Die diesjährige Skisaison neigt sich dem Ende zu – und damit stellt sich vielen Wintersportler die Frage, wohin mit ausgedienter oder beschädigter Skiausrüstung, die sich nicht verkaufen lässt und auch keiner mehr haben will. Für den Restmüll ist sie definitiv zu schade, denn Ski, Helme und Schuhe enthalten wertvolle Rohstoffe, die recycelt werden können.
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) rät deshalb, altes Ski-Equipment zur nächsten Altstoffsammlung zu bringen. Dort wird dafür gesorgt, dass die Ausrüstung im Kreislauf bleibt, das spart wertvolle Ressourcen. In der Wintersportnation Österreich verfolgen zudem Wissenschaft und Ressourcenwirtschaft das Ziel, aus ausrangierten Wintersportartikeln Rezyklate für neue Produkte herzustellen.
Carver, Helme und Skischuhe sind technisch hochentwickelte Produkte: Die Kombination aus Metallen, Kunststoffen, Holz und anderen Stoffen sorgt für Adrenalin auf der Piste, größtmögliche Sicherheit und warme Füße. In Österreich werden in einer Saison 400.000 Paar Ski [1] verkauft – ein Volumen, das die Frage nach dem Ende des Nutzungszyklus dieser Produkte umso dringlicher macht. Denn Sammel- und Recyclingstrukturen sind in Österreich erst im Aufbau, und viele Ausrüstungsgegenstände verstauben jahrelang im Keller oder landen irrtümlicherweise im Restmüll.
Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB: „Was die Wiederverwendung von Skiausrüstung betrifft, sind die Österreicher:innen bereits sehr vorbildlich unterwegs. Online-Marktplätze, Flohmärkte oder von Vereinen organisierte Tauschbörsen sind eine beliebte und leistbare Alternative zum Neukauf. Für Ausrüstung, die sich nicht weitergeben oder verkaufen lässt, benötigt es innovative Strukturen, um die wertvollen Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten. Je mehr Österreicher:innen ihre alte Skiausrüstung getrennt entsorgen, desto größer wird die Menge und umso interessanter wird das Recycling.“
Pilotprojekte geben Skiausrüstung ein „zweites Leben“
Das Einsammeln ist aber nur der erste Schritt. Die einzelnen Materialien müssen anschließend voneinander getrennt werden, um vom Abfallprodukt auf das Rohmaterial zu kommen, das wieder im Produkt eingesetzt werden kann. Dass Recycling von Skiausrüstung möglich ist, zeigen bereits erste Pilotprojekte [2], welche sich den Aufbau eines Sammel- und Recyclingsystems für ausgediente Skischuhe beziehungsweise der Entwicklung nachhaltiger Skischuhen als Ziel gesetzt haben.
In Österreich geht das Forschungsprojekt Wintrust [3] noch einen Schritt weiter und arbeitet an umfassenden Recyclinglösungen für die gesamte Skiausrüstung. So konnten bereits wegweisende Ergebnisse gefunden werden, wie Recyclinglösungen für Helme oder die Entwicklung von verschiedenen Trennmethoden von Skischuh-Schalen, Aluminiumstöcken sowie der einzelnen Lagen von Skiern. In Kooperation mit der Wissenschaft werden in unterschiedlichen Pilotprojekten Recyclingmaterialien als Ausgangsbasis für neue Produkte der Wintersport-Industrie entwickelt.
Werner Kruschitz, Leiter der VOEB-Fokusgruppe Kunststoffe: „Recycling von Skiausrüstung ist kein Zukunftstraum mehr, die ersten vielversprechenden Ergebnisse aus dem Projekt stimmen uns sehr zuversichtlich. Der entscheidende nächste Schritt ist nun, dass die Skiindustrie diese Rezyklate auch aktiv einsetzt und in neue Produkte integriert. Grundsätzlich gilt aber: Am ressourcenschonendsten ist es, die Ausrüstung so lange wie möglich zu verwenden.“
Das Einmaleins der (Wieder-)Verwertung
Funktionierende Wintersportartikel (Ski, Skischuhe, Helme, Kinderartikel) können Second-Hand weiterverkauft oder verschenkt werden, ebenso intakte Skibekleidung und Handschuhe. Auch einige Sporthändler nehmen alte Skiausrüstung zurück und übernehmen die Weiterverwertung.
Altes sowie beschädigtes Skizubehör sowie Helme, die zum Beispiel bei einem Unfall getragen wurden, gehören im Altstoffsammelzentrum oder am Mistplatz entsorgt – nicht im Restmüll. Dazu gehören auch Ski- oder Eislaufschuhe. Skijacken, Hosen, Fleece oder Funktionswäsche, die nicht mehr weiterverkauft werden können, müssen als Alttextilien getrennt in Altstoffsammelzentren oder bei Sammelstellen von karikativen Einrichtungen gesammelt werden.
Quelle: VOEB



