ASA: Abfallvermeidung zeigt Wirkung – Gefahren jedoch nicht gebannt!

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Fehlbefüllte Bioabfall-Tonne (Foto: Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf

Die kürzlich veröffentlichte Analyse der Siedlungsrestabfälle macht deutlich, was sich in den letzten 35 Jahren in der Kreislaufwirtschaft verändert hat. Ein deutlicher Mengenrückgang im Restabfall ist auf die Einführung der getrennten Sammlung zurückzuführen.

Rund 85 Prozent der seit 1985 reduzierten Menge sind Altpapier, Altglas und Bioabfälle. Auch der Anteil der Problem- und Schadstoffe ist in den letzten Jahren um circa 0,5 Kilogramm pro Einwohner pro Jahr gesunken. Trotz des gesunkenen Anteils an Problem- und Schadstoffen im Restabfall sind die davon ausgehenden Gefahren nicht gebannt. Die konstante Weiterentwicklung eingesetzter Technologien hat unter anderem dazu geführt, dass der Anteil an Lithium-Ionen-Batterien und Akkumulatoren, die mit ihrer hohen Energiedichte besonders gefährlich sind, an den in Verkehr gebrachten Batterietypen der Sekundärbatterien seit 2013 von 3,7 auf 25 Prozent gestiegen ist.

Trotz der verpflichtenden Getrenntsammlung von Altbatterien und -akkus sind diese in über 60 Prozent der analysierten Stichproben im Rahmen der durchgeführten Analyse vorgekommen. Damit wird nochmal verdeutlicht, wie wichtig die Stärkung der getrennten Batterieerfassung ist, was die ASA bereits im Februar im Rahmen der Novellierung des Batteriegesetzes gefordert hatte. „Die Erfassung von Altbatterien, getrennt von unsortierten Siedlungsabfällen, muss zwingend verstärkt werden. Die Entsorgung von Altbatterien in unsortierten Abfällen führt nach wie vor zu einer wachsenden Gefährdung von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch von Mitarbeitern, Fahrzeugen und Anlagentechnik“, erklärt Achim Behrend, Sprecher der ASA-Betriebsleiter.

Ein sprichwörtlich brandheißes Thema

Erste Ansätze bietet die aktuelle Fortschreibung des Abfallvermeidungsprogramms, auch dort wird das Thema Batterien und Akkumulatoren aufgegriffen. Besonders herausgestellt werden dabei die Ziele der Vermeidung der kurzen Nutzungsdauer von Batterien. Neben einer Verlängerung der Nutzungsdauer sollen Gefahrstoffe reduziert und kritische Rohstoffe gesichert werden. Dennoch sieht die ASA Ergänzungsbedarf in diesem Punkt des Abfallvermeidungsprogramms. Zusätzlich zu den geforderten Hinweisen zur Austauschbarkeit der Akkus sollte auch hier nicht nur auf die Gefahren der Umweltbelastung, sondern auch auf die Gefahren bei der Entsorgung hingewiesen werden. „Jedem Verbraucher sollte klar werden, dass er einen Akku nicht nur möglichst lang nutzen sollte, sondern auch, dass er diesen fachgerecht entsorgen muss“, sagt Johanna Weppel, Referentin der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V. (ASA).

Viel zu oft werden Batterien und Akkus in falschen Sammelsystemen entsorgt. Aber nicht nur im Restabfall, sondern auch in allen anderen Getrennterfassungssystemen sind Batterien schädlich. „Alle getrennt erfassten Abfälle werden durch eine falsche Entsorgung von Batterien gefährdet. Werden Batterien im Bioabfall entsorgt, gefährden sie nicht nur die Mitarbeiter und die Technik des Entsorgungsprozesses, sondern auch durch austretende Gefahrstoffe zusätzlich die Einsetzbarkeit des hergestellten Kompost“, ergänzt Katrin Büscher, Geschäftsführerin der ASA.

Die größte Gefahr ist allerdings die Brandgefahr, die bereits in der Vergangenheit durch Fehlwürfe sprichwörtlich zum brandheißen Thema wurde. Dieser Gefahr müssen sich vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel in den Sortieranlagen aussetzen. Hier benötigen wir daher einen konsequenten Vollzug von Zielvorgaben durch den Gesetzgeber. Und diese müssen den Verbraucherinnen und Verbrauchern in „Fleisch und Blut“ übergehen, so die ASA abschließend.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V. (ASA)

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