Eine strategisch enge Partnerschaft der EU mit der Transpazifischen Partnerschaft (CPTPP) kann zu einem Anker für offenen Handel und verlässliche Regeln in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft werden. Ein neues DIHK-Impulspapier zeigt die Chancen auf.
In dem Papier „EU-Kooperation mit der Transpazifischen Partnerschaft“ spricht sich die DIHK für einen deutlichen Ausbau der Zusammenarbeit mit den zwölf Mitgliedstaaten des Bündnisses aus. Gemeinsam stehen EU und CPTPP für 37 Prozent des Welthandels – mehr als die USA und China zusammen. Dieses wirtschaftliche Gewicht sollte genutzt werden, um den regelbasierten Welthandel zu stärken und Unternehmen mehr Planungssicherheit zu geben.
„Der internationale Handel wird immer stärker von Machtpolitik statt von gemeinsamen Regeln bestimmt“, beobachtet DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Gerade deshalb braucht es eine starke Koalition von Wirtschaftspartnern, die sich klar zu offenen Märkten sowie fairen und belastbaren Handelsregeln bekennen. Die EU und die CPTPP-Staaten können dabei gemeinsam Maßstäbe setzen.“
Für einen Beitritt der EU zum CPTPP sieht die DIHK dagegen keinen Anlass: „Europa muss auch künftig eigenständig Impulse und Maßstäbe für den internationalen Handel setzen können. Wer die Regeln anderer übernimmt, verliert wirtschaftspolitischen Gestaltungsspielraum. Die EU sollte Regelgeber bleiben – nicht Regelnehmer werden.“
Stattdessen plädiert die DIHK für eine strategische Partnerschaft mit konkreten Verabredungen bei Ursprungsregeln, digitalem Handel, kritischen Rohstoffen, resilienten Lieferketten sowie bei der Wirtschaftssicherheit. Das würde helfen, vielen Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren, Marktzugänge zu erleichtern und Bürokratie abzubauen.
Wirtschaftlich spricht mithin vieles für eine engere Zusammenarbeit: Bereits heute betragen deutsche Exporte in die CPTPP-Staaten einen Wert von 161 Milliarden Euro und Importe von 123 Milliarden Euro. Zusammengenommen wäre das Bündnis Deutschlands wichtigster Exportmarkt und nach China zweitgrößter Importpartner.
Treier: „Deutschland braucht gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten mehr verlässliche Wirtschaftspartner. Die Bundesregierung sollte den begonnenen Dialog zwischen EU und CPTPP jetzt zu einer dauerhaften strategischen Partnerschaft ausbauen. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen stärken, die Resilienz der Lieferketten erhöhen und ein klares Signal für offenen regelbasierten Handel setzen.“
Quelle: DIHK




