Normen unterstützen bei Nachhaltigkeit – Deutsches Normungspanel 2020 vorgestellt

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Bild: Pixabay

Nachhaltigkeitsziele haben für Unternehmen heute eine hohe Bedeutung und Normen leisten einen Beitrag, um diese Ziele zu erreichen. Das ist eines der Ergebnisse des Deutschen Normungspanels 2020. Eingeflossen sind Antworten von rund 1.000 Unternehmen, darunter 80 Prozent mit Sitz in Deutschland.

Die aktuelle Befragung hat sich unter anderem mit der Rolle von Normen für die Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, SDGs) beschäftigt. Seit 2012 befragt das Fachgebiet Innovationsökonomie der Technischen Universität Berlin Unternehmen einmal jährlich zum Thema Normung und Standardisierung, DIN und VDE|DKE unterstützen die Studie. Die Daten für das diesjährige Normungspanel wurden von Oktober 2019 bis Januar 2020 erhoben.

Fokus auf Industrie, Innovation und Infrastruktur

Ob Unternehmen auf die Wirkung von Normen und Standards setzen, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht, war das Schwerpunktthema der neuen Studie. Eines der von der UN-Generalversammlung im Jahr 2015 definierten globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung lautet „Industrie, Innovation und Infrastruktur – eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen“. 149 Befragte fanden, dass dieses Ziel am relevantesten für ihr Unternehmen oder ihre Branche ist – damit lag es an erster Stelle. Ebenfalls relevant finden die Teilnehmer die Nachhaltigkeitsziele „Gesundheit und Wohlergehen“ sowie „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Es zeigte sich, dass gerade die Erreichung der für die Teilnehmer relevanteren Ziele stärker durch Normen und Standards unterstützt werden. Insgesamt wurde der Bezug vor allem bei solchen Zielen gesehen, bei denen technische Lösungen eine zentrale Rolle spielen, um diese zu erreichen. So ist etwa „Sauberes Wasser und Sanitärversorgung“ das Ziel, bei dem im Durchschnitt die meiste Unterstützung durch Normen wahrgenommen wurde. Formellen Normen – dazu zählen etwa Normen von DIN und VDE|DKE – messen die Teilnehmer den größten positiven Einfluss zu, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Der größte Einfluss wurde im Durchschnitt bei harmonisierten Europäischen Normen gesehen, an zweiter Stelle gefolgt von internationalen Normen.

Normen wirken sich positiv aus

Für die Studie fragen die Forscher unter Leitung von Professor Dr. Knut Blind zudem regelmäßig danach, welche Bedeutung Normen und Standards für Unternehmen haben. Die Ergebnisse des achten Normungspanels bestätigen erneut deren hohe Bedeutsamkeit und Wirkung: Formelle Normen sowie technische Regeln oder Spezifikationen der offiziellen Normungsorganisationen stellen für alle befragten Unternehmen mit Abstand die wichtigsten Standardtypen dar. Sie befördern die Herstellung von Rechtssicherheit und erleichtern den Unternehmen den Marktzugang.

Neue Erkenntnisse für die Forschung

Bis heute flossen die Angaben von 4.500 unterschiedlichen Unternehmen ins Deutsche Normungspanel ein, darunter mehr als die Hälfte der DAX-30-Konzerne sowie viele kleine und mittelständische Betriebe. Die erhobenen Daten helfen unter anderem dabei, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Standardisierung für die Forschung zu gewinnen. Die bisherigen und aktuellen Ergebnisse sind unter www.normungspanel.de einsehbar. Am 28. Mai 2020 wurden die Ergebnisse der diesjährigen Befragung der Fachöffentlichkeit im Beisein des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) präsentiert, das seit 2016 die Schirmherrschaft für das Panel hat.

Investitionen in die Normung machen sich für Deutschland bezahlt: Normen leisten einen Beitrag zu mehr Sicherheit, etwa bei Produkten oder am Arbeitsplatz, und zum Umweltschutz. Rund 35.500 Experten aus Wirtschaft und Forschung, von Verbraucherseite und der öffentlichen Hand bringen ihr Fachwissen in den Normungsprozess ein, den DIN als privatwirtschaftlich organisierter Projektmanager steuert.

Quelle: DIN e. V.

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