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6. AZuR-Partnertreffen in Österreich: Mut machen, Veränderungen anpacken, Chancen wahrnehmen

Am 26. und 27. Februar 2026 trafen sich über 70 Teilnehmende aus Industrie, KMU, Handel, Politik und Wissenschaft zum sechsten AZuR-Partnertreffen in Oberösterreich. Gastgeber KIAS Recycling GmbH betreibt die einzige Altreifenrecycling-Anlage Österreichs.

Auf der Agenda im Veranstaltungszentrum „Alte Fabrik“ standen spannende Fachvorträge, Workshops, eine exklusive Werksführung und der lebhafte Austausch von Akteuren aus allen Segmenten der europäischen Reifen-/Recyclingbranche. Im Fokus: die Entwicklung zukunftsweisender Lösungen, Verfahren und Projekte zur weiteren Optimierung von Runderneuerung, mechanischer und chemischer Verwertung.

AZuR-Netzwerk-Koordinatorin Christina Guth freute sich über das „persönliche Engagement der Partner aus ganz Europa, frische Impulse aus Fachvorträgen und lebhafte Diskussionen, aus denen spannende Ideen für den zukunftsweisenden Ausbau der Reifen-Kreislaufwirtschaft resultierten. Mein besonderer Dank gilt dem Team von KIAS-Recycling, ohne dessen tolle Vorbereitung und Organisation wir eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht hätten durchführen können.“

Bereits das Vorabend-Get-together am 26. Februar im stilvollen Ambiente der „Alten Fabrik“ setzte den Ton für eineinhalb intensive Tage: Beim Sektempfang, Dinner und Live-Musik nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vertiefung bestehender Kontakte.

Neue Ideen und Impulse für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft

Foto: AZuR-Netzwerk

Nach der offiziellen Begrüßung durch Christian Zirgoi (KIAS Recycling), Stephan Rau (wdk) und Christina Guth (AZuR) eröffnete Prof. Holger Hoppe (TH Ingolstadt) das Fachprogramm mit einem interaktiven Vortrag zur Zukunft der Kreislaufwirtschaft. Unter dem Leitgedanken des Mottos zeigte er auf, wie innovative Geschäftsmodelle, regulatorische Weichenstellungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit die Transformation beschleunigen können.

Im anschließenden AZuR-Netzwerkblock, moderiert von Netzwerk-Koordinatorin Anna-Maria Guth, wurden zentrale Aktivitäten des vergangenen Jahres reflektiert – von politischen Dialogen auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene über wissenschaftliche Kooperationen bis hin zu Messeauftritten und internationalen Austauschformaten. Zu den aktuellen Highlights zählen unter anderem der „Runde Tisch NRW“ sowie die Präsenz auf der Messe K. Gleichzeitig wurden Herausforderungen offen benannt, etwa fehlende Altreifenmengen im Markt und die Notwendigkeit, dem Thema Kreislaufwirtschaft dauerhaft politische Aufmerksamkeit zu sichern.

AZuR-Projektgruppen präsentieren konkrete Lösungen

Einen Schwerpunkt des Partnertreffens bildete die Vorstellung der drei AZuR-Projektgruppen Runderneuerung, mechanisches Recycling und chemisches Recycling. Die Projektgruppen präsentierten ihre Highlights, Herausforderungen und Aktivitäten für 2026.

Die Runderneuerung setzt verstärkt auf politische Lobbyarbeit auf Landesebene sowie auf Sichtbarkeit bei Leitmessen wie Tje Tire Cologne und der IAA Transportation. Im Bereich mechanisches Recycling stehen kommunale Ausschreibungen, Fachkongresse und Kooperationen im Fokus. Das chemische Recycling arbeitet an der Finalisierung von Masterbatch-Projekten, konkreten Produkteinsätzen sowie an Aufklärungsarbeit zur Abgrenzung von Pyrolyse und Verbrennung.

Exklusive Einblicke hinter die Kulissen von KIAS Recycling

Foto: AZuR-Netzwerk

Ein besonderes Highlight war die beeindruckende Werksbesichtigung der hochmodernen Anlagen von KIAS Recycling. In Gruppen erhielten die AZuR-Partner praxisnahe Einblicke in moderne Prozesse des Altreifenrecyclings – von der Annahme über die Aufbereitung bis zur hochwertigen Verwertung der gewonnenen Sekundärrohstoffe. Die professionell organisierte Besichtigung unterstrich eindrucksvoll, wie essenziell zertifizierte Entsorgungs- und Recyclingstrukturen für das Gelingen einer funktionierenden Reifen-Kreislaufwirtschaft sind.

Workshops: Chancen nutzen, Hindernisse abbauen, ins Handeln kommen

Am Nachmittag stand die aktive Mitarbeit aller Teilnehmenden im Mittelpunkt. In neun Workshop-Gruppen wurden drei zentrale Leitfragen zur Reifen-Kreislaufwirtschaft bearbeitet:

1. Die größten Chancen: Digitaler Produktpass, Kreislaufwirtschaftsstrategie, Verordnungen (End-of-Life Vehicles, Abfallverbringung)

2. Die größten Hindernisse: Berichtspflichten, Bürokratie, wirtschaftliche Situation

3. Was können wir morgen tun: Reifen-Erfassung, Qualitätsstandards, „Recycling Influencer“ werden

Die Ergebnisse wurden in kurzen, prägnanten Präsentationen im Plenum vorgestellt. Deutlich wurde: Die Branche ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – fordert aber zugleich verlässliche politische Rahmenbedingungen und praktikable regulatorische Lösungen.

Gemeinsam stark für 100 Prozent Kreislaufwirtschaft

Foto: AZuR-Netzwerk

Das sechste AZuR-Partnertreffen hat gezeigt, dass die Allianz Zukunft Reifen als interdisziplinäres Netzwerk aus Industrie, Handel und Wissenschaft entscheidende Impulse für eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft setzt.

Reparatur, Nachprofilierung, Runderneuerung sowie mechanische und chemische Verwertung sind keine isolierten Einzellösungen, sondern Bausteine einer ganzheitlichen Circular Economy. Ziel bleibt es, möglichst 100 Prozent der Reifen im Kreislauf zu halten, Abfälle und CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren und wertvolle Rohstoffe langfristig zu sichern.

Mit viel Rückenwind aus Oberösterreich, klar definierten Projekten und einer engagierten Partnerschaft geht AZuR gestärkt in das Jahr 2026 – entschlossen, Veränderungen aktiv anzupacken und die Chancen der Kreislaufwirtschaft konsequent zu nutzen.

Frische Impulse durch vier AZuR-Neupartner

Dazu tragen auch die jüngsten AZuR-Neupartner bei: Matteco, Granuband B.V., GATA Prolysis und InnoZent OWL e.V.

Die Matteco GmbH entwickelt innovative Materialien und Produkte auf Basis von Recyclingrohstoffen. Im Fokus stehen nachhaltige Lösungen für Bau, Infrastruktur und industrielle Anwendungen. Durch ihre Expertise in der hochwertigen Weiterverarbeitung von Sekundärmaterialien erweitert Matteco die Wertschöpfungskette der Reifen-Kreislaufwirtschaft innerhalb des AZuR-Netzwerks.

Die Granuband B.V. aus den Niederlanden ist spezialisiert auf die Verarbeitung von Altreifen zu hochwertigen Gummigranulaten und -pulvern. Das Unternehmen beliefert internationale Märkte mit nachhaltigen Sekundärrohstoffen für Anwendungen in Sport, Infrastruktur und Industrie. Als AZuR-Partner bringt Granuband langjährige Erfahrung im mechanischen Recycling und internationale Perspektiven in die Allianz ein.

Die GATA Prolysis GmbH entwickelt innovative Lösungen im Bereich der chemischen Verwertung von Altreifen, insbesondere durch moderne Pyrolyseverfahren. Ziel ist es, hochwertige Sekundärrohstoffe wie Pyrolyseöl, Rezyklat-Ruß und Stahl ressourcenschonend zurückzugewinnen. Mit ihrem technologieorientierten Ansatz stärkt Prolysis die Weiterentwicklung des chemischen Recyclings im AZuR-Netzwerk.

InnoZent OWL e.V. ist ein innovationsstarkes Netzwerk aus Ostwestfalen-Lippe, das Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups branchenübergreifend zusammenbringt. Ziel ist es, Innovationsprozesse zu beschleunigen und Technologietransfer aktiv zu gestalten. Als AZuR-Neupartner bringt InnoZent OWL wertvolle Impulse für die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis in der Reifen-Kreislaufwirtschaft ein.

Quelle: AZuR-Netzwerk

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