MA 48 setzt erstes vollelektrisches Müllsammelfahrzeug Österreichs ein

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Umweltstadträtin Ulli Sima präsentiert das erste vollelektrische Müllsammelfahrzeug Österreichs (Foto: PID/Christian Fürthner)

Ab dem 29. Mai ist die MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) mit Österreichs erstem vollelektrischem Müllsammelfahrzeug in Wien unterwegs. Davor wird es heute (28. Mai) noch bei der von Arnold-Schwarzenegger gegründeten R20 – Klimakonferenz vor der Hofburg der Öffentlichkeit präsentiert.

Dort werden ab 15 Uhr neben Arnold Schwarzenegger auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg sowie Ski-Star Aksel Lund Svindal, Musiker wie Conchita oder Pizzera & Jaus live sowie die 48er-Tandler Band mit Niddl und Dennis Jale auftreten. „Ich bin stolz, dass die MA 48 wieder einmal Pionierarbeit in Sachen Umweltschutz geleistet hat und wieder einmal Motor für die Ökologisierung des Fuhrparks der Stadt Wien ist“, sagt Umweltstadträtin Ulli Sima.

100 Prozent Energie aus der Steckdose

Entwickelt wurde das E-Müllfahrzeug in Zusammenarbeit mit den Firmen MAN als Generalauftragnehmer, MUT und Framo. 100 Prozent der benötigten Energie kommt aus der Steckdose – sowohl für den Antrieb, die Behälterentleerung als auch für die Müllverdichtung. Das neue Sammelfahrzeug wird auf unterschiedlichen Strecken eingesetzt und für unterschiedliche Abfallfraktionen (Restmüll, Altpapier etc.) erprobt. Gestartet wird ab sofort mit einer Restmüllstrecke innerhalb des Gürtels in Wien. Nur so kann festgestellt werden, ob das dreiachsige Fahrzeug universell eingesetzt werden kann und den Erwartungen entspricht.

Die Nennkapazität der eingebauten Li-Ionen Batterie von 230 kWh soll für die Tagesleistung eines Müllautos ausreichen. Zum Vergleich: Ein E-Pkw hat eine Leistung von circa 20 bis 40 kWh. Die Reichweite des Lkw im Sammelbetrieb soll mindestens 100 Kilometer betragen. Das Fahrzeug kann auf einer 400 Volt Kraftstromsteckdose aufgeladen werden. Ermöglicht wird dies über ein On-Boarding-Ladesystem, wodurch die nötige Umwandlung von Wechselstrom auf Gleichstrom direkt im Fahrzeug stattfindet. Die Flexibilität ist daher maßgeblich erhöht, da dieser Anschluss in jeder Garage der MA 48 verfügbar ist. Eine separate Ladestation ist nicht nötig.

TU-Wien begleitet Einsatz

Der Einsatz des neuen E-Müllsammelfahrzeugs wird auf die Dauer von einem Jahr von Wissenschaftlern der TU-Wien begleitet. Das Verhalten des Fahrzeuges beziehungsweise der Batterie wird bei unterschiedlichen Temperaturen, auf unterschiedlichen Strecken beziehungsweise verschiedenen Abfallfraktionen untersucht, wie zum Beispiel: Wie verhält sich die Batterie in den Jahreszeiten, hinsichtlich Verdichtungsleistung (Anzahl an Behälterentleerungen), gefahrene Kilometer etc. Es werden dadurch wertvolle Erfahrungen gesammelt, wo das Fahrzeug unter welchen Bedingungen optimal eingesetzt werden kann. Die dabei gewonnen Daten werden zu weiteren Erkenntnissen für den tatsächlichen, optimalen Betrieb liefern. Falls der Echtbetrieb positiv ist – wovon ausgegangen wird – kann die Stadt Wien die gewonnenen Ergebnisse für die künftige strategische Ausrichtung des Fuhrparks nutzen.

Quelle: Stadt Wien

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