Altreifenverluste weiterhin auf hohem Niveau

Eine sichere Versorgung mit Sekundärrohstoffen ist ein Eckpfeiler einer resilienten und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für Altreifen. Diese Versorgung ist jedoch weiterhin nicht gewährleistet. Aktuelle Zahlen des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk) belegen: Altreifenentsorgern und Recyclern fehlen nach wie vor erhebliche Mengen an Altreifen.

„Im vergangenen Jahr betrug die Menge der Altreifen mit unbekanntem Verbleib rund 84.000 Tonnen. Es besteht die Vermutung, dass diese und möglicherweise noch weit größere Mengen in Staaten außerhalb der EU exportiert wurden, um dort verbrannt oder unter desolaten Gesundheits- und Umweltbedingungen einer Pyrolyse unterzogen zu werden“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer beim wdk. Diese Altreifen würden damit den deutschen Recyclern und einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft entzogen.

Zwar sei die Verlustrate leicht zurückgegangen, die wirksamste Maßnahme gegen den Verlust wertvoller Sekundärrohstoffe sei jedoch eine systematische Erfassung der anfallenden Altreifen und ihrer Verwertungswege. „Eine solches Vorgehen fordert der wdk gemeinsam mit anderen Verbänden und Organisationen bereits seit mehreren Jahren. Sie wäre einfach umzusetzen und würde die Kreislaufwirtschaft deutlich stärken. Dafür ist aber endlich der politische Wille erforderlich, ein funktionierendes Recyclingsystem zu stützen und zu fördern.“

Rau verwies zugleich auf die nun veröffentlichte Statistik. Demnach fielen im Jahr 2025 in Deutschland insgesamt 522.000 Tonnen Altreifen an. Davon wurden 210.000 Tonnen zu Granulaten und Gummimehl verarbeitet – inzwischen fast dreimal so viele, wie thermisch in der Zementindustrie verwertet wurden: „Das ist eine ausgesprochen positive Entwicklung und ein überzeugender Beleg für die Fortschritte der Kreislaufwirtschaft bei Reifen.“ Mit einer lückenlosen Mengenerfassung ließen sich jedoch noch deutlich mehr Altreifen einer stofflichen Verwertung zuführen.

Quelle: wdk

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