Rohstoffstrategie der Bundesregierung setzt Zeichen, meint das FEhS

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Recyclingbaustoffe (Foto: O. Kürth)

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V., eine der führenden Einrichtungen in Deutschland für Eisen- und Metallhüttenschlacken, begrüßt die Rohstoffstrategie der Bundesregierung. Sie stellt unter anderem die Substitution von Primär- durch Sekundärrohstoffe, deren Verwendung bundeseinheitlich geregelt werden soll, und die Intensivierung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt.

Schlacken, die bei der Herstellung von Roheisen, Stahl und Nichteisenmetallen wie Kupfer entstehen, sind als industrielle Nebenprodukte für die Herstellung von hochwertigen und umweltverträglichen Produkten seit langem im Markt begehrt. Ihr Einsatz hat in den vergangenen sieben Jahrzehnten den Abbau von über eine Milliarde Tonnen Naturgestein vermieden. Die nach 2010 zweite Rohstoffstrategie der Bundesregierung umfasst 17 Maßnahmen für eine sichere, verantwortungsvolle und nachhaltige Rohstoffversorgung.

„Angesichts des dramatischen Anstiegs beim Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Sand und Naturstein sowie der Möglichkeit, Sekundärrohstoffe als gleichwertigen Ersatz für die Herstellung von Zement, Beton, Straßenbaustoffen und Düngemitteln zu verwenden, stellt die Rohstoffstrategie der Bundesregierung die richtigen Weichen für eine zukunftsorientierte Wirtschaft“, betont Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts. Dazu gehörten auch Maßnahmen wie die Zusammenarbeit mit der EU-Kommission und die Einrichtung eines „Runden Tisches“, bei denen Änderungen der politischen Rahmenbedingungen erörtert werden müssten.

Begriffe schärfen

Zu den Forderungen zählt im Rahmen der geplanten Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die flächendeckende Zulassung und – soweit wirtschaftlich verfügbar – auch die bedingte Bevorzugung von Sekundärbaustoffen bei öffentlichen Ausschreibungen, die teilweise immer noch explizit Natursteine bevorzugen. In diesem Zusammenhang sollten aus Sicht des FEhS-Instituts auch die Begriffe geschärft werden: Da industrielle Nebenprodukte nicht als Rezyklate definiert werden, sollte in Ausschreibungen anstelle von „Recyclingbaustoffen“ treffender von „Sekundärbaustoffen“ die Rede sein.

In Deutschland entstehen jährlich rund 15 Millionen Tonnen Eisen- und Metallhüttenschlacken. Mehr als 90 Prozent dieser den magmatischen Steinen ähnelnden Mineralstoffe können zu Produkten verarbeitet werden und sind damit ein herausragendes Beispiel für die Wertschöpfung bei industriellen Prozessen. Sie tragen zudem zur Versorgungssicherheit mit einheimischen Rohstoffen bei und machen Deutschland unabhängiger von Importen.

Quelle: FEhS-Institut

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