Kunststoffkonjunktur: Automobilkrise und „Kunststoff-Bashing“ hinterlassen Spuren

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Quelle: SKZ - Das Kunststoff-Zentrum

Die Geschäfte der Kunststoffbranche entwickelten sich auch im zweiten Halbjahr 2019 negativ und verfehlten die bereits geringen Erwartungen aus der Jahresmitte. Trotz aller Herausforderungen, denen sich die Branche ausgesetzt sieht, überwiegt für das Jahr 2020 vorsichtiger Optimismus.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Umfrage zur Kunststoffkonjunktur des Branchendienstes „KI – Kunststoff Information“ vom Januar 2020. Seit 2001 befragt KI im halbjährlichen Rhythmus Führungskräfte der Kunststoffindustrie unter anderem zu Geschäftsverlauf und -erwartung, Investitionen und Beschäftigung und liefert so das nach eigenen Angaben wohl aussagefähigste Stimmungsbild der Kunststoffindustrie. Die vorliegenden Ergebnisse basieren auf den Angaben von 560 teilnehmenden Unternehmen.

Für das zweite Halbjahr 2019 berichteten 51 Prozent der Unternehmen eine gegenüber dem ersten Halbjahr verschlechterte Geschäftsentwicklung. Diese war noch im Juli von nur 35 Prozent der Befragten erwartet worden. Bessere Geschäfte im zweiten Halbjahr verzeichneten lediglich 16 Prozent. Der aus den Befragungsergebnissen resultierende KI-Entwicklungsindex notiert zum Jahresbeginn 2020 bei 78,3 Punkten, dem tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009.

Erwartungen für 2020: vorsichtig optimistisch

Nach wie vor ist die Automobilkrise ein maßgeblicher Treiber für die schlechte Entwicklung. Doch auch das Image-Problem des Werkstoffs „Kunststoff“ ist deutlich spürbar und scheint noch an Bedeutung zu gewinnen. 20 Prozent der Unternehmen berichten über negative Auswirkungen des „Kunststoff-Bashings“ auf ihre Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr 2019. Und für das kommende erste Halbjahr 2020 rechnen bereits 40 Prozent mit negativen Effekten auf ihre Geschäfte. Immer größere Sorgen bereiten der Branche daneben die Absatzmengen und Energiekosten, während Problemfelder der Vergangenheit wie Personalsuche und Materialkosten etwas in den Hintergrund treten.

Die Erwartungen für 2020 sind vorsichtig optimistisch. 26 Prozent der Befragten erwarten eine positive Geschäftsentwicklung, 22 Prozent eine schlechtere. Der KI-Erwartungsindex zeigt mit 89,5 Punkten erstmals seit zwei Jahren wieder nach oben. Während im zweiten Halbjahr 2019 mehr Unternehmen den Personalbestand verringerten als aufbauten, erwartet die Branche für das Jahr 2020 einen leichten Anstieg der Beschäftigung. Dagegen planen 31 Prozent der Unternehmen geringere Investitionen als in 2019, während 24 Prozent mehr investieren wollen als im Vorjahr.

Quelle: KI Group

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