Sachsen-Anhalt: Entsorgte Abfallmengen liegen unterhalb der Prognosen

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High-Tech-Deponie (Foto: Fay, Burkardroth (Kommunalunternehmen Lk Bad Kissingen) / abfallbild.de)

„Das aktuelle Monitoring des Abfallwirtschaftsplans zum 31. Dezember 2017 belegt, dass wir auf unseren Deponien Raum für die Abfallmenge von mehr als zehn Jahre vorhalten. Die tatsächlichen Abfallmengen liegen klar unter den prognostizierten. Sachsen-Anhalt ist in Sachen Deponien hervorragend aufgestellt. Die Entsorgungssicherheit ist gewährleistet“, erläutert Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert die aktuelle Deponiesituation.

Für den aktuellen Zeitraum wurden im aktuellen Abfallwirtschaftsplan 2,9 Millionen Tonnen mineralischer Abfall pro Jahr erwartet. Tatsächlich aber wurde im Jahr 2017 eine Abfallmenge zur Verwertung und Beseitigung auf Deponien in Sachsen-Anhalt in Höhe von 2,7 Millionen Tonnen festgestellt. Darüber hinaus betrug die gesamte Beseitigungs- und Verwertungskapazität auf genehmigten Deponien in Sachsen-Anhalt zum Stichtag 31.Dezember 2017, 38,3 Millionen Tonnen. Das ist etwa das Dreizehnfache des momentanen jährlichen Abfallaufkommens.

Hintergrund

Für den Abfallwirtschaftsplan wurde eine Prognoseberechnung für zehn Jahre erstellt, bei der die Entwicklung des Abfallaufkommens und die Verteilung auf die unterschiedlichen Entsorgungswege von Abfällen prognostiziert und schließlich den Kapazitäten der Deponien gegenüber gestellt wurden. Damit wird das Ziel erreicht, eine bedarfsgerechte Entwicklung der Deponiekapazitäten sicherzustellen. Der Abfallwirtschaftsplan prognostiziert abfallwirtschaftliche Entwicklungen für einen Zeitraum von zehn Jahren. Er stellt die für eine ordnungsgemäße Abfallwirtschaft in Sachsen-Anhalt regional und landesweit erforderlichen Kapazitäten von Abfallvorbehandlungs- und Beseitigungsanlagen dar.

Der aktuell gültige Abfallwirtschaftsplan wurde am 17. Oktober 2017 von der zuständigen Planungsbehörde, dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, im Amtsblatt bekannt gegeben. Der Abfallwirtschaftsplan Sachsen-Anhalt, Fortschreibung 2017, gliedert sich in zwei sachliche Teilpläne: den Teilplan „Siedlungsabfälle und nicht gefährliche Massenabfälle“ und den Teilplan „Gefährliche Abfälle“.

Verwertung und Beseitigung

Abfälle die zur Entsorgung auf eine Deponie gelangen, werden einerseits als Deponieersatzbaustoffe, insbesondere zur Stilllegung von Altdeponien (Verwertung), eingesetzt und andererseits auf den Deponien endgültig abgelagert (Beseitigung). Die Beseitigungs- und Verwertungskapazität auf genehmigten Deponien in Sachsen-Anhalt betrug zum Stichtag 31. Dezember 2017 insgesamt rund 38,3 Millionen Tonnen. Dabei haben die Verwertungskapazitäten auf Altdeponien einen Anteil von rund 5,8 Millionen Tonnen. Für Abfälle zur Beseitigung genehmigte Deponiekapazitäten im Umfang von 32,6 Millionen Tonnen zur Verfügung.

Kapazitäten

Deponien als Schadstoffsenken für belastete Abfälle sind ein notwendiger Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Mit Blick auf die für die Abfallbewirtschaftung zu beachtende Abfallhierarchie dürfen neue Beseitigungskapazitäten in Sachsen-Anhalt nur dann ausgebaut werden, wenn ein Bedarf im Einzelfall fundiert nachgewiesen wird.

Der Abfallwirtschaftsplan und weitere Informationen sind hier zu finden.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt