Abfallaufkommen sinkt auf tiefsten Stand seit 2009. Bau- und Abbruchabfälle mit überdurchschnittlichem Rückgang zum Vorjahr. Abfall-Verwertungsquote mit 82 Prozent unverändert gegenüber den Vorjahren.
Im Jahr 2024 sind in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen insgesamt 362,7 Millionen Tonnen Abfälle entstanden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Tag der Umwelt am 5. Juni 2026 mitteilt, sank das Abfallaufkommen damit um 17,4 Millionen Tonnen oder 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein noch niedrigeres Gesamtabfallaufkommen war lediglich im Jahr 2009 mit 359,4 Millionen Tonnen erreicht worden. Bislang am höchsten war es im Jahr 2018 mit 417,2 Millionen Tonnen.
Deutlicher Rückgang bei Bau- und Abbruchabfällen: -8,1 % zum Vorjahr
Wie bereits im Vorjahr sank das Aufkommen an Bau- und Abbruchfällen 2024 mit minus 8,1 Prozent gegenüber 2023 (-16,0 Millionen Tonnen) am stärksten unter allen Abfallarten. Übrige Abfälle (insbesondere aus Produktion und Gewerbe) nahmen um 4,1 Prozent ab (-1,9 Millionen Tonnen), gefolgt von den bereits in einer Abfallbehandlungsanlage behandelten Sekundärabfällen mit -2,0 Prozent (-1,1 Millionen Tonnen). Das Aufkommen an Abfällen aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen wuchs dagegen um 4,5 Prozent (+1,3 Millionen Tonnen). Die Menge an Siedlungsabfällen, das sind insbesondere Abfälle aus privaten Haushalten, stieg leicht um 0,8 Prozent (+0,4 Millionen Tonnen).
Die Hälfte aller Abfälle im Jahr 2024 waren Bau- und Abbruchabfälle
Die Bau- und Abbruchabfälle bildeten 2024 mit 50 Prozent (182,8 Millionen Tonnen) erneut den größten Teil des gesamten Abfallaufkommens, gefolgt von den Sekundärabfällen mit einem Anteil von 15 Prozent (56,1 Millionen Tonnen). Die Siedlungsabfälle machten 14 Prozent (49,3 Millionen Tonnen) des Gesamtaufkommens aus. Weitere 12 Prozent entfielen auf Übrige Abfälle (45,1 Millionen Tonnen) und 8 Prozent (29,5 Millionen Tonnen) waren Abfälle aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen.
82 % des Gesamtabfallaufkommens verwertet
Im Jahr 2024 wurden 296,2 Millionen Tonnen Abfälle einer Verwertung zugeführt. Dabei wurden 249,9 Millionen Tonnen (69 %) stofflich und 46,4 Millionen Tonnen (13 %) energetisch verwertet. Das entspricht einer Verwertungsquote von 82 Prozent , die damit seit dem Jahr 2019 unverändert blieb. Die verbleibenden Abfälle wurden entweder auf Deponien abgelagert (16,3 % bzw. 59,1 Millionen Tonnen) oder thermisch beseitigt (0,8 % bzw. 2,9 Millionen Tonnen). Einer sonstigen Behandlung zur anschließenden Beseitigung wurden 1,2 Prozent (4,4 Millionen Tonnen) unterzogen.
Weitere Informationen:
Die vorläufigen Ergebnisse zum Gesamtabfallaufkommen im Jahr 2024 sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes auf der Themenseite Abfallwirtschaft in den Tabellen Kurzübersicht Abfallbilanz – Zeitreihe verfügbar.
Detaillierte Informationen und endgültige Ergebnisse zur Abfallbilanz, lange Zeitreihen und methodische Erläuterungen bieten auch der Statistische Bericht „Abfallbilanz“ (aktuell für das Berichtsjahr 2023, die Ausgabe zum Berichtsjahr 2024 erscheint im Juli 2026) sowie die Tabellen 32171 in der Datenbank GENESIS-Online. Über das Aufkommen an Haushaltsabfällen im Jahr 2024 informiert die Pressemitteilung Nr. 454 vom 16. Dezember 2025. Aktuelle Ergebnisse zu den Bau- und Abbruchabfällen 2024 zeigt die Pressemitteilung Nr. 116 vom 07. April 2026.
Ergebnisse zu den Themen Ressourcen, Klima und Umwelt bietet auch die Klima-Sonderseite (www.destatis.de/klima) im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Quelle: Destatis





