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TTC 2026: AZuR macht die Zukunft der Reifen-Kreislaufwirtschaft erlebbar

Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) zieht eine durchweg positive Bilanz der Fachmesse The Tire Cologne (TTC) 2026. Mit 19 Netzwerkpartnern präsentierte das europaweite Netzwerk die gesamte Bandbreite der nachhaltigen Reifen-Kreislaufwirtschaft.

Der AZuR-Gemeinschaftsstand in Halle 7.1 entwickelte sich zu einem wichtigen Treffpunkt der internationalen Leitmesse. Zu den Höhepunkten zählten der Besuch von NRW-Umweltminister Oliver Krischer im Rahmen des Rundgangs „NRW – Leuchtturm der Reifen-Kreislaufwirtschaft“, ein viel beachtetes AZuR-Meeting zur Zukunftssicherung der Runderneuerung und die Preisverleihung des Startup-Wettbewerbs „Loop The Tyre 2026“.

Kreislaufwirtschaft to go

Beim Betreten des AZuR-Stands konnten Gäste Reifen-Kreislaufwirtschaft hautnah erleben. Die Fläche war mit elastischen, angenehm begehbaren Bodenplatten aus Reifen-Gummigranulat von AZuR-Partner MRH Mülsen ausgelegt. Der robuste Boden zeigte anschaulich, wie aus Reifen hochwertige Produkte mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten entstehen können.

Das innovative Standkonzept mit 19 Partnern entlang der gesamten Reifen-Wertschöpfungskette wurde von Besuchenden und Ausstellenden gleichermaßen gelobt. Gleichzeitig konnte AZuR sein internationales Netzwerk weiter ausbauen und neue Partner aus der Deutschland, Belgien und den Niederlanden für die gemeinsame Arbeit an einer nachhaltigen Reifen-Kreislaufwirtschaft gewinnen.

„Die TTC hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Interesse an einer funktionierenden Reifen-Kreislaufwirtschaft inzwischen ist. Besonders gefreut hat uns die außergewöhnlich positive Atmosphäre auf unserem Gemeinschaftsstand. Unsere Partner verstehen sich als gleichberechtigte Mitgestalter eines gemeinsamen Ziels und als Partner einer starken Allianz für die Zukunft“, stellte Anna-Maria Guth, AZuR Netzwerk-Koordinatorin fest.

„The Tire Cologne und insbesondere der AZuR-Stand waren auch dieses Jahr wieder ein perfekter Treffpunkt für die gesamte Branche. Das AZuR-Team hat tolle Arbeit geleistet, damit sich alle wohl fühlen konnten. An den zahllosen Gesprächen zwischen Kollegen, Partnern, Kunden und Interessierten konnte man eindrücklich die Relevanz des Netzwerks erkennen – ein Netzwerk, das verbindet“, beobachtete Stephan Rau, Schirmherr von AZuR.

Besuchende aus zahlreichen europäischen Ländern nutzten am AZuR-Stand die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen, Innovationen und Zukunftsperspektiven der Circular Economy. Zeitweise war der Andrang so groß, dass selbst die Vorräte an Speisen und Getränken erschöpft waren – der ausgezeichneten Stimmung unter Partnern und Gästen tat dies jedoch keinen Abbruch.

NRW als Leuchtturm der Reifen-Kreislaufwirtschaft

Ein Höhepunkt der Messe war der Besuch von NRW-Umweltminister Oliver Krischer am 9. Juni im Rahmen des Rundgangs „NRW – Leuchtturm der Reifen-Kreislaufwirtschaft“. Gemeinsam mit der Messegeschäftsführung informierte sich der Minister über innovative Lösungen entlang der gesamten Reifen-Wertschöpfungskette – von Digitalisierung und nachhaltigen Materialien über Runderneuerung bis hin zu mechanischer und chemischer Verwertung.

Foto: AZuR-Netzwerk

Im anschließenden Bühnenprogramm wurde deutlich, warum Nordrhein-Westfalen heute zu den führenden Regionen der europäischen Reifen-Kreislaufwirtschaft zählt. Mehr als 60 Unternehmen, zahlreiche Forschungseinrichtungen und innovative Pionierprojekte treiben die Transformation von der linearen zur zirkulären Wirtschaft voran.

Im Zukunftssegment „NRW 2030 – Roadmap der Reifen-Kreislaufwirtschaft“ präsentierten Peter Lüdorf (Detection X GmbH), Nhu Quynh Vu und Sebastian Schmitt (TH Köln) sowie Dennis Cigalo (Solid Plant GmbH) wegweisende Lösungen für automatisierte Altreifensortierung, wissenschaftliche Kreislaufwirtschaftsforschung und biobasierte Rohstoffe für die Reifenindustrie.

