Textilrecycling: Södra kündigt eine „bahnbrechende Lösung“ an

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Bild: Södra

Derzeit könne niemand auf der Welt Fasern aus Mischgeweben in großem Umfang recyceln, behauptet das schwedische Unternehmen. Södra stellt eine neue Technik vor, die Kreisläufe in der Mode- und Textilindustrie ermöglichen soll.

„Nur ein vernachlässigbarer Teil der weltweiten Produktion von Kleidung und Textilien wird heute recycelt. Praktisch alles wird auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen entsorgt. Aber schwedische Innovation und die Bereitschaft, den Klimawandel zu mildern, können diesen Prozess jetzt auf globaler Ebene beeinflussen“, erklärt Lars Idermark, Präsident und CEO von Södra.

Eines der größten Hindernisse für das Textilrecycling sei, dass die Stoffe oft aus Mischmaterialien hergestellt werden. Die neue Technik von Södra könne Baumwolle und Polyester in Polycotton-Mischungen trennen, die zu den am häufigsten verwendeten Textilien auf dem Markt gehören. Die reinen Baumwollfasern werden dann zu einem Textilzellstoff auf Holzbasis hinzugefügt, der danach zur Herstellung neuer Textilien verwendet werden kann.

Dazu sagt Johannes Bogren, Präsident von Södra Cell Bioproducts: „Wir zeichnen nun die Landkarte für die Mode- und Textilindustrie neu, indem wir Kreisläufe von Textilfasern anbieten. Ein Pullover kann nun wieder zu einem Pullover werden. Dies wird einen Mehrwert für unsere Kunden und insbesondere für die Modebranche schaffen. Es ist ein großer Tag für uns und ein ebenso großer Tag für die aufkommende zirkuläre Bioökonomie.“

Im Herbst produzierte die Zellstofffabrik von Södra in Mörrum angeblich Zellstoff aus 20 Tonnen Alttextilien. Derzeit könne das Unternehmen nur weiße Textilien akzeptieren, aber das Ziel sei, eine Entfärbungslösung zu finden. Ein weiteres Ziel sei es, die Möglichkeit zu untersuchen, einen Strom von Restprodukten aus dem Polyester zu extrahieren. Der schwedische Wäscherei- und Textildienstleister Berendsen lieferte das im Pilotprojekt verwendete Testmaterial aus Altlaken, Handtüchern, Tischdecken und Bademänteln von Krankenhäusern und Hotels.

„Zusätzlich zu den Polycotton-Mischungen werden wir auch Viskose und Lyocell akzeptieren können. Durch den technologischen Wandel in unseren Prozessen werden wir große Mengen an Textilien benötigen. Wir suchen nun Unternehmen mit hohen Nachhaltigkeitsambitionen, die mit uns bei der Lieferung von Textilien zusammenarbeiten möchten“, kündigt Helena Claesson, Projektmanagerin bei Södra, an. Die Produktion werde in diesem Jahr mit einer niedrigen Rate von 30 Tonnen beginnen, aber das langfristige Ziel sei es, die Zellstoffproduktion des Unternehmens um 25.000 Tonnen Textilien zu erweitern.

Quelle: APA-OTS (für den Inhalt ist das Unternehmen Södra verantwortlich)

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