Inbetriebnahme der Deponie „Haus Forst“ in Kerpen (NRW)

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Luftbild der neu eröffneten Deponie „Haus Forst“ in Kerpen (Foto: Remex Mineralstoff GmbH)

Vier Jahre nach Einreichung des Planfeststellungsantrags durch die Remondis GmbH, Region Rheinland, wurde am 17. April 2020 die Deponie „Haus Forst“ in Kerpen offiziell in Betrieb genommen. Bau und Betrieb der Deponie werden von der Remex Mineralstoff GmbH verantwortet. Über eine Gesamtlaufzeit von bis zu 29 Jahren wird das Unternehmen im Rahmen der Betriebsführung rund 40 Millionen Euro investieren.

Die Notwendigkeit der Errichtung einer neuen Deponie im südlichen NRW wurde zuletzt durch den „Sachstandsbericht zu Deponiekapazitäten in Nordrhein-Westfalen“ des Jahres 2018 des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen bestätigt: Ohne neue Maßnahmen wären danach die Kapazitäten für Deponien der Klasse I in NRW nur bis zum Jahr 2024 gesichert gewesen; insbesondere in den Regierungsbezirken Köln und Münster wurden damals schon Engpässe festgestellt.

Bei dem Projekt in Kerpen handelt es sich um eine DK-I-Deponie. Genehmigt ist die Ablagerung von bis zu 7,3 Millionen Tonnen beziehungsweise 4,4 Millionen Kubikmetern nicht gefährlicher, mineralischer Abfälle. Der Standort befindet sich circa fünf Kilometer westlich der Stadt Kerpen, unmittelbar südlich der Autobahn A 4, Anschlussstelle Elsdorf. Das Haupteinzugsgebiet der Deponie umfasst den Großraum der Städte Köln, Bonn, Leverkusen und Aachen sowie die benachbarten Kreise.

Als „Deponie auf Deponie“ konzipiert

Die Deponie „Haus Forst“ existiert seit den 70er Jahren – damals planfestgestellt als Deponie der Klasse II. Von 1977 an wurde hier der Hausmüll des Rhein-Erft-Kreises abgelagert. Mit Verbot der Ablagerung nicht vorbehandelter Siedlungsabfälle im Jahr 2005 wurden die bis dahin betriebenen alten Deponieabschnitte stillgelegt; nur rund vier Millionen Kubikmeter der genehmigten 8,2 Millionen Kubikmeter wurden damals tatsächlich verfüllt. Das nicht verfüllte Volumen wird nun durch die Neudeponie der Klasse I weiter genutzt.

Die neue Deponie wurde als „Deponie auf Deponie“ konzipiert. Dort, wo der Neu- an den Altteil stößt, übernimmt eine bifunktionale Zwischenabdichtung sowohl die Funktion der Oberflächenabdichtung der alten DK-II-Deponie als auch der Basisabdichtung der neuen DK-I-Deponie. Die Deponieverfüllung wird in drei Teilabschnitten erfolgen. Jeweils nach Verfüllung eines Teilabschnitts schließt sich die Zwischen-/Basisabdichtung des nächsten Abschnittes und sukzessive Herstellung des Oberflächenabdichtungssystems des verfüllten Bereichs an. Dies stellt sicher, dass nur möglichst kleinräumige Ablagerungsbereiche offen liegen, sodass unter anderem der Sickerwasseranfall minimiert wird.

Die neue Deponie stellt die Entsorgungssicherheit für die größten Abfallströme der Region sicher, darunter nicht verwertbare mineralische Bauabfälle und Schlacken aus der Müllverbrennung. Remex erwartet eine jährliche Anlieferungsmenge von 250.000 Tonnen. Daraus ergibt sich eine geschätzte Laufzeit bis zum Jahr 2049.

Quelle: Remex Mineralstoff GmbH

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