Dansk Retursystem nimmt Sortieranlage für Getränkeverpackungen in Betrieb

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Von links: Lars Krejberg, CEO Dansk Retursystem, Kronprinz Frederik von Dänemark, Bürgermeister Michael Ziegler, Umweltministerin Lea Wermelin und Thomas Dalsgaard, Vorstand Dansk Retursystem (Foto: Stadler Anlagenbau GmbH)

Entwickelt und gebaut wurde die neue Anlage in Taastrup, Dänemark von Stadler Anlagenbau GmbH. Die vollständige Übergabe ist nach Abschluss der einmonatigen Testphase für Ende April vorgesehen.

Am 10. März 2020 lud Lars Krejberg Petersen, Chief Executive Officer von Dansk Retursystem, zur Einweihungsfeier ein. Ehrengäste waren Kronprinz Frederik von Dänemark und Umweltministerin Lea Wermelin.

Die Anlage wird PET-Flaschen und Aluminiumdosen, die über das landesweite Rückgabesystem gesammelt werden, jeweils zu Ballen verdichten und dem Recycling zuführen. Bei einer Kapazität von 110 Kubikmetern pro Stunde dürfte die Anlage im 16-Stunden-Betrieb in zwei Schichten pro Tag an 300 Tagen im Jahr rund 55 Prozent der im Land gesammelten Aluminiumdosen und PET-Flaschen verarbeiten, was über 25.000 Tonnen Material pro Jahr entspricht.

Dansk Retursystem ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich im Besitz mehrerer dänischer Brauereien befindet und den Vorgaben des dänischen Umweltschutzgesetzes unterliegt. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen betreibt das dänische Pfand- und Rückgabesystem für Getränkeflaschen und -dosen mit dem Ziel, möglichst viel Material zu recyceln. Alle Gewinne würden in das Unternehmen reinvestiert, um das System zu verbessern und sicherzustellen, dass die hohe Rückgaberate stabil bleibt oder sogar noch gesteigert wird. Die dänische Umweltschutzbehörde überwacht die Aktivitäten von Dansk Retursystem und überprüft in Abständen dessen Arbeit zwecks Erneuerung der Exklusivrechte zum Betreiben des dänischen Pfand- und Rückgabesystems.

Bild: Stadler Anlagenbau GmbH

Dansk Retursystem stellt sich als exzellentes Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand dar. Das Geschäftsmodell des Unternehmens ermöglicht eine Kreislaufwirtschaft, die alle Bereiche einschließt, heißt es dazu: Hersteller von Getränkeverpackungen, Brauereien, Einzelhandelsbetriebe, Verbraucher, Transportunternehmen und Sortier- und Recyclingunternehmen. Dansk Retursystem sammelt den Angaben nach Flaschen und Dosen aus Rückgabeautomaten in 3000 über das ganze Land verteilten Geschäften, bei Einzelhändlern, Geschäften, Büros, Cafés und Restaurants oder über die Pfandstationen in zwölf Städten. Glasflaschen, Plastikflaschen, Aluminiumdosen: Sortiert und zu neuen Verpackungen recycelt werde das gesamte gesammelte Material. Das  „extrem effiziente System“ bewirke, dass neun von zehn Pfandflaschen zurückgegeben und recycelt werden. Die Materialverluste seien dabei äußerst gering, versichert Dansk Retursystem.

Engagierter und professioneller Komplettanbieter

Mit Stadler Anlagenbau fand das Unternehmen laut CEO Lars Krejberg Petersen einen „engagierten und professionellen Komplettanbieter, der eine End-to-End-Lösung für die Materialströme anbieten kann. Und auch bei den weichen Faktoren hat Stadler sehr gut abgeschnitten.“

Nachdem Stadler in einem Ausschreibeverfahren den Zuschlag erhalten hatte, konzipierte das Unternehmen die Anlage und begann im November 2019 mit der Montage. Die Anlage trennt mithilfe von Magneten Aluminium von eisenhaltigem Material und setzt Nahinfrarot (NIR)-Geräte zum Sortieren der PET-Flaschen ein. Im Rahmen des Prozesses werden außerdem abgelöste Etiketten entfernt. Am Ende der Sortierlinie verdichten Pressen auf der einen Ausgabelinie die Aluminiumdosen und auf der anderen die PET-Flaschen zu Ballen. Das Projekt stellte Stadler aufgrund des hohen Automatisierungsgrades und der erforderlichen Flexibilität der Anlage vor besondere Herausforderungen. Hier war Einfallsreichtum zur Entwicklung einer maßgeschneiderten Lösung gefragt.

Foto: Stadler Anlagenbau GmbH

Projektleiter Armin Winand: „Es handelt sich hier um eine voll-automatisierte Sortieranlage mit hohem Durchsatz. Aus diesem Grund setzten wir auf extragroße Zwischenbunker an verschiedenen Prozessabschnitten mit bis zu 240 Kubikmeter Kapazität und einer ähnlich groß dimensionierten Bunker-Förderanlage von 20 Metern in der Länge, vier Metern in der Breite und vier Metern in der Höhe. Die größte, die Stadler je konstruiert und gebaut hat. Am Ende des Prozesses werden die Ballen mit den Aluminium- und PET-Flaschen automatisch in den Lagerbereich transportiert.“

Effizienteres Recycling von Dosen und Flaschen

„Die Anlage besticht außerdem durch ihre extreme Flexibilität, die es dem Kunden ermöglicht, je nach Anforderung zwischen unterschiedliche Betriebsarten zu wählen“, ergänzt Urban Konzic aus dem Vertriebsteam. „Auch der Entladevorgang des ankommenden Materials ist automatisiert. Das System signalisiert dabei den Lkw-Fahrern, in welchen der fünf Bunker sie entladen sollen.“

Dies ist Stadlers erstes Projekt für Dansk Retursystem und der Auftraggeber zeigt sich von der Planung und Ausführung des Projektes beeindruckt. „Die Recycling-Erfahrung von Dansk Retursystem in Kombination mit Stadlers umfangreicher Expertise im Anlagenbau ergibt eine vollautomatisierte und technisch hoch entwickelte Anlage, die noch effizienteres Recycling von Dosen und Flaschen ermöglicht. Hiervon profitieren Umwelt und Klima“, fasst Lars Krejberg Petersen abschließend zusammen.

Quelle: Stadler Anlagenbau GmbH

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