Newcycling-Technologie der APK AG erhält eREC-Innovationspreis 2020

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Newcycling-Anlage in Merseburg (Foto: APK AG)

Am 4. September erhielt die APK AG – ein innovatives Kunststoffrecyclingunternehmen aus Merseburg – den Innovationspreis der digitalen Recyclingkonferenz eREC. „Wir danken den eREC-Organisatoren für die Anerkennung des wegweisenden Beitrags, den die Newcycling-Technologie von APK zum hochwertigen Recycling komplexer Abfallströme aus flexiblen Kunststoffverpackungen leistet“, freut sich Klaus Wohnig, Vorstandsvorsitzender der APK AG, über die Auszeichnung.

Das werkstoffliche, lösemittelbasierte Recyclingverfahren von APK – die Newcycling-Technologie – kann mühelos verschiedene Polymere in mehrschichtigen Kunststoffverpackungen, die bisher als nicht recycelbar angesehen wurden, trennen und das Zielpolymer als Re-Granulat von neuwarenähnlicher Qualität gewinnen. Werkstoffliches, lösemittelbasiertes Recycling ist eine fortschrittliche physikalische Technologie.

Bildquelle: MSV Mediaservice & Verlag GmbH

Aufbauend auf einem mechanischen Vorbehandlungsschritt wird ein lösungsmittelbasierter Prozessschritt hinzugefügt, in dem das Zielpolymer abgetrennt und von Verunreinigungen wie Additiven oder organischen Rückständen befreit wird. Die beiden mit der Newcycling-Technologie von APK hergestellten Granulatprodukte umfassen recyceltes LDPE, das unter dem Markennamen Mersalen vertrieben wird, und recyceltes PA, das unter dem Markennamen Mersamid erhältlich ist. Die Produkte werden aus komplexen PA/PE-Mehrschichtfolienabfällen gewonnen. Beide Produkte bieten eine hohe Qualität und überwinden Leistungsdefizite, die häufig im Zusammenhang mit Kunststoffrezyklaten diskutiert werden, die aus herkömmlichen, mechanischen Recyclingprozessen gewonnen werden. Newcycling erzielt die deutliche Qualitätssteigerung in Kombination mit einer erheblichen Emissionsreduzierung: Newcycling-Re-Granulate weisen durchschnittlich 66 Prozent weniger Emissionen auf als Neuware der jeweiligen Kunststoffe.

Eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen erfordert in den kommenden Jahren drastische Änderungen in jedem Schritt der Kunststoff- und Verpackungswertschöpfungskette. Wichtige Forschung, Entwicklung und Investitionen sind erforderlich, um Kunststoffprodukte und Kunststoffrecyclingtechnologien für die kommenden Jahrzehnte nachhaltig zu gestalten. „Design for Recycling“ ist ein Schlüsselkonzept, das ausführlich diskutiert wird. Darüber hinaus ist ein umfassender Überblick über innovative Kunststoffrecyclingtechnologien und deren Relevanz für die kurz- und mittelfristige Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft dringend erforderlich. Nicht alle Kunststoffverpackungen können nachhaltig umgestaltet werden, sodass sie in herkömmlichen Recyclinganlagen verwertet werden können. Hier schließt innovative Technologie den Kreislauf.

„Eine Verlagerung der Belastung entlang des Produktlebenszyklus, um Recyclingfähigkeit zu erreichen, ist keine Option. Wir müssen in innovative Recyclingtechnologien investieren und Produktdesign nachhaltig verbessern. Beide Lösungsansätze müssen Hand in Hand gehen, damit wir im kommenden Jahrzehnt eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen realisieren können“, schließt Klaus Wohnig.

Quelle: APK AG

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