IKB: Schrottpreise – kleine Abweichungen nach oben und unten im November

334
Schrott (Foto: Kürth / Recyclingportal)

Die Weltrohstahlproduktion expandierte bis Ende Oktober 2018 um 4,7 Prozent. Das Produktionsniveau in Europa stagnierte, während es in Nordamerika etwas schwächer ausgeprägt war. Die IKB Deutsche Industriebank erwartet in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information für 2018 einen Anstieg um gut drei Prozent.

Dies ist vor dem Hintergrund des starken Wachstums 2017 sowie des Basiseffektes in China beachtlich. In Deutschland wird eine Tonnage bis 44 Millionen Tonnen gesehen. In der Türkei hat sich der starke Zuwachs vom Jahresanfang infolge der innen- und geopolitischen Effekte auf unter ein Prozent reduziert. Der Absatz im Inland hat unter einer temporären Force Majeuere zweier wichtiger Produzenten gelitten. Verlagerungen von Lieferungen, die ursprünglich für den US-Markt bestimmt waren, stellen ein Absatzrisiko dar. Derzeit bestehen erhebliche Logistikprobleme für die Belieferung mit Vormaterial wie auch die Abgabe an die Endkunden.

Anziehende Notierungen spätestens im Februar erwartet  

Im Durchschnitt des November 2018 zogen die Schrottpreise um 5 bis 10 Euro pro Tonne an. Je nach Sorte sowie Region gab es kleine Abweichungen nach oben und unten. Die türkischen Abnehmer mussten ihre Importpreise ebenfalls entsprechend anheben. Die festeren Schrottmärkte in Übersee und Europa ließen keine Abkoppelung zu. Insbesondere auf dem deutschen Markt belasten die gestiegenen Transportkosten unter anderem wegen der niedrigen Wasserstände auf den Binnenschiffrouten. Dies führte schon zu temporären Stilllegungen von Öfen sowohl auf der Schrott- als auch der Hochofenroute. Insgesamt dürfte es auch die Ertragslage deutlich belasten. Die Eisenerz-Spotpreise zogen um gut 3 US-Dollar pro Tonne an. Bis Ende des Jahres dürften die Schrottpreise seitwärts gehen, spätestens im Februar ist mit anziehenden Notierungen zu rechnen.

Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China erhöhten sich im Monatsmittel des November 2018 um gut 3 US-Dollar je Tonne, wohingegen die Kokskohlenotierungen seitwärts tendierten. Die europäischen Rohstahlpreise entwickelten sich divergierend: Während die Preise für Warmbreitband im Durchschnitt um 9 Euro pro Tonne nachgaben, verbilligten sich Verzinkte Bleche infolge des gesunkenen Zinkpreises um 3,5 Prozent. Walzdraht legte dagegen um 1 Euro pro Tonne zu. Bei den europäischen Stahlpreisen erwartet IKB ein leichtes Absinken im ersten Quartal 2019, falls sich die Logistiksituation verbessert. Der saisonübliche Rückgang des Baustahlabsatzes dürfte zu einem stärkeren Rückgang der Walzdrahtpreise führen. Infolge der US-Einfuhrzölle auf Stahl für ausländische Lieferungen ist weiter davon auszugehen, dass die Türkei und Russland versuchen werden, ihre Lieferungen nach Europa auszuweiten. Ob die von der EU ergriffenen Schutzmaßnahmen insgesamt ausreichen, muss abgewartet werden.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG