Orientierungshilfe für eine Branche mit besonderen Herausforderungen.
Mit der überarbeiteten Richtlinie VdS 2517 (2025) „Sortierung, Aufbereitung und Lagerung von Siedlungsabfällen und brennbaren Sekundärrohstoffen – Hinweise für den Brandschutz“ liegt Betreibern von Recycling- und Abfallbehandlungsanlagen eine aktuelle Orientierungshilfe für den Brandschutz vor. Die Publikation macht neben den Praxiserfahrungen der Branche deutlich, dass die Risiken in der Kreislaufwirtschaft kontinuierlich zunehmen und die Anforderungen an den Brandschutz steigen.
Insbesondere veränderte Stoffströme, steigende Mengen an Lithium-Ionen-Batterien sowie die zunehmend komplexeren Sortier- und Aufbereitungsprozesse stellen Betreiber vor neue Herausforderungen. Die Richtlinie stellt deshalb die einzelfallbezogene Betrachtung der jeweiligen Betriebsabläufe und Risiken sowie die frühzeitige Abstimmung mit dem Versicherer in den Vordergrund.
Brandrisiken entstehen entlang der gesamten Prozesskette
Recycling- und Abfallbehandlungsanlagen gehören seit Jahren zu den besonders brandgefährdeten Bereichen der Industrie. Die Ursachen sind vielfältig: Beschädigte Lithium-Ionen-Batterien, falsch entsorgte Gefahrstoffe, mechanische Beanspruchungen in Schreddern oder Fremdkörper in den Materialströmen können Brände auslösen, die sich innerhalb kurzer Zeit ausbreiten.

Besonders kritisch sind dabei die Bereiche, in denen Materialien zerkleinert, transportiert oder zwischengelagert werden. Schredder, Förderbänder, Sortieranlagen und Abfallbunker zählen nach Erfahrungen aus der Praxis zu den Anlagenbereichen mit dem höchsten Risikopotenzial.
Hinzu kommt, dass sich Brandereignisse häufig nicht unmittelbar bemerkbar machen. Glutnester entstehen oftmals im Inneren von Materialströmen und entwickeln sich zunächst unbemerkt. Erst durch zusätzliche Sauerstoffzufuhr kommt es zur offenen Flammenbildung. Gerade diese zeitliche Verzögerung macht eine frühzeitige Detektion zu einem entscheidenden Faktor für die Schadensbegrenzung.
Standardlösungen stoßen schnell an ihre Grenzen
Die VdS 2517 verdeutlicht, dass Recyclinganlagen individuell betrachtet werden müssen. Tatsächlich unterscheiden sich die Risiken von Betrieb zu Betrieb erheblich. Während in einer Anlage große Bunkerbereiche im Fokus stehen, sind es andernorts Förderstrecken, Schredder oder Sortierlinien, die besonderer Schutzmaßnahmen bedürfen.
Vor diesem Hintergrund setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass standardisierte Brandschutzkonzepte den tatsächlichen Anforderungen vieler Betriebe schlichtweg nicht gerecht werden. Entscheidend ist vielmehr die detaillierte Analyse der jeweiligen Prozesse, Materialströme und potenziellen Zündquellen. Und exakt hier setzt die Arbeit spezialisierter Fachleute wie der d&d Brandschutzsysteme GmbH an. So werden individuelle Brandschutzkonzepte für Recycling-, Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaftsbetriebe entwickelt, die sich an den konkreten Risiken und Betriebsabläufen der jeweiligen Anlage orientieren.
Frühzeitige Branderkennung als Schlüssel zur Schadensbegrenzung
Wie in vielen anderen Projekten zeigt sich auch in dieser Branche, dass die Geschwindigkeit der Branderkennung maßgeblich über das Ausmaß eines Schadens entscheidet. Deshalb liegt ein Schwerpunkt moderner Schutzkonzepte auf der frühzeitigen Erkennung von Temperaturanstiegen, Glutnestern und offenen Flammen.

Je nach Anlagenbereich kommen dabei unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Hochauflösende Wärmebildkameras überwachen kontinuierlich definierte Bereiche und ermöglichen die Erkennung kritischer Temperaturentwicklungen bereits vor der offenen Flammenbildung. Insbesondere in Bunkern, Lagerbereichen oder Materialumschlagszonen können Betreiber dadurch wertvolle Zeit gewinnen.
Für Bereiche mit besonders hohem Gefährdungspotenzial setzt d&d ergänzend auf optische Flammenmeldesysteme. Moderne UV-, IR- und multispektrale Detektionsverfahren ermöglichen eine schnelle und zuverlässige Erkennung offener Flammen auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen wie Staub, Rauch oder wechselnden Lichtverhältnissen. Mittels der Kombination unterschiedlicher Detektionsverfahren entstehen mehrstufige Schutzkonzepte, die auf die jeweiligen Anforderungen der Anlage abgestimmt werden können.
Maßgeschneiderte Löschkonzepte für kritische Anlagenbereiche
Ebenso wichtig wie die Detektion ist die Auswahl geeigneter Löschsysteme. Dabei gilt auch hier: Nicht jede Technologie eignet sich für jeden Anwendungsfall. So können für Bunker- und Lagerbereiche beispielsweise Monitorlöschanlagen oder Schaumlöschsysteme sinnvoll sein, während in Anlieferungszonen und Übergabebereichen häufig Sprühwasser-Löschanlagen zum Einsatz kommen.

Besonderes Augenmerk verdienen jedoch Schredder, Zerkleinerungsanlagen und Fördertechnik. In diesen Bereichen entstehen Brände oftmals innerhalb geschlossener Prozesse, sodass zwischen Brandentstehung und Ausbreitung nur wenig Zeit bleibt. Die Entwicklung objektspezifischer Schutzkonzepte, bei denen Branddetektion und Löschtechnik gezielt aufeinander abgestimmt werden, stehen hier auf der Agenda ganz oben. Ziel ist es, Entstehungsbrände bereits unmittelbar am Ursprungsort zu erkennen und zu bekämpfen, ehe sie auf größere Anlagenteile übergreifen. Für besonders kritische Anwendungen kommen dabei auch Lösungen zum Einsatz, die eine punktgenaue Brandbekämpfung ermöglichen. Durch die gezielte Auslösung wird nicht nur die Löschwirkung verbessert, sondern zugleich die Gefahr unnötiger Folgeschäden durch großflächigen Löschmitteleinsatz reduziert.
Brandschutz als Bestandteil der Anlagenverfügbarkeit
Neben dem Schutz von Mitarbeitenden, der Umwelt sowie Sachwerten gewinnt die Verfügbarkeit und insbesondere die Versicherbarkeit von Recyclinganlagen zunehmend an Bedeutung. Produktionsausfälle, Betriebsunterbrechungen und Lieferengpässe können erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Moderne Brandschutzkonzepte tragen deshalb nicht nur zur Risikominimierung bei, sondern unterstützen Betreiber auch dabei, Stillstandszeiten zu reduzieren, die Betriebssicherheit langfristig zu erhöhen und die Versicherbarkeit der Anlagen sicherzustellen.
Die Kombination aus Risikoanalyse, frühzeitiger Detektion und anwendungsspezifischer Brandbekämpfung wird zunehmend zu einem wesentlichen Bestandteil moderner Anlagenkonzepte in der Kreislaufwirtschaft.
„Wir erleben in der Praxis immer wieder, dass sich die Risiken von Recyclinganlagen deutlich unterscheiden. Während in einem Betrieb die Fördertechnik im Mittelpunkt steht, sind es andernorts Schredder, Bunkerbereiche oder Lagerflächen. Erfolgreicher Brandschutz beginnt deshalb immer mit dem Verständnis der Prozesse. Erst daraus entstehen Lösungen, die Detektion, Alarmierung und Brandbekämpfung sinnvoll miteinander verbinden und auf die jeweilige Anlage zugeschnitten sind,“ erläutert Ilija Divkovic, Geschäftsführer d&d Brandschutzsysteme GmbH.
Schlussfolgernd ausgedrückt, unterstreicht die überarbeitete VdS 2517 die steigenden Anforderungen an den Brandschutz in Recycling- und Kreislaufwirtschaftsbetrieben. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass individuelle Lösungen zunehmend wichtiger werden. Moderne Detektionssysteme, intelligente Überwachungstechnologien und objektspezifische Löschkonzepte ermöglichen es heute, Risiken deutlich früher zu erkennen und gezielt zu beherrschen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine detaillierte Betrachtung der jeweiligen Anlage und ihrer Prozesse. Passgenaue Brandschutzkonzepte leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und langfristigen Verfügbarkeit von Recycling- und Aufbereitungsanlagen.
Über d&d Brandschutzsysteme:
Seit über 20 Jahren ist die d&d Brandschutzsysteme GmbH mit Sitz in Oberhausen auf die Beratung, Analyse, Konzeption und Errichtung von Brandschutzsystemen spezialisiert. Neben stationären Feuerlöschanlagen und Speziallöschanlagen zählen auch die Implementierung von Brandmeldeanlagen und die Durchführung eines Door-Fan-Testes zum Leistungsspektrum des Unternehmens.
Im Rahmen ihres umfangreichen Portfolios bietet d&d neben maßgeschneiderten Lösungen für die unterschiedlichsten Ansprüche in den Bereichen Industrie, IT und Gebäude auch die Planung, Errichtung, Wartung und Instandhaltung der Anlagen an. Die technische Fachkompetenz der Experten zeigt sich nicht nur in den Zertifizierungen der VdS-Schadenverhütung GmbH und ISO, sondern auch in Errichteranerkennungen für Brandmeldeanlagen. Seit 2024 agiert das Spezialunternehmen auch als Distributions- und Servicepartner des US-Unternehmens Det-Tronics.
Weitere Informationen unter: www.dd-brandschutzsysteme.de
Quelle: d&d Brandschutzsysteme GmbH
Autorin: Catrin Jansen M.A., Jansen Communications





