Altpapierbranche geht gestärkt aus China-Krise hervor

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Foto: O. Kürth

Die Folgen aus den Importrestriktionen der Volksrepublik China für Altpapier haben die Branche stark beschäftigt und standen weit oben auf der Agenda der Recyclingwirtschaft. Das erklärte bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachverbandes Papierrecycling, Werner Steingaß, in seiner Eröffnungsrede zum 22. Internationalen Altpapiertag vor 525 Teilnehmern in Düsseldorf. 

Werner Steingaß (Foto: bvse)

Werner Steingaß: „Die Auswirkungen beeinflussen unsere Märkte nach wie vor. Bis zum Jahr 2017 importierte China rund 30 Millionen Tonnen Altpapier pro Jahr, also die doppelte der in Deutschland anfallenden Menge, aus aller Welt. In der Folge des faktischen Importstopps schmolz diese Importmenge mittlerweile auf ca. sieben Millionen Tonnen, also auf weniger als ein Viertel. Die verschärfte Import-Politik Chinas führt dazu, dass die dortige Papierindustrie den eigentlich dringend benötigten Rohstoff Altpapier seither nicht in der erforderlichen Menge erhält. Die Papierfabriken mussten ihre Produktion drastisch zurückfahren, während die produzierende Industrie in China dringend Verpackungen aus Papier benötigt und mittlerweile vermehrt Fertigware importiert. Es ist nicht zu erkennen, dass sich hieran etwas ändert, im Gegenteil, die Importlizenzen werden weiter reduziert.“

Die Papiermaschinen in Chinas Anrainerstaaten laufen derweil auf Hochtouren. Chinesische Papierproduzenten bauen zudem außerhalb Chinas neue Werke.

Für Europa, als Nettoexporteur von ca. 8 Mio. Tonnen Altpapier, die bis zum Inkrafttreten der chinesischen Restriktionen zu einem großen Anteil nach China flossen, haben die neuen Gegebenheiten in China natürlich gleichwohl starke Auswirkungen.

Europa versinke jedoch nicht im Altpapier, betonte der bvse Vizepräsident, denn die Branche habe gelernt mit schwierigen Situationen umzugehen.

Werner Steingaß ist sich daher sicher: „Die Entsorgungs -und Recyclingbranche in Europa und insbesondere in Deutschland wird aus der Krise, die durch die chinesischen Importrestriktionen verursacht wurde, in ein bis zwei Jahren deutlich gestärkt hervorgehen.“

Quelle: bvse

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