Bio-Plastiktüten sind für die Sammlung von Bioabfällen ungeeignet

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Bioplastiktüten (Foto: Hans / Pixabay)

Bozen — Können „biologisch abbaubare“ oder „kompostierbare“ Plastiktüten für die getrennte Sammlung von Bioabfällen in Südtirol verwendet werden? Diese Frage hat letzthin bei vielen BürgerInnen zu Unsicherheiten geführt. Die Antwort der dortigen Landesumweltagentur lautet: nein!

Der Grund dafür ist, dass Bioabfälle in Südtirol über Vergärungs- und Kompostieranlagen verwertet werden, wo sie in Biogas und Qualitätskompost umgewandelt werden. Biologisch abbaubare Kunststoffsäcke werden in diesen Anlagen nicht abgebaut, sondern wirken sich aufgrund einer deutlich längeren Zerfallszeit störend auf das Kompostierverfahren aus. Zudem führen sie bei den verwendeten Maschinen oft zu Verstopfungen und Verkeilungen.

Die Landesumweltagentur empfiehlt daher, Bioabfälle in Südtirol weiterhin entweder lose in Mehrwegbehältern oder alternativ dazu in Papiertüten zu sammeln, die von der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung gestellt werden.

Seit 1. Januar 2018 besteht in Italien die Pflicht, für loses Obst und Gemüse im Supermarkt anstelle der Leichtplastiktüten kostenpflichtige, biologisch abbaubare Plastiktüten zu verwenden. Sie wurde mit dem Staatsgesetz Nr. 123 vom 3. August 2017 eingeführt, das in Umsetzung der EU-Richtlinie 720/2015 darauf abzielt, den Verbrauch von leichten Kunststofftragetaschen zu reduzieren. Ob die Verwendung von biologisch abbaubaren Plastiktüten aber tatsächlich ökologische Vorteile birgt, ist laut Landesumweltagentur zum heutigen Zeitpunkt jedoch fraglich. Auch das deutsche Umweltbundesamt kommt zum Schluss, dass bei Betrachtung der Ökobilanz Tüten aus Biokunststoffen keine umweltfreundliche Alternative darstellen.

Quelle: Autonome Republik Bozen Südtirol, Landesamt für Umwelt