Abfallvorschriften: Europäisches Parlament will kleine Unternehmen entlasten

Das Europäische Parlament hat seine Position zu Änderungen der Abfallvorschriften für Verpackungen, Batterien, Textilien, Schuhe, Elektrogeräte und Einwegkunststoffe festgelegt. Damit ist es bereit für Verhandlungen mit dem Rat. Kleine Unternehmen mit Sitz in der EU sollen für die Einhaltung von Abfallvorschriften keine Bevollmächtigten in anderen Mitgliedstaaten mehr benennen müssen.

Nach geltendem EU-Abfallrecht müssen Hersteller, die Produkte auf den EU-Markt bringen, Gebühren zahlen, die die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling nach der Entsorgung mitfinanzieren. Dieses Prinzip wird als erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) bezeichnet. Die Unternehmen müssen außerdem in jedem Mitgliedstaat, in dem sie ihre Produkte verkaufen, einen Bevollmächtigten für die Einhaltung der EPR-Pflichten benennen. Um Hürden im EU-Binnenmarkt abzubauen, schlug die Kommission vor, diese Pflicht in bestimmten Bereichen auszusetzen.

Die Europaabgeordneten sprechen sich für eine gezieltere Aussetzung aus. Sie soll nur für kleine und Kleinstunternehmen mit Sitz in der EU gelten, also für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von unter zehn Millionen Euro. Die Ausnahme soll bis 2035 gelten oder bis ein umfassenderes Gesetz zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet wird.

Andere Pflichten im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung bleiben davon unberührt, etwa Vorgaben zur Abfallvermeidung oder die Zahlung von Gebühren. Um den Verwaltungsaufwand für Unternehmen im EU-Binnenmarkt weiter zu verringern, fordert das Europäische Parlament einen besseren Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten, kompatible digitale Systeme und einheitliche Berichtspflichten für Unternehmen.

Sobald auch der Rat seine Position festgelegt hat, können die Verhandlungen über die endgültige Fassung der beiden Rechtsakte beginnen. Die beiden verabschiedeten Rechtsakte – eine Richtlinie und eine Verordnung – sind Teil des Umwelt-Omnibus-Pakets. Die Europäische Kommission will noch 2026 ein umfassendes Gesetz zur Kreislaufwirtschaft vorlegen.

Quelle: Europäisches Parlament

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