Reifenseitenwandschneider von BCA Industries erweitert Möglichkeiten der Reifenverarbeitung

Die Maschine schneidet beide Seitenwände, einschließlich des Wulstbereichs, vom Reifen ab, bevor der verbleibende Laufstreifen den Zerkleinerer erreicht. Reifenrecyclern wird eine Alternative zur Investition in eine große Zerkleinerungsanlage geboten.

Für Reifenrecycler, die ausreichende Mengen verarbeiten, kann die Investition in einen großen Zerkleinerer mit hohem Drehmoment sinnvoll sein. Manche Betriebe verarbeiten jedoch nicht genügend Reifen, um eine Investition dieser Größenordnung zu rechtfertigen. Selbst Betriebe, die bereits über kleinere oder mittelgroße Zerkleinerer verfügen, können dennoch auf Probleme stoßen, wenn größere Lkw- und OTR (Off-the-Road)-Reifen von Bau- und Landwirtschaftsmaschinen mit massiven Verstärkungskomponenten verarbeitet werden müssen.

Eines dieser Bauteile ist der Wulstkern. Der Wulst ist der verstärkte Ring um den Innendurchmesser des Reifens, der ihn an der Felge festhält. In den Gummi sind Bündel aus hochfestem Stahldraht eingebettet. Im normalen Betrieb ist dieser Stahl unverzichtbar, da er den Reifen sicher auf der Felge hält. Am Ende der Nutzungsdauer muss dieser extrem feste Stahl beim Recycling jedoch durchtrennt werden. Und das wiederholte Durchtrennen der Stahldrähte im Wulstkern mit einem Zerkleinerer ist nicht unbedingt wünschenswert.

Bei größeren Reifen wird häufig angenommen, dass die Lösung einfach in einem leistungsstärkeren Zerkleinerer liegt: ein größeres Schneidwerk, mehr Leistung, mehr Drehmoment. Das kann zwar funktionieren, doch wenn ein ganzer Reifen durch einen Zerkleinerer läuft, muss dieser alles in diesem Reifen verarbeiten, einschließlich des Reifenwulstes. Bei größeren Lkw- und OTR-Reifen kann der Wulstkern einen sehr hohen Anteil an hochfestem Stahl mit einer Stärke von etwa 16 bis 19 Millimetern (5/8 bis 3/4 Zoll) enthalten.

„Die Frage ist nicht, ob ein ausreichend großer Zerkleinerer dieses Material durchtrennen kann – das kann er. Die Frage ist, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, die Schneidmesser wiederholt durch dieses Material zu zwingen, wenn der Wulst doch zuerst entfernt werden kann“, gibt John Neuens von BCA Industries, einem US-Hersteller von industriellen Zerkleinerungs- und Recyclinganlagen, zu bedenken. Und das ist die Grundidee hinter dem SWC100 Reifenseitenwandschneider von BCA Industries: Die Maschine schneidet beide Seitenwände, einschließlich des Wulstbereichs, vom Reifen ab, bevor der verbleibende Laufstreifen den Zerkleinerer erreicht. Ein neu eingeführter Reifenstreifenschneider-Aufsatz ermöglicht es den Bedienern dann, den verbleibenden Laufstreifen in kleinere Abschnitte zu zerschneiden – zum Zerkleinern, Transportieren oder Entsorgen.

So funktioniert der SWC100

Der SWC100 ist eine vollhydraulische Maschine mit automatischer Reifenhebevorrichtung. Anstatt einen großen Reifen mühsam von Hand in Position zu bringen, hebt die Hebevorrichtung ihn in die Maschine, wo beide Seitenwände im selben Ladezyklus abgeschnitten werden. Dadurch entfällt das Abschneiden einer Seitenwand, das Wenden des Reifens und das anschließende Abschneiden der anderen Seite.

Der Reifenstreifenschneider wird direkt am SWC100 angeschraubt und in das vorhandene Hydrauliksystem und die Steuerungsanlage der Maschine eingebunden (Foto: BCA Industries)

BCA bietet den SWC100 sowohl als mobiles, benzinbetriebenes Modell als auch als stationäres, elektrisches Modell an. Der Reifenstreifenschneider wird direkt an beide Versionen angeschraubt und in das vorhandene Hydraulik- und Steuerungssystem der Maschine eingebunden. Er kann zusammen mit der Maschine bestellt oder später von einem bestehenden Kunden nachgerüstet werden. Der Hersteller schätzt, dass der SWC100 etwa alle 35 Sekunden einen Reifen verarbeiten kann, wobei der Einsatzbereich von Pkw-Reifen ab einer Größe von etwa 430 Millimetern (17 Zoll) bis hin zu Schwerlast-Lkw-Reifen mit bis zu etwa 1.120 Millmetern (44 Zoll) reicht.

Nach dem Entfernen der Seitenwände befördert der Bediener den verbleibenden Laufstreifen zum Reifenstreifenschneider. Der Reifenstreifenschneider wird am vorhandenen SWC100-Rahmen verschraubt und nutzt das vorhandene Hydrauliksystem und das Steuerungssystem der Maschine. Der Reifenstreifenschneider verfügt über ein spezielles sägeartiges Schneidsystem; beide Sätze von Schneidkomponenten können geschärft werden, während sie noch an der Maschine montiert sind. Für die Sicherheit sorgt eine Zweihandbedienung, sodass der Reifenstreifenschneider nur dann in Betrieb ist, wenn sich beide Hände des Bedieners in der vorgeschriebenen Druckposition befinden.

Der Reifenstreifenschneider verfügt über ein spezielles sägeartiges Schneidsystem (Foto: BCA Industries)

„Wenn der Laufstreifen zur Endverarbeitung an einen anderen Ort transportiert wird, wird er durch einen einzigen Schnitt geöffnet, damit er flacher liegt und sich effizienter stapeln lässt. Oder er kann mehrfach auf die gewünschte Endgröße zugeschnitten werden“, erklärt Neuens. Die von den Laufstreifen getrennten Seitenwände können als separater Materialstrom weiterverarbeitet werden. Zur Nachbehandlung der Laufstreifen ist der mobile Zweiwellenzerkleinerer PD1000 von BCA Industries erhältlich. Mit dem Modell PD1000 IO hat der US-Hersteller den Prozess um die Materialförderung erweitert. Für Betriebe, die Pkw-, Lkw- und Super-Single-Reifen verarbeiten, bietet der PD2000 eine Lösung für die Aufbereitung von Ganzreifen zu Ersatzbrennstoff.

Quelle: BCA Industries

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