Neue Untersuchungen: Westatlantik stark mit Mikroplastik belastet

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Bild: Pixabay

Wissenschaftler an Bord eines Greenpeace-Schiffes analysieren Wasserproben.

Die Konzentration von Mikroplastik ist in der westatlantischen Sargassosee offenbar ähnlich stark wie im großen pazifischen Müllstrudel. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler an Bord des Aktionsschiffes „Esperanza“ nach ihren Untersuchungen während einer Greenpeace-Schiffsexpedition vom Nord- zum Südpol.

In einer Wasserprobe fanden die Forscher 1298 Teilchen aus Mikroplastik, die Konzentration ist sogar höher als im pazifischen Müllstrudel. Die Sargassosee ist die Heimat zahlreicher bedrohter Meereslebewesen wie etwa Schildkröten oder Aale. „Das tiefblaue Wasser sieht so wunderbar sauber aus, aber unsere Proben zeigen das Gegenteil“, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. „Die Sargassosee ist ein Plastikmeer. Es gibt mehr als genug Belege, wie Plastik die Meere verseucht. Wir brauchen dringend einen stärkeren Schutz der Weltmeere.“

Mit der „Manta Trawl“-Methode

Die zum Teil mikroskopisch kleinen Plastikpartikel stammen beispielsweise von Einwegflaschen und Kunststoffverpackungen, das belegen Infrarot-Analysen an Bord der „Esperanza“. Die wissenschaftliche Arbeit ist Teil einer breit angelegten Untersuchung, die zusammen mit wissenschaftlichen US-Instituten, der Universität von Florida und der Regierung von Bermuda durchgeführt wird.

Für die Mikroplastikuntersuchung wurde ein sogenannter „Manta-Trawl“ eingesetzt. Diese standardisierte Untersuchungsmethode dient der Analyse von Mikroplastik in Nähe der Wasseroberfläche. Das Greenpeace Team dokumentiert die Bedeutung der Sargassosee für gefährdete Arten und zeigt, wie sich das Plastik auf den Lebensraum auswirkt. Erstmals wurde auch untersucht, ob die in der Sargassosee großflächig verteilten Algenmatten spezielle Lebensbedingungen für Baby-Meeresschildkröten bieten.

Historische Chance: Die UN verhandeln über ein globales Meeres-Schutzabkommen

Mit der Schiffsexpedition will Greenpeace zeigen, dass für die Hohe See dringend ein starkes UN-Schutzabkommen benötigt wird. Zehn Monate lang erforschen sie gemeinsam von Bord der „Esperanza“ besonders schützenswerte und bedrohte Regionen der Hohen See. Die Umweltorganisation fordert, bis spätestens zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Weltmeere unter Schutz zu stellen. Aktuell treffen sich die Vereinten Nationen in New York, um über eine Rechtsgrundlage zum Schutz der Hohen See zu beraten. Die dritte von vier Verhandlungsrunden der UN läuft noch bis zum 30. August in New York. Ziel ist ein globaler Vertrag zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Ozeane.

„Die Bundesregierung muss bei den UN-Verhandlungen mit dafür sorgen, enorm wichtige Meeresregionen auf der Hohen See unter Schutz zu stellen“, führt Maack weiter aus. „Die Meere befinden sich in einer nie dagewesenen Krise – Schutzgebiete sind der schnellste Weg heraus.“

Quelle: Greenpeace

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