HWWI-Rohstoffpreisindex sinkt deutlich im Februar 2020

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Starker Preisverfall auf den Rohstoffmärkten.

Im Februar sank der HWWI-Rohstoffpreisindex um durchschnittlich 12,2 Prozent  (Eurobasis: -10,6 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 98,4 Punkten (Eurobasis: 100,1 Punkten). Aufgrund der raschen Verbreitung des Coronavirus fielen im letzten Monat alle im HWWI-Rohstoffindex enthaltenen Indices. Der Teilindex für Energierohstoffe fiel im Februar durchschnittlich um 13,4 Prozent (Eurobasis: -11,8 %) auf 96,9 Punkte (Eurobasis: 98,6 Punkte) und der Index für Industrierohstoffe sank um 5,8 Prozent (Eurobasis: -4,1 %) auf 117,5 Punkte (Eurobasis:  119,6 Punkte). Der Index für Nahrungs- und Genussmittel fiel vergleichsweise weniger stark um 3,1 Prozent (Eurobasis: -1,4 %) auf 93,1 Punkte (Eurobasis:  94,7 Punkte). Der Index ohne Energie reduzierte sich um 4,9 Prozent (Eurobasis: -3,2 %) auf 107,5 Punkte (Eurobasis: 109,4 Punkte).

Index für Energierohstoffe: -13,4 Prozent (Eurobasis: -11,8 %)

Der fallende Verlauf der Ölpreise verstärkte sich im Februar, da sich das Coronavirus insbesondere in China, aber auch weltweit zunehmend ausbreitete. Die Ausbreitung des Virus führte zu einer deutlichen Reduktion der Nachfrage nach Rohöl, da das Virus vor allem in China die ökonomische Aktivität im Februar deutlich eindämmte. Die von der chinesischen Regierung verhängten Quarantänemaßnahmen führten zu leeren Straßen, reduzierten deutlich den Flugverkehr und legten die Industrie lahm, was wiederum zu einem Einbruch der Ölnachfrage und zu sinkenden Ölpreisen führte.

Um dem Preisverfall auf den Ölmärkten entgegenzuwirken, sprach sich Anfang Februar das Joint Technical Committee der OPEC dafür aus, die aktuell bestehenden Fördermengenkürzungen bis Ende 2020 aufrechtzuerhalten und empfahl darüber hinaus, die Fördermenge weiterhin zu drosseln. Allerdings weigerte sich Russland den zusätzlichen Kürzungen zuzustimmen, sodass es bislang zu keiner Einigung zwischen den OPEC+ Staaten kam. Die ergebnislosen Verhandlungen zwischen der OPEC und Russland drückten ebenfalls auf die Rohölpreise. Die Preise erreichten am 29. Februar das Monatstief von 50,1 US-$ pro Barrel Brent und 45,26 US-$ pro Barrel WTI. Weitere Verhandlungen im März werden zeigen, ob sich die OPEC+ Staaten auf weitere Kürzungen der Fördermenge einigen können.

Auch die europäischen und die amerikanischen Erdgaspreise fielen deutlich im Februar verglichen mit dem Vormonat. Insbesondere verzeichnete der europäische Erdgaspreis einen starken Rückgang, was vor allem durch die für den Februar unüblich warmen Temperaturen in Europa begründet war. Die milden Temperaturen führten zu einem geringen Verbrauch an Erdgas. Aber auch in den USA wies der Februar relativ warme Temperaturen auf, was den Gasverbrauch reduzierte und ebenfalls die Preise für amerikanisches Erdgas drückte. Insgesamt sank der Teilindex der Energierohstoffe um 13,4 % (Eurobasis: -11,8 %) auf 96,9 Punkte (Eurobasis: 98,6 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: -5,8 Prozent (Eurobasis: -4,1 %)

Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Alle drei Subindices verliefen ebenfalls rückläufig und reagierten auf die rasche Ausbreitung des Coronavirus. Das Coronavirus bremste insbesondere das chinesische Wachstum und verringert somit deutlich die Nachfrage nach Industrierohstoffen. Da China weltweit sowohl größter Produzent als auch größter Konsument von Industriemetallen ist, wirkte sich die gebremste chinesische Industrie auf die Preise auf den Metallmärkten aus. Die Preise für Stahlschrott und Eisenerz sanken aufgrund der rückläufigen chinesischen Stahlproduktion. Aber auch die Preise für Kupfer, Nickel und Zink fielen im Februar deutlich und spiegelten die gebremste wirtschaftliche Aktivität insbesondere in China wider.

Der Index für Agrarische Industrierohstoffe fiel im Februar nur leicht, da die Preise für Schnittholz im Gegensatz zu den übrigen Rohstoffpreisen im Februar angestiegen sind. Die Preise für Kautschuk, Baumwolle und australischer Wolle fielen allerdings aufgrund der verringerten Nachfrage insbesondere aus China. Als Grund für den Preisverfall ist auch hier die weltweite Ausbreitung des Coronavirus zu sehen. Insgesamt fiel der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 5,8 % (Eurobasis: -4,1 %) auf 117,5 Punkte (Eurobasis: 119,6 Punkte).

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)