Broschüre über die Möglichkeiten, den Rohstoffverbrauch zu senken

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Screenshot DNR-Broschüre „Rohstoffpolitik 2.0“ (Bildquelle: Deutscher Naturschutzring)

Die Grundlage allen Lebens und Wirtschaftens bilden Rohstoffe, wenngleich der Zusammenhang unter dem Eindruck einer fortschreitenden Digitalisierung zunehmend verblasst. Eine dematerialisierte, also entstofflichte Wirtschaft ist zurzeit eine Vision. Denn der gegenwärtige deutsche Rohstoffverbrauch von rund 16,2 Tonnen pro Person und Jahr ist deutlich zu hoch.

Die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) geht sogar davon aus, dass sich der globale Rohstoffverbrauch bis zum Jahr 2060 verdoppelt. Die gegenwärtige Nutzung der natürlichen Ressourcen übersteigt die Regenerationsfähigkeit der nationalen beziehungsweise planetaren Ökosysteme schon heute um ein Vielfaches. Der Rohstoffverbrauch ist hinsichtlich der ökologischen Tragfähigkeit und einer global gerechten Verteilung zu hoch und muss gesenkt werden.

Rohstoffpolitik: mutig und zukunftsfähig

Ausgehend von dieser Diagnose brachte der Deutsche Naturschutzring (DNR) eine Broschüre mit dem Titel „Rohstoffpolitik 2.0“ heraus. Diese enthält zahlreiche Gastartikel aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Organisationen, wie dem Naturschutzbund Deutschland dem Öko-Institut und dem IÖW. Sie geht unter anderem auf den Tiefseebergbau ein, der aufgrund katastrophaler ökologischer und sozialer Risiken keine Option zur weiteren Befriedigung des Rohstoffhungers darstellen sollte, bis hin zu Methoden, wie sich der Rohstoffverbrauch senken lässt.

Das Autorenteam Bettina Bahn-Walkowiak, Projektleiterin in der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, und David Hofmann, Referent des Wissenschaftlichen Geschäftsführers am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), beschäftigten sich mit der Relevanz des Wirtschaftswachstums und der sogenannten Postwachstumsdebatte für eine zukunftsfähige Ressourcenpolitik und dem Suchen nach einer konsensfähigen Position zwischen Green Growth und Degrowth.

Die Autorin und der Autor argumentieren, dass Effizienzsteigerungen nicht ausreichten, um den Ressourcenverbrauch auf ein nachhaltiges Maß zu senken. Anhaltendes Wirtschaftswachstum verlangsame die Senkung oder zehre sie letztlich sogar auf. Es bedürfe daher einer stärkeren Berücksichtigung konsistenter und wachstumsunabhängiger(er) Perspektiven, wenn die Rohstoffpolitik den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden soll. Zudem seien qualitative Veränderungen im Umgang mit den Ressourcen eines begrenzten Planeten notwendig.

Die Broschüre „Rohstoffpolitik 2.0“ steht kostenfrei unter diesem Link zum Download bereit.

Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie