RAL-GZ 729 – Standard für Rückproduktion FCKW-geschäumter Produkte

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FCKW-geschäumte Rohre (Bildquelle: RAL-Gütegemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten)

In den letzten Jahren ist eine verstärkte Nachfrage nach Umwelt- und Klimafreundlichen Entsorgungsmöglichkeiten für FCKW- und KW-haltige Schäume aus dem Baubereich, dem Fahrzeugbau und anderen Industriellen Bereichen erkennbar.

Während die Kapazitäten für FCKW- und KW-haltige Kühlgeräte vorhanden sind, dort auch qualitativ bereits definitive Vorgaben an die Behandlung der ausgedienten Geräte gegeben sind (RAL-GZ 728 / DIN-Norm EN 50625-2-3 / TS 50625-3-4), wird diesbezüglich der Behandlung von sonstigen Schäumen mit FCKW und KW in der Isolierung bisher wenig Beachtung geschenkt. Die vom RAL (RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., Bonn) verfasste und bereits vor einigen Jahren veröffentlichte Gütesicherung GZ 729 schließt zumindest, was die qualitativen Vorgaben angeht, die vorhandene Lücke.

FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) wurden bis Mitte der 1990er Jahre nicht nur in großem Umfang in Haushaltskühlgeräten verwendet, sondern fanden in zahlreichen anderen Produkten Verwendung. Unzählige Industriedächer sind auch heute noch mit FCKW (ODS)-haltigen, Polyurethan-geschäumten Paneelen isoliert. Zwar werden seit dem FCKW-Produktionsverbot überwiegend sogenannte „natürliche Schäumungsmittel“ (z. B. Cyclopentan) eingesetzt, doch führt die Langlebigkeit von Polyurethan-geschäumten Materialien dazu, dass diese Dächer, genauso wie Fahrzeugaufbauten für den Transport zu kühlender Ware, große Kühlhäuser, Warmwasser-Speicher (Boiler) oder Fernwärmerohre immer noch in der Anwendung sind.

Die Klimarelevanz der alten FCKW-geschäumten Produkte ist enorm. Dem in der Regel eingesetzten FCKW R11 (Trichlorfluormethan) wohnt nicht nur ein sehr hohes Ozonschicht-Zerstörungs-Potential inne. Die Substanz trägt darüber hinaus auch sehr erheblichen Umfang zum Treibhauseffekt bei. Ein Kilogramm R11 hat eine fast 5000-mal höhere Negativwirkung auf das Klima als Kohlendioxid (CO2). Kommen diese Materialien ihrem End-of-Life-Status nahe, muss die Frage nach einer klimagerechten Behandlung geklärt werden. Die eingesetzten Technologien müssen in  der Lage sein, die verarbeiteten FCKW vollständig zurück zu gewinnen und sie einer endgültigen Zerstörung zuzuführen. Außerdem kommt der weitestgehend ressourcenschonenden Verwertung eine hohe Bedeutung zu. Ein hoher Anteil an stofflicher Verwertung ist ein absolutes Muss.

Beide Anforderungen an die Behandlung von FCKW-geschäumten Materialien gelten im Übrigen auch für KW-geschäumte Produkte, denn Emissionen der dort eingesetzten Pentane sind ebenfalls aus Umweltgesichtspunkten zu vermeiden; und auch diese Produkte sollten möglichst stofflich verwertet werden.

Die RAL-GZ 729 vereint die Anforderungen an eine klima- und ressourcenschonende Behandlung von FCKW-haltigen Schäumen mit definitiven Vorgaben an die Prüfung der entsprechenden Anlagen in einem umfangreichen Standard-Werk. Alle Unternehmen, die sich mit der klima- und ressourcenschonenden Behandlung dieser Produkte beschäftigen, können auf Antrag bei der RAL-Gütegemeinschaft die Effektivität ihrer Technologien überprüfen lassen. Sind die Anlagen konform mit den Vorgaben des RAL, wird die Dienstleistung mit dem RAL-Gütezeichen „Rückproduktion von ODS-geschäumten Produkten“ ausgezeichnet.

* Ozonschichtzerstörende Substanzen gemäß der EU-Verordnung (EG) Nr.1005/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.September 2009 über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen.

Quelle: RAL-Gütegemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten

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