Die „Lightcycle Rohstoffwochen“ machen Jugendliche klar zur Rohstoffwende

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Bildungsinitiativen im Bereich Ressourcenschutz, Recycling und Kreislaufwirtschaft werden immer wichtiger.

Ressourcenschutz, Recycling, Kreislaufwirtschaft? Warum? Und was hat unser Konsumverhalten mit dem Klimawandel zu tun? Warum ist unser globales Ressourcenbudget immer früher verbraucht? Ziel der mobilen Bildungsinitiative „Lightcycle Rohstoffwochen“ ist es, gemeinsam mit Jugendlichen die Auswirkungen unseres sorglosen und teils verschwenderischen Umgangs mit endlichen Rohstoffen zu überprüfen und Handlungsoptionen zu entwickeln: Vermeiden oder verwerten statt gedankenlos konsumieren und achtlos wegwerfen ist die Devise.

Die bundesweite Bildungsinitiative wendet sich vor allem an Jugendliche aller Schularten der Sekundarstufen. Sie besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Lernbausteinen, die das neu erworbene Wissen nachhaltig verankern sollen. Die Lightcycle Rohstoffwochen stehen schon seit ihrem Auftakt im Jahr 2014 unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und werden unterstützt vom Umweltbundesamt. Die Einschreibung für die Veranstaltungen für das Jahr 2018 läuft auf Hochtouren.

Erdüberlastungstag 2018 war bereits am 2. Mai

Wir leben in konsumorientierten Zeiten. Wir kaufen viel, verbrauchen viel und werfen eine Menge weg. Der folgenschwere Effekt: Rohstoffe werden knapp. 2018 hatten wir in Deutschland unseren Erdüberlastungstag bereits am 2. Mai. Das heißt, seit diesem Tag sind unsere gesamten nutzbaren Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Den Rest des Jahres leben  wir auf Pump nachkommender Generationen und auf Kosten der Menschen aus meist armen Ländern. Deutschland gilt als rohstoffarmes Land, unseren Hunger nach Rohstoffen stillen wir fernab unserer eigenen Lebenswelt. Eine von vielen Optionen ist, aus vermeintlich nutzlosen Abfällen wieder wertvolle Sekundärrohstoffe zu gewinnen und die Schätze, die zum Beispiel in alten Handys, Laptops oder Elektrokleingeräten verborgen sind und in Schubladen, Kellern oder im Hausmüll schlummern, zu bewahren und zu verwerten.

Wie kann der soziale und ökologische Fußabdruck verringert werden?

Ressourcenschutz, Recycling und Kreislaufwirtschaft, was hat das mit mir zu tun und wie wirkt sich mein Konsumverhalten global aus? Diesen Fragen widmet sich die „Germanwatch Rohstoffexpedition“. Die Unterrichtseinheit steht im Mittelpunkt der Initiative und wurde 2013/2014 als UN-Welt-Dekade-Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. 2015 ist sie zudem vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, einem Beratungsgremium der Bundesregierung in Nachhaltigkeitsfragen, als Werkstatt N-Projekt 2015 anerkannt worden. Erfahrene Umweltpädagogen gehen direkt im Klassenzimmer mit den Jugendlichen auf eine spannende weltweite Spurensuche nach Rohstoffen. Faszinierende Livesatellitenbilder machen im Vergleich mit Archivaufnahmen und Grafiken die globalen ökologischen und sozialen Folgen von Rohstoffabbau, -transport, -verarbeitung, -nutzung und -entsorgung sichtbar.

Im Dialog mit den Naturwissenschaftlern von Geoscopia Umweltbildung erleben und erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler den Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und den Folgen des wachsenden Hungers nach Rohstoffen. Gemeinsam erarbeiten sie Handlungsoptionen, wie sie aktiv im privaten und schulischen Umfeld ihren sozialen und ökologischen Fußabdruck verringern können. Re-think, Re-fuse, Re-duce, Re-use, Re-form, Re-act, Re-pair, Re-cycle lautet die Botschaft. Das Angebot ist fächerübergreifend und lässt sich hervorragend mit vielen, in den Bildungsplänen vorgesehenen naturwissenschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Bildungsthemen verknüpfen.

Zur optimalen Vorbereitung erhalten Lehrkräfte eine Vorbereitungsmappe mit Arbeitsblättern, Filmen und Literaturtipps. So kann das Thema Rohstoffe auch nachhaltig im schulischen Alltag verankert werden. Vielfach sind die kommunalen Entsorger vor Ort Partner der Rohstoffwochen und bieten zur Vertiefung des Unterrichts abschließend eine Führung mit Fachpersonal beim örtlichen Wertstoffhof an.

Die Resonanz der Lehrkräfte auf das Konzept ist sehr positiv

Seit 2014 waren die Lightcycle Rohstoffwochen deutschlandweit in mehr als 50 Städten und über 150 Schulen unterwegs und begeisterten weit mehr als 9.000 Jugendliche und Pädagogen. Die Resonanz der Lehrkräfte auf das Konzept ist sehr positiv. Gelobt werden vor allem die eindrücklichen Bilder, die hervorragende Verknüpfung der Thematik mit der Lebenswelt der Jugendlichen und den daraus resultierenden spannenden Diskussionen mit den Umweltpädagogen. So entstanden aus einzelnen Lightcycle Rohstoffwochen sogar Praxis-Seminare und weiterführende Projekte wie Handysammelaktionen.

Initiiert und gefördert wird die bundesweite Bildungsinitiative von der nicht gewinnorientierten Lightcycle Retourlogistik & Service GmbH, dem bundesweiten Rücknahmesystem für Altlampen und Leuchten. „Vor allem jungen  Menschen möchten wir begreifbar machen, welche Schätze in ausgedienten Elektrogeräten schlummern und wie entscheidend ihr eigenes Konsumverhalten die Zukunft unserer Erde prägt“, sagt Stephan Riemann, Geschäftsführer von Lightcycle.

Durchgeführt wird die Bildungsinitiative vom i!bk Institut für innovative Bildungskonzepte aus München. Das i!bk initiiert, konzeptioniert und organisiert erlebnis- und handlungsorientierte Unterrichtsmodule und Bildungsveranstaltungen nach dem Prinzip „Begeistern statt Belehren“. Als Schnittstelle für Akteure aus Bildung, Politik und Wirtschaft vernetzt das i!bk die passenden Partner und setzt die Konzepte gemeinsam erfolgreich in die Tat um.

Quelle: i!bk Institut für innovative Bildungskonzepte GmbH