Belastete Abwässer und ihre Reinigung im Fokus der 13. Bioenergiefachtagung

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In einer Podiumsdiskussion stellten sich die Redner den Fragen des Publikums (Foto: FH Münster/Maxi Krähling)

„Es gibt Probleme, aber auch viele Chancen, gerade was die Kostensenkung für Unternehmen angeht. Die Tagung hat gezeigt, dass es vielversprechende Lösungsansätze und Pilotprojekte gibt, um das Thema Abwasserbehandlung in Industrie und Landwirtschaft anzugehen“, resümierte Prof. Dr. Christof Wetter von der Fachhochschule Münster.

Die 13. Bioenergiefachtagung zu diesem Schwerpunkt fand am 21. Februar auf dem Steinfurter Campus der FH Münster statt. Fast 200 Gäste hatten sich von den verschiedenen Vorträgen der hochkarätigen Referenten aus Wirtschaft, Recht und Forschung an den Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt locken lassen.

„Die große Bandbreite an Referenten und Vorträgen zeigt, wie sehr das Thema Abwässer und ihre Reinigung in den Fokus gerückt ist“, sagte Prof. Wetter. Denn steigende Energiekosten und die hohen Anforderungen an vorbehandelte Industrieabwässer würden bei Unternehmen ein Umdenken erforderlich machen, um weiterhin wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsvoll handeln zu können.

„Wasser ist in der Industrie unverzichtbar – sei es als Wärmeträger, Löse- oder Transportmittel. Die Unternehmen befinden sich im Spannungsfeld, das Wasser einerseits industriell zu nutzen und andererseits die nachhaltige Sicherung des Trinkwassers zu gewährleisten sowie Fauna, Flora und Habitat zu schonen“, ordnete Felix Sueck vom Ingenieurbüro Sbresny das Problem ein. Aus langjähriger Praxiserfahrung mit großen Chemiekonzernen berichtete er über Vorgehensweisen zum Wasserrecycling und der Nutzung von Abwässern. „Ein Großteil des Wasserbedarfs lässt sich durch unternehmensinterne Wasserkreisläufe abdecken. Der benötigte Anteil des Rohwassers direkt aus Gewässern sinkt damit stark. Das bringt zwar eine hohe Anforderung an die Prozesssteuerung mit sich. Aber wenn man das richtig macht, kommen dabei große wirtschaftliche Vorteile heraus“, sagte Sueck.

Neben diesem Vortrag ordnete etwa Regierungsrätin Andrea Löhr von der Bezirksregierung Münster den Status quo der Oberflächengewässer im Münsterland ein. Aber auch Erfahrungswerte und praktische Beispiele standen auf dem Programm. Etwa von der Kläranlage Bad Oeynhausen, die zur Energiegewinnung den anfallenden Klärschlamm energetisch nutzt und sich damit autark mit Energie versorgen kann.

„Wir stehen vor einem Umbruch in der Bioenergienutzung. Gerade die Klärschlammaufbereitung erweist sich als erfolgsversprechend. Nutzen Sie diese unterschiedlichen Energieformen. Gestalten Sie den Umbruch in der Bioenergie aktiv mit“, appellierte der Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, Frank-Michael Baumann, an die Gäste der Fachtagung.

Die Steinfurter Bioenergiefachtagung findet jedes Frühjahr statt. Die FH Münster führt sie gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW und dem Kreis Steinfurt durch.

Quelle: FH Münster