Runderneuerung braucht Zukunft

Großen Zuspruch fand das AZuR-Runderneuerungsmeeting am 10. Juni. Rund 40 Vertreter aus Industrie, Runderneuerung, Materialherstellung und Verbänden diskutierten unter dem Motto „Runderneuerung braucht Zukunft!“ über die Perspektiven der seit über 100 Jahren bewährten Technologie. Im Mittelpunkt standen aktuelle Marktdaten, die positiven Ergebnisse der Fraunhofer-Ökobilanz sowie die wirtschaftlichen Vorteile für Flottenbetreiber. Intensiv diskutiert wurden regulatorische Hemmnisse wie das fehlende EU-Reifenlabel für runderneuerte Reifen und die unzureichende Berücksichtigung der Runderneuerung in der öffentlichen Beschaffung.

Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ergebnisse einer AZuR-Umfrage zur Zukunft der Runderneuerung. Trotz kritischen Marktumfelds sieht ein Großteil der Befragten in der Runderneuerung erhebliche Potenziale für Ressourcenschonung, Klimaschutz und wirtschaftliches Flottenmanagement.

Als wichtigste Treiber wurden die niedrigeren Gesamtkosten (52 Prozent), die hohe Karkassenqualität (43 Prozent) sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Runderneuerern und Flottenbetreibern (45 Prozent) genannt. Als größte Hürde gilt mit 93 Prozent der massive Preisdruck durch günstige Neureifenimporte. Einigkeit bestand darüber, dass die Runderneuerung einen unverzichtbaren Beitrag zu Ressourcenschonung, CO₂-Reduktion und europäischer Rohstoffsouveränität leisten kann und deshalb auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene stärker unterstützt werden muss.

Dr. Christoph Vondenhoff (Michelin) bedankte sich „beim ganzen AZUR-Team ganz herzlich für Einsatz und Unterstützung. „Das Thema Runderneuerung haben Sie super positioniert und ich hoffe, dass die Gespräche und der Austausch, den wir hatten, unsere Mission weiter befeuert.“

Talente und Innovationen für die Circular Economy

Den Abschluss der Messe bildete die Preisverleihung des Startup-Wettbewerbs „Loop The Tyre 2026“. Neben Preisgeldern in Höhe von insgesamt 6.000 Euro erhielten die drei Erstplatzierten eine kostenfreie zweijährige Partnerschaft im AZuR-Netzwerk – dem Sprungbrett für Talente und Innovationen der Reifen- und Recyclingbranche.

Den ersten Platz belegte das Startup Machine-Vision.io aus Reutlingen. Das Unternehmen hat ein innovatives System zur automatisierten, präzisen und wirtschaftlichen Bewertung von Altreifen entwickelt. Die Lösung kombiniert optische Qualitätssicherung, intelligente Sortierung und digitale Vermarktung und schafft damit neue Effizienzpotenziale für Entsorgungs- und Recyclingunternehmen.

Platz zwei ging an Sustainable Rubber Solutions (SRS) aus den Niederlanden. Mit dem patentierten funktionalisierten Mikrongummipulver „CoVulc“ ermöglicht das Unternehmen die hochwertige Rückführung von Altreifengummi in neue Gummimischungen. Die Technologie eröffnet neue Perspektiven für echtes Materialrecycling und die Substitution von Primärrohstoffen.

Den dritten Platz belegte das österreichische Forschungsprojekt ReTyre. Das Team entwickelt einen kontinuierlichen Devulkanisationsprozess, der die Rückführung von post-consumer Reifengummi in neue Reifen ermöglichen soll. Ziel ist ein industriell skalierbares Reifen-zu-Reifen-Recycling ohne Verlust der mechanischen Eigenschaften.

Gemeinsam engagiert für eine zirkuläre Zukunft

Die große Resonanz auf der TTC 2026 bestätigt die wachsende Bedeutung der Reifen-Kreislaufwirtschaft für Klimaschutz, Ressourcensicherung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Mit inzwischen über 90 Partnern aus Deutschland und Europa entwickelt AZuR die Reifen-Kreislaufwirtschaft kontinuierlich weiter und schafft zugleich eine Blaupause für die Umsetzung zirkulären Wirtschaftens in anderen Branchen und Stoffströmen.

„Die Messe hat gezeigt, dass die Zukunft der Reifenbranche zirkulär ist. Die Lösungen sind vorhanden, die Innovationskraft ist enorm und das Interesse wächst europaweit. Jetzt gilt es, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass Circular Economy ihr volles Potenzial entfalten kann“, fasst Anna-Maria Guth zusammen.

Quelle: Allianz Zukunft Reifen (AZuR)

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