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Die wenigsten Haushaltsgroßgeräte werden ordnungsgemäß gesammelt

Europäische Woche der Abfallvermeidung: Umweltbundesamt stellt Vorschläge zur Erhöhung der Sammelmenge von Elektroaltgeräten vor.

Deutschland verfehlte 2016 knapp die Sammelquote von 45 Prozent für Elektroaltgeräte (EAG). Insbesondere Haushaltsgroßgeräte werden zu wenig gesammelt. „Jährlich werden fast zwei Millionen Tonnen neue Elektrogeräte in Deutschland verkauft. Doch nach wie vor werden viel zu wenige der Altgeräte auch fachgerecht entsorgt. Dabei sind alte Waschmaschinen oder Kühlschränke wahre Schatzkisten an wiederverwendbaren Rohstoffen“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA). Ab 2019 gilt eine Sammelquote von 65 Prozent für EAG. Um diese europäische Vorgabe zu erfüllen, hat das UBA auf der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) vier Ansatzpunkte vorgestellt.

Nur 41 Prozent ordnungsgemäß gesammelt 

2016 wurden insgesamt 782.214 Tonnen Elektroaltgeräte in der Altgerätesammlung erfasst. Damit wurde die Mindestsammelquote von 45 Prozent an Altgeräten, die in den drei Vorjahren im Durchschnitt auf den Markt gebracht wurden, mit 44,95 Prozent geringfügig unterschritten. Dazu trug vor allem die vergleichsweise geringe Sammelmenge an Haushaltsgroßgeräten bei, die den größten Gewichtsanteil ausmachen. Nur 41 Prozent der Haushaltsgroßgeräte wurden ordnungsgemäß gesammelt. Maria Krautzberger: „Knapp 465.000 Tonnen Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler verschwinden bei illegaler Sammlung oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen. Das ist reine Ressourcenvergeudung – noch dazu schadet die unregulierte Verwertung massiv der Umwelt, wenn gefährliche Stoffe falsch oder gar nicht entsorgt werden.“

Mit einer Steigerung der Erfassungsmengen und -quote ist für 2017 kaum zu rechnen. In Bezug auf die ab 2019 geltende Mindestsammelquote von 65 Prozent fehlen perspektivisch etwa 350.000 Tonnen an zu erfassenden Elektroaltgeräten, um die Zielquote sicher zu erreichen.

Vier Ansatzpunkte

Um die Sammelmenge von Elektroaltgeräten zu erhöhen, schlägt das UBA vier Ansatzpunkte vor:

  • Die Rückgabe der Elektroaltgeräte muss einfacher gestaltet werden. Die Rücknahme über den Handel muss verbraucherfreundlich sein. Wertstoffhöfe müssen gut erreichbar sein und bedarfsgerechte Öffnungszeiten haben. Dabei sollten auch Vor- und Nachteile von Bring- und Holsystemen der Wertstoffhöfe diskutiert werden.
  • Verbraucher müssen besser informiert werden über die notwendige getrennte Erfassung der Elektroaltgeräte und deren Rückgabemöglichkeiten – zukünftig auch mehrsprachig. Dafür sind Ratgeberbroschüren und Öffentlichkeitskampagnen wichtig. Vor allem über die Rückgabemöglichkeit im Handel muss besser informiert werden.
  • Es sind gemeinsame Anstrengungen notwendig, damit die gesetzlichen Vorgaben in der Praxis auch eingehalten werden, zum Beispiel beim Export von gebrauchten Elektrogeräten.
  • Die Wertschätzung für Produkte muss weiter gestärkt werden – mit Hilfe des Abfallvermeidungsprogramms, dem Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum und mehr Ökodesign zur Verbesserung der Produktlebensdauer, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit.

Laut einer aktuellen Umfrage des UBA haben 77 Prozent der Befragten in den letzten drei Jahren ein Elektroaltgerät entsorgt. Die Rückgabe erfolgte am Wertstoffhof, das Altgerät wurde während der Anlieferung eines Neugerätes mitgenommen oder der kommunale Entsorger holte es ab. Nur jedes zehnte Gerät wurde zum Handel zurückgebracht. Denn nur die Hälfte der 14 bis 29-Jährigen kennt die Rückgabemöglichkeit im Handel. Darüber hinaus fühlten sich auch nur etwa sechs von zehn Befragten über die möglichen Rückgabestellen der Altgeräte gut informiert.

Die diesjährige EWAV steht unter dem Motto „Bewusst konsumieren & richtig entsorgen – Ein Beitrag zu Ressourcenschutz und Abfallvermeidung“ und soll Bürgerinnen und Bürger zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten und die Nutzungsdauer von Produkten anregen. Außerdem soll gezeigt werden, wie Problemabfälle gesondert entsorgt werden müssen, die sonst zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt werden können. Vom 17. bis 25. November 2018 zeigen mehrere hundert Veranstaltungen in ganz Deutschland, wie das geht.

Quelle: Umweltbundesamt (UBA)

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