Abfallverbrennung senkt Treibhausgase und gefährdet nicht das Recycling

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MVA Stellinger Moor (Foto: Stadtreinigung Hamburg)

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen befindet die Bundesregierung, dass gerade auch bei Pandemien ausreichende Kapazitäten an thermischer Abfallbehandlung zur Verfügung stehen müssten. Und dass die Verbrennung von Reststoffen keine Behinderung für die stoffliche Verwertung sei. Das teilt die ITAD – Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V. mit.

„Thermische und stoffliche Verwertung werden beide auch in Zukunft untrennbar zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft dazu gehören“, kommentiert  ITAD-Geschäftsführer Carsten Spohn. „Wir freuen uns, dass die Bundesregierung das jetzt noch mal so klar benannt hat.“

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen weist die Bundesregierung den Informationen nach „im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Corona-Krisensituation darauf hin, dass auch zukünftig eine ausreichende thermische Entsorgungsinfrastruktur vorhanden sein muss.“ Das würde auch unabhängig von den Entwicklungen des Recyclings in Deutschland gelten.

Mit Blick auf die von den Grünen vermutete Konkurrenz zwischen Recycling und Verbrennen befindet die Regierung, dass die thermischen Kapazitäten in Deutschland ausgelastet seien und dadurch keinen Sog auf recyclingfähige Abfallströme ausüben würden. Ohnehin seien die Kosten der thermischen Verwertung mit 150 bis 200 Euro je Tonne so hoch, dass es „ein unmittelbares ökonomisches Interesse“ gebe, die „vergleichsweise teure Verbrennung zu Gunsten des günstigeren Recyclings zu meiden“.

Mit Prognosen zum künftigen Abfallaufkommen zur thermischen Behandlung tue sich die Bundesregierung dagegen schwer. Unter anderem durch die Recyclingziele der EU werde in Zukunft zwar mehr Abfall stofflich verwertet – wie sich das mengenmäßig auf die thermische Verwertung in Deutschland auswirke, sei aber nicht absehbar. Spohn: „Angesichts der zunehmend komplexen Stoffströme in der Kreislaufwirtschaft zeigen auch unsere eigenen Untersuchungen, dass solche Prognosen nur sehr eingeschränkt möglich sind. Die Stoffströme im Einzelnen ändern sich. Aber in der Summe erwartet ITAD langfristig in etwa gleichbleibende Abfallmengen zur thermischen Verwertung in Deutschland.“

Thermische Behandlung sei „klimapositiv“

Die Bundesregierung gibt der ITAD-Pressemitteilung zufolge in ihrer Antwort eine detaillierte Bewertung der klimarelevanten Emissionen aus der thermischen Abfallbehandlung an. Diese seien zwar Brutto in den vergangenen Jahren durch das Deponierungsverbot unbehandelter Abfälle auf gut neun Millionen Tonnen im Jahr 2018 angestiegen. Da aber Thermische Abfallbehandlungsanlagen heute gleichzeitig im großen Stil Wärme und Strom produzierten und fossile Energieträger ersetzten, trage „die Verbrennung von Abfällen zu einer Entlastung bei Treibhausgasemissionen bei.“ Insgesamt, so ITAD, gibt die Bundesregierung die Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung von Abfällen mit weit über 20 Millionen Tonnen an.

„Wir begrüßen es außerordentlich, dass die Bundesregierung mit diesen Daten eine fundierte Grundlage bietet, auf der wir nun zunehmend sachlich über das Thema Klimaschutz und thermische Abfallbehandlung diskutieren können. Hierbei darf auch die historische Leistung der thermischen Abfallbehandlung zum Klimaschutz durch Sicherstellung des Deponieausstiegs in Deutschland nicht vergessen werden“, macht Spohn deutlich.

Auch technisch seien die Thermischen Abfallbehandlungsanlagen aus Sicht der Bundesregierung in einem guten Zustand. Der Modernisierungsbedarf werde überschätzt, wenn man allein auf das Durchschnittsalter der Anlagen von 32 Jahren schaue. Die Anlagen würden „kontinuierlichen Revisionen unterzogen“ und müssten laufend an die gesetzlichen Anforderungen und damit den Stand der Technik angepasst werden. Dadurch würden Anlagen auch künftig weiterhin überholt und sukzessive modernisiert.

Quelle: ITAD e.V.

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