Anzeige

Deutsche Kautschukindustrie für Stärkung des Reifenrecyclings

Die deutsche Kautschukindustrie hat sich für eine Stärkung des Reifenrecyclings ausgesprochen. „Obwohl die Kreislaufwirtschaft in diesem Bereich eine Erfolgsgeschichte ist, liegt noch viel Potenzial brach, das gehoben werden muss“, erläutert der Technische Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk), Stephan Rau, in Frankfurt am Main.

Rau verweist auf die gewaltigen Dimensionen: Im vergangenen Jahr seien in Deutschland insgesamt 533.000 Tonnen Altreifen angefallen, von denen fast 70 Prozent in Form von Weiterverwendung, Runderneuerung und stofflicher Verwertung im Kreislauf gehalten wurden: „Mit fast 200 000 Tonnen werden mehr als zwei Drittel zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet. Diese Erzeugnisse sind ein wichtiger Sekundärrohstoff, aus dem viele Produkte nachhaltig hergestellt werden.“

Ihr Erfolg könne aber noch größer sein, wenn bei der Bewertung der korrekte Ansatz verfolgt würde: „Ein Risikoansatz bei der Bewertung der chemischen Inhaltsstoffe dieser Recyclingprodukte ist dringend erforderlich, um ihren Markterfolg zu sichern, denn nur was rauskommt ist auch gefährlich – der Löwe im Käfig ist es nicht. Das bestätigt jetzt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Wir brauchen verbindliche Grenzwerte, die über eine Migrationsanalyse bewertet werden müssen, also basierend auf der Bioverfügbarkeit von Stoffen.“

Außerdem fordert der wdk mehr politische Anstrengungen, um die Stoffströme im Reifenbereich komplett zu monitoren. „Es gibt einen gewissen Anteil an Altreifen, die nicht in Deutschland oder Europa verwertet werden. Diese gehen daher den deutschen Recyclern verloren und mit ihnen die daraus herstellbaren Sekundärrohstoffe,“ erklärt Reifenexperte Rau. Daher sei eine vollständige Erfassung aller Altreifen dringend geboten.

Bei den Mitgliedsunternehmen des wdk wird das Reifenrecycling klar unterstützt. Der Verband ist Schirmherr der „Allianz Zukunft Reifen“ (AZuR), dem Netzwerk für eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa. Darin haben sich fast 100 Partner aus Industrie, Handel und Wissenschaft zusammengeschlossen, die gemeinsam alle Segmente der Reifen-Kreislaufwirtschaft abdecken.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt über 200 Unternehmen mit knapp 70.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von mehr als zehn Milliarden Euro.

Quelle: wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V.

KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Schlagzeilen

Anzeige

Fachmagazin EU-Recycling

Translation