Deutsches Konsortium will iranische Abfallwirtschaft modernisieren helfen

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Teheran (Foto: Frank 497 / Pixabay)

Sulzbach-Rosenberg – Knapp vier Jahrzehnte lang waren die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran eingeschränkt und später sogar unterbrochen. Nach der Lockerung der Wirtschaftssanktionen hoffen deutsche Firmen nun auf erfolgreiche Partnerschaften. Die internationalen Sanktionen haben in der iranischen Wirtschaft einen hohen Investitionsstau verursacht. Vor allem im Bereich der Abfallwirtschaft besteht erheblicher Entwicklungs- und Investitionsbedarf.

Im Iran werden nur knapp 6 Prozent der anfallenden Siedlungsabfälle recycelt, circa 10 Prozent kompostiert und über 80 Prozent auf ungedichteten Ablagerungsplätzen entsorgt. Für Sonderabfälle existiert lediglich eine kleinere, ebenfalls ungedichtete Deponie. Mit Öffnung der iranischen Wirtschaft und eines erwarteten Wirtschaftsaufschwungs werden sich die abfallwirtschaftlichen Engpässe in Zukunft potenzieren, sollte es dem Land nicht gelingen, eine adäquate Infrastruktur zu schaffen. Zudem besteht beim Aufbau einer strukturierten Abfallwirtschaft auch stets die Möglichkeit, einen nachhaltigen und innovativen Wirtschaftszweig aufzubauen, der auch andere Wirtschaftsbereiche (Maschinen- und Anlagenbau oder Baubranche ) positiv beeinflusst.

Das Bundesumweltministerium fördert vor diesem Hintergrund im Rahmen des Förderprogramms „Exportinitiative grüner und nachhaltiger (Umwelt-)Infrastruktur“ ein Projekt zur Entwicklung eines regionalspezifischen Abfallwirtschaftsplans. Ziel des Projekts sind verbesserte Abfallsysteme sowie die Markterschließung durch deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Iran. Dabei stehen der gezielte Austausch sowie Kooperationen zwischen deutschen KMU der Umwelttechnikbranche und iranischen Behörden und Wirtschaftsvertretern im Vordergrund.

Das Projektkonsortium, bestehend aus den Partnern adelphi research gGmbH, BlackForest Solutions GmbH, der Professur Abfall- und Stoffstromwirtschaft der Universität Rostock sowie Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-Rosenberg entwickelt vor diesem Hintergrund einen regionalspezifischen Abfallwirtschaftsmasterplan für den Aufbau von integrierten Abfallverwertungsanlagen für Siedlungs- und Sonderfälle. Basierend auf der Analyse einer geographisch begrenzten Region sollen zudem in einem Policy Brief Empfehlungen für die Entwicklung der gesamten iranischen Abfallwirtschaft im Bereich Siedlungs- und Sonderabfälle erstellt werden.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT