163 Kilogramm pro Kopf: Österreich trennt fleißig Altstoffe – Tirol an der Spitze

Neue Daten zur Abfallwirtschaft: Österreichs Haushalte sammeln 1,5 Millionen Tonnen Altstoffe, wie Papier, Glas oder Metall, getrennt. Das entspricht rund einem Drittel (32 %) des gesamten Siedlungsabfalls aus Haushalten. [1] Tiroler sind mit 218 Kilogramm gesammelten Altstoffen pro Einwohner die fleißigsten, gefolgt von Oberösterreich und Salzburg. [2]

Getrennte Sammlung gelingt nur im Zusammenspiel, betont der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB): Die Haushalte trennen sorgfältig, die Abfall- und Recyclingbetriebe verwerten die gesammelten Altstoffe und führen sie zurück in den Kreislauf.

Neu veröffentlichte Daten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) und des Umweltbundesamts zur Abfallwirtschaft zeigen: Österreichs Haushalte sammeln 1,5 Millionen Tonnen Altstoffe getrennt – umgerechnet 163 Kilogramm je Einwohnerin und Einwohner. Damit macht die getrennte Altstoffsammlung rund ein Drittel (32 %) des gesamten Siedlungsabfallaufkommens aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen aus. [3]. Zur Abfallgruppe der Altstoffe zählen all jene Wertstoffe, die getrennt gesammelt werden, um sie stofflich zu verwerten. Durch die getrennte Sammlung bleiben die Materialien im Kreislauf und können zu neuen Rohstoffen werden.

Zu Altstoffen zählen zum Beispiel Altpapier und Kartonagen, Glas- und Metallverpackungen, Alttextilien, Leichtverpackungen oder Altholz. Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB: „Alte Zeitungen, Getränkedosen, Glasflaschen, Verpackungen: Das sind alles wertvolle Altstoffe, die von unseren Betrieben verwertet und recycelt werden. So schonen wir Ressourcen und Energie und tragen zum Umweltschutz bei. Die aktuellen Zahlen belegen eindrucksvoll, wie fleißig Altstoffe in Österreich getrennt werden. Auf diesem Engagement lässt sich hervorragend aufbauen.“

Tirol, Oberösterreich und Salzburg sammeln am meisten

Der Blick auf die Bundesländer [4] zeigt jedoch ein etwas unterschiedliches Bild: Tirol sammelt mit 218 Kilogramm pro Einwohner (EW) mit Abstand die meisten Altstoffe und liegt damit rund 55 Kilogramm über dem Österreich-Schnitt. Dahinter folgen Oberösterreich (195 kg/EW), Salzburg (179 kg/EW), das Burgenland und die Steiermark (je 176 kg/EW) und Niederösterreich (169 kg/EW). Unter dem Bundesschnitt liegen Kärnten (155 kg/EW), Vorarlberg (152 kg/EW) und – mit deutlichem Abstand – Wien mit 103 Kilogramm pro Einwohner, also weniger als die Hälfte des Tiroler Werts.

Gabriele Jüly: „Die Zahlen zeigen ein unterschiedliches Trennverhalten, das stark von der jeweiligen Siedlungsstruktur geprägt ist. In eher ländlich geprägten Regionen fällt die Pro-Kopf-Sammelmenge höher aus, während sie in Städten niedriger ausfällt. Gründe dafür liegen in der Sammelinfrastruktur, aber auch bei der Bewusstseinsbildung. Die Unterschiede zeigen, dass insbesondere in urbanen Räumen noch Potenzial besteht, durch verbesserte Sammlung die Kreislaufwirtschaft weiter zu stärken.“

Altpapier führt die Sammlung an – die Leistung dahinter kommt von den Betrieben

Welche Altstoffe werden von Österreichs Haushalten am meisten gesammelt? Der größte Teil entfällt auf wenige Fraktionen: Altpapier, Drucksorten und Verpackungen stellen mit rund 37 Prozent die mit Abstand größte Menge, gefolgt von Altholz (20 %) und Glasverpackungen (17 %). [5]

Getragen wird diese Bilanz von der Infrastruktur der heimischen Abfallwirtschaft: 2024 waren österreichweit rund 3.600 Anlagen zur Verwertung, Vorbehandlung und Beseitigung in Betrieb, darunter 331 Sortier- und Aufbereitungsanlagen für Altstoffe. [6] Jüly: „Jede getrennt gesammelte Tonne geht anschließend durch die Hände der österreichischen Abfall- und Recyclingbetriebe: Sie betreiben Tag für Tag die flächendeckende Sammel-, Sortier- und Verwertungsinfrastruktur, die aus getrenntem Abfall wieder wertvolle Rohstoffe macht. Doch gelingen kann das nur im Zusammenspiel: Was die Haushalte sorgfältig trennen, führen die Betriebe in den Kreislauf zurück. Erst beide gemeinsam ermöglichen diese positive Trennbilanz.“

Quelle: Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich, Statusbericht 2026 für das Referenzjahr 2024, BMLUK, ist zum Download verfügbar unter: https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/abfall-und-kreislaufwirtschaft/die-bestandsaufnahme-der-abfallwirtschaft-in-oesterreich.html

Faktenbox: Altstoffe [7]

Altstoffe sind laut dem österreichischen Abfallwirtschaftsgesetz „Abfälle, welche getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden oder Stoffe, die durch eine Behandlung aus Abfällen gewonnen werden, um diese Abfälle nachweislich einer zulässigen Verwertung zuzuführen“ (§ 2 Abs. 4 AWG 2002). Etwa ein Drittel der Siedlungsabfälle aus Haushalten entfällt auf Altstoffe. Je nach Sammelregion und Bundesland variiert die Anzahl der Abfallarten teilweise. Altstoffe, die in der Haushaltssammlung österreichweit gesammelt werden, sind:

Altpapier, -pappe und -kartonagen, Verpackungen, Drucksorten
Glasverpackungen (Weiß- und Buntglas)
Metallverpackungen
Altmetalle sperrig (Haushaltsschrott)
Alttextilien (einschließlich Schuhe)
Leichtverpackungen
Altholz sperrig und Verpackungen
Sonstige Altstoffe wie Fette/Frittieröle, Flachglas, sonstige Kunststoffe u. a.

Quelle: VOEB

Quelle: Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich – Statusbericht 2026 für das Jahr 2024
(1) Tabelle 63: Aufkommen Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen, S. 106 und Tabelle 68: Altstoffe aus der Haushaltssammlung: Aufkommen, S. 118
(2) Tabelle 69: Altstoffe aus der Haushaltssammlung: Aufkommen nach Abfallströmen 2024, S. 119
(3) Tabelle 63: Aufkommen Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen, S. 106
(4) Tabelle 68: Altstoffe aus der Haushaltssammlung: Aufkommen nach Abfallströmen 2024, S. 118
(5) Berechnung aus Mengen in Tabelle 67, S. 117
(6) Tabelle 28: Anlagen zur Behandlung von Abfällen in Österreich 2024, S. 35
(7) S. 115-116
*Wann immer das generische Maskulinum verwendet wird, dient dies ausschließlich der besseren Lesbarkeit. Gemeint sein können aber alle Geschlechter (Die Redaktion).

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