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PFAS sichtbar machen: Mehr Transparenz für die Textilbranche

Neue ISO-Norm 20999 ermöglicht standardisierte Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts.

Mit der vor Kurzem veröffentlichten ISO 20999 steht erstmals ein einheitlich beschriebenes Verfahren zur Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts in Textilien mittels Combustion Ionenchromatographie (CIC) zur Verfügung. Die Norm unterstützt die Textilbranche dabei, den steigenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und schafft so die Grundlage für mehr Sicherheit und Transparenz in der Lieferkette. Spezialisten der Metrohm AG aus Herisau haben die Entwicklung der Norm mit ihrer Fachkompetenz begleitet.

Dank ihrer wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften kommen Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) häufig in Textilien zum Einsatz. Doch beim Waschen oder bei unsachgemäßer Entsorgung können PFAS in die Umwelt gelangen. Daher setzen inzwischen immer mehr Hersteller auf alternative Lösungen, um den wachsenden Umwelt- und Gesundheitsbedenken Rechnung zu tragen.

Gleichzeitig steigt der regulatorische Druck, und die PFAS-Beschränkung in Textilien gewinnt weiter an Bedeutung. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat eine Beschränkung in Textilprodukten (TULAC) vorgeschlagen. Vorgesehen ist ein maximaler Gesamtfluorgehalt (TF) von 50 mg F/kg. In Kalifornien gibt es bereits eine Begrenzung: Seit dem 1. Januar 2025 gilt hier ein maximaler Gesamtgehalt an organischem Fluor (TOF) von 100 ppm, ab dem 1. Januar 2027 soll dieser Grenzwert auf 50 ppm sinken.

Vor diesem Hintergrund setzen die Regulierungsbehörden auf Summenparameter wie Gesamtfluor und organisches Gesamtfluor. Denn gezielte Analysen mittels LC-MS/MS oder GC-MS/MS können bislang nur eine begrenzte Anzahl von PFAS quantifizieren. Eine bekannte Einschränkung dieser Summenparameter: Der Beitrag anderer fluorierter Substanzen wie zum Beispiel Biozide kann nicht ausgeschlossen werden. Dennoch ermöglichen sie ein effizientes Screening-Verfahren, um den Bedarf für weiterführende gezielte Analysen zu ermitteln.

Mit Unterstützung durch Metrohm: erstmals standardisiertes Verfahren

Hier setzt die ISO-Norm 20999 „Textilien – Bestimmung des Gesamt-Halogengehalts in Textilprodukten – Combustion- und Ionenchromatographieverfahren (CIC)“ an: Mit ihr steht erstmals ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung des Gesamtfluorgehalts in Textilien zur Verfügung.

CIC-Spezialisten von Metrohm haben die Entwicklung der Norm mit ihrem Fachwissen unterstützt, und auch Labordaten für den der Norm zugrunde liegenden Ringversuch beigesteuert. Bei einem Ringversuch, einem Verfahren der externen Qualitätssicherung, analysierten mehrere unabhängige Labore dieselben Proben, um deren Messgenauigkeit, Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit zu überprüfen.

Die neue Norm ermöglicht die Bestimmung des Gesamtgehalts an Fluor sowie der Gehalte an Chlor, Brom und Jod. Dadurch lassen sich zusätzlich Textilprodukte (wie Fasern und Gewebe), Kunststoffkomponenten (einschließlich Beschichtungen) und Holz (Zellstoff) auf potenzielle Gesundheitsrisiken bewerten. Denn ein erhöhter Gesamtgehalt an Chlor und Brom kann auf Flammschutzmittel oder Biozide hinweisen.

„Die zunehmende Regulierung von PFAS zeigt: Unternehmen benötigen verlässliche Methoden, um ihre Materialien transparent zu bewerten“, erläutert Dr. Michael Klein, Normen und Standards Manager bei Metrohm. „Mit der ISO 20999 wird die Bestimmung von Gesamtfluor und weiteren Halogenen in Textilien standardisiert – und damit eine wichtige Grundlage für mehr Sicherheit und Transparenz in der Lieferkette geschaffen.“

Über Metrohm

Die Metrohm AG ist ein führender Hersteller von Präzisionsmessinstrumenten für die chemische Analytik. Das 1943 in Herisau, Schweiz gegründete Unternehmen entwickelt und produziert Geräte für Titration, Ionenchromatographie, Spektroskopie (u. a. NIR, Raman) und Elektrochemie, die sowohl im Labor als auch in der Prozessanalytik Anwendung finden.

Metrohm ist der globale Marktführer in der Titration und gehört zu den größten Herstellern von Ionenchromatographie-Systemen. Der Großteil der Geräte wird bis heute am Hauptsitz in der Schweiz entwickelt und gefertigt, wobei Metrohm auf eine außergewöhnlich hohe vertikale Integration setzt: Die meisten Hardware-, Software- und Sensorkomponenten werden in-house hergestellt, um gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen.

Das Unternehmen ist weltweit in über 80 Ländern durch Tochtergesellschaften, regionale Support-Zentren und exklusive Vertriebspartner vertreten. Die Lösungen von Metrohm kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz, darunter Pharma, Chemie, Lebensmittel- und Umweltanalytik, Kosmetik und Kunststoffe. Mit seinen analytischen Lösungen unterstützt Metrohm unter anderem die Bestimmung von Summenparametern, die einen Gesamtüberblick über die PFAS-Belastung ermöglichen. Weitere Informationen unter www.metrohm.com

Quelle: Metrohm AG

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