Umweltministerkonferenz in Bremen nimmt Plastikmüll ins Visier

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Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft: Die Umweltministerkonferenz hat mit der Stimme Bayerns ein entschlossenes Vorgehen gegen Einträge von Plastikmüll in die Umwelt beschlossen.

Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte dazu in Bremen: „Plastikmüll tritt in der Natur und in unseren Gewässern zunehmend auf. Hier müssen wir gemeinsam gegensteuern. Im Mittelpunkt stehen dabei Ansätze, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und für einen bewussten Verzicht auf Plastik im Alltag zu werben. Wir wollen die Menschen mitnehmen und ihre Köpfe erreichen. Was wir brauchen, sind wirkungsvolle Anreizsysteme zur Vermeidung von Plastikabfällen und Ansätze, Kunststoffprodukte besser im Wirtschaftskreislauf zu halten. Hier ist der Bund gefordert, entsprechende Konzepte zu entwickeln. Plastikabfall zu vermeiden, ist aktiver Gewässerschutz.“

Etwa 75 Prozent des Mülls, der jährlich in die Meere gespült wird, besteht aus Kunststoff. Aber auch die Binnengewässer sind betroffen, vor allem durch kleinste Plastikteile, sogenanntes Mikroplastik. Der Freistaat befasse sich bereits seit Jahren mit diesem Thema. So habe Bayern 2014 als erstes Land eine Mikroplastik-Initiative gestartet aus Forschung, Maßnahmen und Kooperationen. Wie es dazu heißt, forschen das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie das Landesamt für Umwelt im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums im Umfang von rund 1,1 Millionen Euro. Dabei würden beispielsweise Eintragspfade, Vorkommen und Verteilung von Mikroplastikpartikeln in bayerischen Gewässern sowie mögliche Auswirkungen auf Gewässerlebewesen untersucht.

Um die Verbreitung von Mikroplastik weiter einzudämmen, hat die Umweltministerkonferenz beschlossen, dass sich der Bund auf europäischer Ebene gegen den Einsatz von Mikroplastik in Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmitteln einsetzen soll. Bayern verfolgt den Angaben nach verschiedene Ansätze, um den Abfall insgesamt zu reduzieren. So wurde beispielsweise gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Verbänden ein Bündnis gegen die Flut von Einwegbechern geschlossen. „Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen ist ein zentrales Zukunftsthema. Wir brauchen eine Rohstoffwende mit mehr Recycling und weniger Rohstoffeinsatz. Der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht“, erklärte Huber. Um die Abfallmengen bei bleihaltigen Batterien zu reduzieren, habe sich der Freistaat auf der  Umweltministerkonferenz erfolgreich dafür stark gemacht, dass sich der Bund bei den Verbrauchern für eine Akzeptanzsteigerung bei wiederaufladbaren Batterien einsetzt.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz