Chinesische Restriktionen: Wirtschaft muss mehr Recyclingkunststoffe einsetzen

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Kunststoffflaschen-Sammlung (Foto: Hans / Pixabay)

Pegnitz — Die umfassenden Einfuhrrestriktionen Chinas für Kunststoffabfälle machen offensichtlich, dass das Schließen von Kunststoff-Kreisläufen schnell vorangetrieben werden muss. Denn die Maßnahme Chinas und die Erhöhung der Recyclingquoten insbesondere für Kunststoffverpackungen im neuen Verpackungsgesetz führen dazu, dass zukünftig in Deutschland noch mehr Kunststoffabfälle verwertet werden müssen. Dieses zusätzliche Rohstoffpotenzial gilt es nach Ansicht der BellandVision GmbH zu nutzen: Für einen geschlossenen Kreislauf müssen die Materialien intelligent recycelt werden und erneut zum Einsatz kommen.

Voraussetzung dafür ist eine hohe Qualität der verschiedenen Prozessschritte, vor allem eine saubere Wertstoffsammlung und eine hochwertige Sortierung. Sortierte Kunststoffe aus dem Gelben Sack werden nur in geringen Mengen nach China geliefert und sind deshalb vom Importverbot nur indirekt betroffen. Der Großteil wird in Europa, vor allem in Deutschland und den Niederlanden, verwertet. Nach China gingen bislang hauptsächlich Kunststoffabfälle aus anderen Bereichen, die jetzt in Deutschland oder über andere Abnahmemärkte verwertet werden müssen.

Investitionen sind notwendig

Dank kontinuierlich wachsender Kapazitäten in seinen Anlagen sieht sich SUEZ, der Mutterkonzern der Belland-Vision GmbH, in der Lage, große Kunststoffmengen zu sortieren und zu recyceln. Aus Sicht von BellandVision sind die Investitionen in neue Verwertungstechniken und -kapazitäten, die in Deutschland bereits getätigt werden, trotzdem dringend notwendig, um die moderne Recyclingwirtschaft nachhaltig auszubauen.

Es sei jedoch davon auszugehen, dass durch die höheren Recyclingquoten gemäß neuer Gesetzgebung und durch die zu geringe Nachfrage nach Recyclingmaterialien (verschärft durch den Ausfall Chinas) das Recycling teurer wird. Qualitativ hochwertige Sekundärrohstoffe haben ihren Preis und stehen immer im Wettbewerb zu Neumaterial. Die Wirtschaft brauche deshalb dringend Anreize, um die Nachfrage nach Recyclingmaterial und dessen Einsatz zu steigern. Politische Unterstützung, die einen signifikanten wirtschaftlichen Anreiz schafft, sei notwendig – zumindest für den Anschub einer Closed-Loop-Wirtschaft im Kunststoffbereich. Sonst bestehe die Gefahr, dass Recyclingmaterial teuer für die Halde produziert wird und weiterhin unnötig Neumaterial in Verpackungen und Produkten zum Einsatz kommt.

Quelle: BellandVision