GlobalFlow: Unternehmer müssen Verantwortung beim Kunststoffabfall zeigen

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GlobalFlow-Geschäftsführerin Nadine Antic (Foto: GlobalFlow)

Stuttgart-Korntal — Spätestens seit China zu Beginn des Jahres die Einfuhr von unsortiertem Plastikmüll gestoppt hat, müssen Kunststoffabfälle hier entsorgt werden. Dafür fehlt die nötige Infrastruktur: Zu wenige Anlagen seien vorhanden, um die Kunststoffabfälle aufbereiten können, meint das Ingenieurbüro für Festmüllverwertung GlobalFlow GmbH. Die Überkapazität bei den Anlagenbetreibern treibe die Entsorgungspreise für Plastik unweigerlich in die Höhe. Neben politischen Schritten stünden nun allen voran die produzierenden Unternehmen in der Verantwortung, eine saubere Lösung für nachhaltiges Wirtschaften zu finden.

Strategie statt Steuer

„Der Lösungsansatz für die Abfallproblematik in Bezug auf Kunststoffe liegt nicht in der möglichen Einführung einer Plastiksteuer“, erklärt Nadine Antic, Geschäftsführerin der GlobalFlow GmbH. Vielmehr müssten Unternehmer Verantwortung zeigen. „Es ist in der heutigen Zeit indiskutabel, keine Lösung zu finden: Jedes Unternehmen ist zur Nachhaltigkeit verpflichtet.“ Als Experte für Abfall- und Ressourcenmanagement appelliert die GlobalFlow GmbH nachdrücklich an das produzierende Gewerbe, anzupacken und saubere Lösungen für nachhaltiges Wirtschaften zu finden und umzusetzen.

Denn neben dem ökologischen Interesse stehen dabei auch ganz klar die ökonomischen Konsequenzen im Fokus: „Unsere Ressourcen sind endlich. Wir in Deutschland haben eine konstant hohe Bevölkerungsdichte und sind grundsätzlich ein rohstoffarmes Land. Die produzierende Industrie kauft Rohstoffe teuer aus dem Ausland und ist damit abhängig von Angebot und Nachfrage: Schon alleine als Absicherung des Produktionsstandorts Deutschland macht es Sinn, Produktionsabfälle hochwertig aufzubereiten und als Sekundärrohstoffe in den Kreislauf zurückzuführen“, betont die GlobalFlow-Geschäftsführerin.

Fortschritt durch Eigeninitiative

Die Politik setzt derzeit vor allem auf die freiwillige Bereitschaft von Unternehmern, aus eigenem Antrieb nachhaltige Entsorgungsstrukturen aufbauen. Die Sorge von Entscheidungsträgern, eine Neustrukturierung könnte zum zeitlichen und finanziellen Mammutprojekt werden, sei dabei unbegründet. „Jedes Unternehmen braucht eine individuell zugeschnittene Lösung, in der die Strategie dem Entsorgungssprozess angepasst ist, und nicht umgekehrt. So lässt sich im Idealfall Abfall vermeiden, bevor er überhaupt entsteht“, erklärt Nadine Antic.

Um beim Beispiel Kunststoffrecycling zu bleiben: Der Fachverband Kunststoffrecycling (bvse) fordert eine konsequentere Getrennthaltung zur Verbesserung der Erfassung von Kunstoffen genauso wie den Ausbau und die Förderung des bestehenden Kunststoffrecyclings. Das seien Punkte, an denen die Maßnahmen der Global Flow bereits in der Vergangenheit erfolgreich angesetzt haben, beispielsweise durch Neugestaltung der Sammelstruktur auf dem Abfallhof. Ausschlaggebend für den Erfolg solcher vergleichsweise simplen Methoden sei die Bereitschaft der Unternehmen, sich mit dem Bereich Entsorgung zu beschäftigen und alte Strukturen nicht als gegeben hinzunehmen.

Konsequente Umsetzung durch Aufklärungsarbeit

Ebenso unerlässlich ist die Akzeptanz jedes einzelnen Mitarbeiters, Neuerungen anzunehmen und im Arbeitsalltag konsequent umzusetzen. „Ganz wichtig ist es, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten und allen Mitarbeitern zu zeigen, welche Auswirkungen ihr Handeln auf das große Ganze hat. Transparenz bedeutet in diesem Fall nicht, nur die Führungsriege anzusprechen, sondern Aufklärungsarbeit im gesamten Unternehmen zu leisten“, stellt Nadine Antic klar. Mitarbeiterschulungen gehören aus diesem Grund genauso zum Dienstleistungsportfolio der GlobalFlow wie individuelle Profitabilitäts- und Machbarkeitsanalysen.

Die GlobalFlow GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen aufzuzeigen, welches ökologische und ökonomische Potenzial in einer durchdachten Entsorgungsstrategie steckt. Denn die eigenen Produktionsprozesse im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu optimieren, enthält sowohl einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz als auch die Chance, kostenoptimiert zu produzieren.

Quelle: GlobalFlow GmbH