und über 350 Zigarettenstummel.

Quelle: BUND