Recyclingaluminium: Mittelfristig ist der Aufbau weiterer Kapazitäten notwendig

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Stanzabfälle aus der Automobilindustrie (Aluminiumlegierungen 5xxx und 6xxx, Foto: Steinert)

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Die globale Primäraluminiumproduktion lag bis Ende Juli 2019 nur knapp unter Vorjahresniveau. IKB prognostiziert für das Gesamtjahr 2019 eine leicht höhere Erzeugung von gut 64 Millionen Tonnen sowie 13 Millionen Tonnen Recyclingaluminium.

China unterschreitet derzeit das Niveau seiner Vorjahresproduktion um einen halben Prozentpunkt. Im übrigen Asien und der Golfregion erfolgte ein Anstieg. In Europa insgesamt war eine leicht geringere Produktion zu beobachten. In Nordamerika zog die Erzeugung nach Jahren stark rückläufiger Erzeugung leicht an, während sie in Lateinamerika nochmals um 14 Prozent geringer ausfiel. Die Aussichten in den führenden Abnehmerbereichen sind weiterhin positiv: Der Trend zum Leichtbau – nicht nur in der Automobilindustrie – sichert einen Absatzanstieg.

Lagerabbau bei Primäraluminium dürfte sich weiter fortsetzen

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich wieder unter die 1-Million-Tonnen-Marke bewegt: Diese betragen nun 0,93 Millionen Tonnen. An der SHFE sanken die Bestände kräftig auf noch gut 360.000 Tonnen. In den Lagern der Comex befinden sich dagegen nur 7.200 Tonnen. Damit ist eine gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 7.200 Tonnen aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von einer Woche. Mittelfristig ist der Aufbau weiterer Kapazitäten für Recyclingaluminium zur langfristigen Versorgungssicherheit notwendig. Bis zum Jahresende 2019 dürfte sich der Lagerabbau bei Primäraluminium weiter fortsetzen.

Die US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren wurden weitgehend an die dortigen Endverbraucher durchgereicht und haben das Preisniveau erhöht. Die Entwicklung der Primäraluminiumpreise war im bisherigen Jahresverlauf 2019 erheblich von der nachlassenden Automobilkonjunktur geprägt. Daneben belasteten geopolitischen Sorgen (Brexit, Handelskrieg China/USA). Im Gesamtjahr 2019 zeichnet sich trotzdem infolge einer stabilen physischen Nachfrage ein Angebotsdefizit ab. Zukünftig steigt der Aluminiumeinsatz im Pkw vor allem auch wegen dem Trend zur E Mobility erheblich weiter an. Die investive Nachfrage reduzierte sich nochmals: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Verlauf des August um acht Prozent. Bis Ende 2019 wird eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 1.800 US-Dollar je Tonne in einem Band von +300 US-Dollar je Tonne erwartet. Die Notierung von Recyclingaluminium an der LME dürfte sich dagegen um rund 600 US-Dollar je Tonne unter diesen Werten bewegen. Gegen Jahresende 2019 sieht IKB tendenziell höhere Notierungen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG

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