The Ocean Cleanup und Coca-Cola kündigen international Partnerschaft an

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Mit dem solarbetriebenen Interceptor ist es möglich, die am stärksten verschmutzten Flüsse der Welt zu säubern (Foto: The Ocean Cleanup)

Coca-Cola wird erster globaler Partner für die Umsetzung des Flussprojektes von The Ocean Cleanup. Das gaben The Coca-Cola Company und The Ocean Cleanup am 2. Juni bekannt. Im Zuge dieser Partnerschaft verfolgen das internationale Unternehmen und die Non-Profit-Organisation ein klares, gemeinsames Ziel: die Plastikverschmutzung, die in den Weltmeeren kontinuierlich zunimmt, einzudämmen. Der Müll soll bereits in Flüssen aufgefangen werden, bevor er in die Ozeane gelangt.

Das Engagement der Partnerschaft zielt zunächst auf eine Unterstützung von Ländern ab, in denen noch immer zu viel Abfall in der Umwelt und in Gewässern landet. Hier soll bei der Reinigung und Aufklärungsarbeit vor Ort geholfen werden. Dank eines funktionierenden Pfandsystems verbleiben in Deutschland nahezu alle bepfandeten Getränkeverpackungen im Mehrweg- oder Recyclingkreislauf, sodass Getränkeflaschen oder ihr Material wieder mehrfach genutzt werden und nicht auf dem Müll, in der Landschaft oder in Flüssen und Meeren landen. Coca-Cola investiert den Angaben zufolge in die Förderung der Kreislaufwirtschaft und unterstützt in Europa die Etablierung solcher Pfandsysteme.

Im Zuge der Partnerschaft von Coca-Cola und The Ocean Cleanup soll der Einsatz von Reinigungssystemen in fünfzehn Flüssen auf der ganzen Welt in den nächsten 18 Monaten schneller vorangetrieben werden. In diesem Zusammenhang wird die Einführung und Nutzung der halbautonomen, solarbetriebenen Interceptor-Flussreinigungstechnologie von The Ocean Cleanup gefördert. Darüber hinaus soll sowohl die Industrie als auch die breite Bevölkerung dazu motiviert werden, die Verschmutzung und das Eindringen von Plastikmüll in die Weltmeere zu verhindern, um damit Ökosysteme, die Artenvielfalt und Wasserressourcen zu schützen.

„Die Mission von The Ocean Cleanup ist es, die Ozeane von Plastik zu befreien“, sagt Boyan Slat, Gründer und CEO von The Ocean Cleanup. „Das Problem wächst von Tag zu Tag: 1.000 Flüsse leiten fast 80 Prozent des Plastikmülls in die Ozeane, weshalb wir unser Engagement beschleunigen müssen. Unter den Abfällen, die wir mit unseren Reinigungssystemen sammeln, finden wir viele Plastikflaschen, darunter auch Verpackungen von Coca-Cola. Wir begrüßen es, dass Coca-Cola als erstes Unternehmen in der Branche mit uns diese Mission verfolgt und wir mit weiteren Maßnahmen als Partner dafür sorgen, der weltweiten Plastikverschmutzung positiv entgegenzuwirken. Gemeinsam haben wir viel Potenzial, uns zukunftsweisend aufzustellen, zu lernen und schneller neue Lösungen hervorzubringen. Ich bin überzeugt, dass dies gute Nachrichten für unsere Ozeane sind.“

Die Interceptor-Lösung

Um zu verhindern, dass Plastik aus Flüssen in die Weltmeere gelangt, wurde 2019 der sogenannte Interceptor vorgestellt. Es handelt sich hierbei um die erste skalierbare Technologie seiner Art: Der Interceptor ist zu 100 Prozent solarbetrieben und entfernt den Müll autonom aus den Flüssen. Mit ihm ist es möglich, die am stärksten verschmutzten Flüsse der Welt zu säubern.

Im Zuge der Zusammenarbeit will The Ocean Cleanup mit Coca-Cola bis Ende 2022 die Reinigung von fünfzehn Flüssen angehen. Dafür wurden bereits zwei Interceptoren in Santo Domingo, Dominikanische Republik, und Can Tho, Vietnam, eingesetzt. Mit ihnen soll vor Ort bei der Entsorgung des Mülls und der Entwicklung von weiteren Müllvermeidungsmaßnahmen unterstützt werden. Geplant ist, entsprechende Maßnahmen auch an dreizehn weiteren Flüssen durchzuführen.

The Ocean Cleanup bringt ein breites Fachwissen über Maßnahmen zum Einsammeln von Plastikmüll mit. Die Organisation weiß, wie Technologien bestmöglich genutzt werden können, kennt die Problematik und die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um das Thema Plastikverschmutzung und weiß, wie diese Daten sinnvoll genutzt werden können. Mit seinem globalen Netzwerk mit Standorten in mehr als 200 Ländern wird Coca-Cola The Ocean Cleanup mit zahlreichen Maßnahmen unterstützen: So soll das lokale Engagement gefördert werden, das für den Einsatz der Interceptoren erforderlich ist. Darüber hinaus wird das Unternehmen seine Expertise bezüglich der anschließenden Verarbeitung des Plastikmülls zur Unterstützung einer Kreislaufwirtschaft mit einbringen. Gemeinsam sollen neue Partner für weitere Investitionen gewonnen werden, um die Einführung zusätzlicher Interceptoren weiter skalieren zu können. Darüber hinaus soll die Lizenzvergabe der Technologie gesichert und Kameras des River Monitoring Systems (RMS) eingesetzt werden, um weitere Analysen der Flussverschmutzung durchzuführen.

Vision: Eine Welt ohne Müll

„Als weltweit agierendes Unternehmen wollen wir sicherstellen, dass das gesamte, für unsere Verpackungen genutzte Material gesammelt und recycelt wird, damit nichts davon im Abfall landet“, sagt James Quincey, Chairman und CEO von The Coca-Cola Company. „Wir unterstützen die Teams von The Ocean Cleanup und ihre Technologien, die sich für den Schutz der Ökosysteme in den Ozeanen einsetzen, um unsere Wasserwege zu sichern.“

Mit diesem Engagement ergreife Coca-Cola ganzheitliche Maßnahmen, um das Problem des Plastikmülls zu bekämpfen und damit seine Vision einer Welt ohne Müll weiterzuverfolgen. Die drei dafür gesetzten globalen Ziele: (1) bis 2025 weltweit 100 Prozent der Verpackungen recyclingfähig zu machen – und bis 2030 mindestens 50 Prozent recyceltes Material in Verpackungen zu verwenden; (2) bis 2030 für jede verkaufte Flasche oder Dose eine zu sammeln, wieder zu befüllen oder zu recyceln; und (3) sich gemeinsam für eine gesunde Umwelt ohne Abfall einzusetzen.

Wo es möglich ist, werde in die Förderung neuer Technologien, Verpackungsmaterialien und verpackungslose Innovationen investiert. Auch neue verbesserte Recycling-, Ultraleichtgewichts- und pflanzenbasierter Technologien würden weiter verfolgt, genauso wie Spenderlösungen. Erst kürzlich habe Coca-Cola sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 – abhängig vom Geschäftswachstum – weltweit etwa 20 Prozent weniger aus fossilen Brennstoffen gewonnenen Kunststoff zu verwenden als heute.

Quelle: Coca-Cola

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