„Plastic Bag Free Day“: DUH fordert Lenkungsabgabe auf Plastiktüten

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Foto: Fraunhofer UMSICHT

Verwendet werden sollte die Abgabe zur Förderung von Mehrweg-Alternativen und Sensibilisierungskampagnen zur Abfallvermeidung.

Ein Alltag ohne Einweg-Plastiktüten ist das Ziel des internationalen „Plastic Bag Free Days“, der jedes Jahr am 3. Juli stattfindet. Von diesem Ziel trennen uns in Deutschland noch mehr als 2,4 Milliarden Plastiktüten, die jedes Jahr für die nur einmalige Nutzung verbraucht werden. Aneinander gelegt ließe sich unser Planet damit mehr als achtzehn Mal umrunden. Für Millionen Meerestiere und Vögel ist der Plastikmüll tödlich.

Um den unnötigen Verbrauch von Plastiktüten endgültig zu beenden, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Einführung einer Abgabe von mindestens 22 Cent auf jede verkaufte Einweg-Plastiktüte. Verwendet werden sollte diese Abgabe zur Förderung von Mehrweg-Alternativen und Sensibilisierungskampagnen zur Abfallvermeidung.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Alle Selbstverpflichtungen der Wirtschaft sind bislang gescheitert. Die Verschmutzung unserer Landschaft und die Plastikpartikel in Flüssen, Seen und Meere führen selbst in afrikanischen Staaten zu gesetzlichen Verboten. In Deutschland hat unsere Bundesregierung ein großes Herz für die Kunststoffindustrie und verweigert eine wirksame gesetzliche Regelung, wie wir sie in immer mehr Ländern sehen. Wir fordern eine Lenkungs-Abgabe von mindestens 22 Cent auf Einweg-Plastiktüten. Deutschland sollte sich an progressiven Staaten wie Irland und Dänemark orientieren, wo durch dieses Instrument nur noch 14 beziehungsweise vier Plastiktüten pro Kopf und Jahr verbraucht werden.“

Einweg-Papiertüten sind keine ökologische Alternative

Für Resch bietet die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels zu viele Schlupflöcher. Viele Händler fühlen sich nicht an die Selbstverpflichtungserklärung gebunden oder machen mit dem erzielten Verkaufspreis sogar noch ein gutes Geschäft. „Zum Plastiktütenverbrauch von 2,4 Milliarden Stück pro Jahr kommen nochmal drei Milliarden Obst- und Gemüsebeutelchen aus Kunststoff hinzu. Die Bemühungen zur Vermeidung von Plastiktüten sollten deshalb auch auf die besonders kleinformatigen Tütchen ausgeweitet werden. Für den Transport von Obst und Gemüse gibt es inzwischen wiederverwendbare Mehrwegnetze als Alternative. Einige Supermarktketten haben das Gewicht von Mehrwegnetzen inzwischen in das Kassensystem integriert und ziehen dieses beim Wiegen von Obst und Gemüse automatisch ab. Das ist ein guter Anfang“, sagt Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft.

Nach Schätzungen der DUH setzen 20 bis 30 Prozent der Verbraucher, die vorher Einweg-Plastiktüten genutzt haben, nun auf Einweg-Papiertüten. Allerdings seien auch Einweg-Papiertüten keine ökologische Alternative. „Zwar werden Papiertüten im Fall einer falschen Entsorgung in der Umwelt schneller zersetzt, aber für deren Herstellung werden besonders viel Energie, Wasser und Chemikalien benötigt. Um dieselbe Zugfestigkeit zu haben wie Plastiktüten, sind Papiertüten fast doppelt so schwer. Daher sollten Verbraucher nicht auf Papiertüten ausweichen, sondern Mehrwegtaschen, Einkaufs- beziehungsweise Fahrradkörbe, Klappkisten, Rucksäcke und andere Mehrweg-Alternativen verwenden“, erläutert Fischer.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)