Studie von Fraunhofer UMSICHT zeigt Umweltnutzen und Hürden beim Verpackungsrecycling

Interzero, einer der führenden privaten Kreislaufwirtschaftsdienstleister und Kunststoffrecycling-Spezialisten in Europa, hat allein im Jahr 2025 in Deutschland, Österreich, Polen, Italien und Slowenien durch die Kreislaufführung von rund 2 Millionen Tonnen Wertstoffen über 7,2 Millionen Tonnen Primärressourcen eingespart. Die Menge entspricht dem durchschnittlichen Ladungsgewicht von 13.439 Güterzügen (1). Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie des Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT.

Zudem wurden mehr als 900.000 Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden. Das entspricht vermiedenen Klimaschadenskosten von rund 900 Millionen Euro, wenn die Interessen heutiger und zukünftiger Generationen gleich gewichtet werden (2).

Erstmals wurde auch die Menge an eingespartem Rohöl ermittelt: Durch die Kreislaufführung von rund 1 Million Tonnen Kunststoffen wurden 2025 rund 3 Millionen Barrel Rohöl eingespart. Das entspricht dem Volumen von etwa 9,5 Millionen Pkw-Tankfüllungen à 50 Liter. „Recycling macht aus Abfällen wieder wertvolle Rohstoffe für die Industrie. Das schont nicht nur Klima und Ressourcen, sondern schafft auch mehr Unabhängigkeit von Importen. Damit wird Kreislaufwirtschaft zu einem Schlüssel für eine nachhaltige und souveräne europäische Wirtschaft“, sagt Jan Kroker, CEO von Interzero. „Europa kann es sich nicht leisten, wertvolle Rohstoffe nach einmaliger Nutzung zu verlieren.“

Das „Sorgenkind“ Gelber Sack: Warum gutes Recycling häufig am Design scheitert
Neben den positiven Gesamtzahlen liefert die detaillierte Auswertung der Leichtverpackungssammlung (LVP) wichtige Erkenntnisse über aktuelle Trends im Verpackungsmarkt: Der Anteil an Verbundverpackungen und Sortierresten im Gelben Sack ist gestiegen. Hauptursache sind unter anderem in der öffentlichen Wahrnehmung als nachhaltig geltende Papierverpackungen mit nicht trennbaren Kunststoff-Innenbeschichtungen sowie Verpackungen, die eine Herausforderung für die korrekte Mülltrennung darstellen. Dazu gehören beispielsweise kombinierte Verpackungen aus Kunststoffbehälter und Pappbanderolen, die auf Verbraucherseite manuell separiert werden müssen. Hinzu kommt das Problem der sogenannten Multilayer-Verpackungen, bei denen Kunststoffarten mit verschiedenen Beschaffenheiten fest miteinander verbunden sind.

Weiterhin zeigt die Studie, dass der Aluminiumanteil an den Verpackungsabfällen leicht rückläufig ist. Deutlicher zurückgegangen ist der Anteil von PET-Verpackungen im Gelben Sack. Grund dafür ist eine erfreuliche Entwicklung: Die erweiterte Pfandpflicht verlagert wertvolle PET-Flaschen aus dem Gelben Sack in den geschlossenen Pfandkreislauf.

„Unsere Zahlen belegen eindrucksvoll, welch enormen Beitrag Recycling zum Ressourcen- und Klimaschutz leistet. Doch die detaillierte Analyse zeigt auch: Wir stoßen an Grenzen, wenn Verpackungen falsch konstruiert werden“, sagt Kroker. „Der Trend zu Papier-Plastik-Verbunden ist gut gemeint, erweist sich im Recyclingprozess aber oft als Sackgasse. Deshalb ist die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) mit ihren verbindlichen Kriterien für Design for Recycling genau der richtige Weg.“

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT untersucht seit vielen Jahren im Auftrag von Interzero den ökologischen Impact des Recyclings. Die Studie betrachtet ausschließlich die Recyclingaktivitäten und wird in Anlehnung an die internationalen Standards der Ökobilanzierung (ISO 14040/14044) erstellt.

Quelle: Interzero Europe GmbH

(1) DB, Integrierter Zwischenbericht 2025
(2) Umweltbundesamt, Handbuch Umweltkosten – Methodenkonvention 4.0

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